Ein neues Chassis und ein neuer Sitz sorgen bei Johann Zarco für ein besseres Gefühl mit der KTM. Auch Pol Espargaro testet neues Chassis und betont, wie wichtig Dani Pedrosa ist.

Beim MotoGP-Rennen in Barcelona kamen Pol Espargaro und Johann Zarco auf den Plätzen sieben und zehn ins Ziel. Espargaros Rennzeit war dabei um 20 Sekunden schneller als im Vorjahr. Zum dritten Mal hintereinander schaffte es der Spanier somit in die Top 10. Für Zarco war Rang zehn sein bestes Saisonergebnis. Am Montag wurde die Entwicklungsarbeit bei KTM fortgesetzt. Auch Testfahrer Dani Pedrosa war zum ersten Mal bei einem offiziellen Test im Einsatz.

Nach insgesamt 70 Testrunden machte vor allem Zarco einen deutlich zufriedeneren und glücklicheren Eindruck als im Laufe des Rennwochenendes. „Ich erhielt ein besseres Gefühl, um das Motorrad zu kontrollieren“, sagt der Franzose. „Ich wurde nicht sofort schneller, weshalb es schwierig war, klare Informationen zu geben. Aber ich denke, wir haben einen guten Fortschritt gemacht.“ Er hatte ein neues Chassis und einen anders geformten Sitz zur Verfügung.

Es war kein bestimmter Bereich, der für Zarco besser geworden ist, sondern das allgemeine Gefühl war besser. „Wenn man sich gut fühlt und gute Kontrolle am Kurveneingang hat, dann ist auch der Kurvenausgang einfacher. Wenn du einfacher aus der Kurve rauskommst und stabiler bist, dann ist man im Kopf auch relaxter für den Bremspunkt der nächsten Kurve. Es ist immer ein Kompromiss, aber seit Sonntag haben wir ein neues Tor geöffnet.“

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Zarco: „Neue Basis“

Insgesamt war sein Eindruck nach Testende positiv. „Wir haben eine neue Basis und ich denke, wir können jetzt Dinge testen. Auch bei der Ergonomie haben wir Dinge gefunden, die mich auf dem Motorrad glücklicher machen“, schildert Zarco. Allerdings werden erst die nächsten Rennen zeigen, ob wirklich ein Fortschritt gelungen ist und Zarco seinem Teamkollegen Espargaro näherkommen kann.

Abgesehen von der Ergonomie gibt es keine spezielle Entwicklung, die auf Zarco zugeschnitten ist. „Wir folgen der gleichen Entwicklung wie Pol“, bestätigt er. Die Carbon-Schwinge hatte er zwar schon in Jerez getestet. Für Zarco funktionierte sie aber noch nicht so gut wie für Espargaro. Deswegen setzte er sie erst ab Barcelona ein. „Was KTM für mich macht, hilft hoffentlich allen“, so Zarco. „Das gilt auch, wenn Pol sich gut fühlt.“

Pol Espargaro hat spektakulären Sturz

Espargaro hatte ebenfalls ein umfangreiches Testprogramm. Sein Tag wurde von einem Sturz am Eingang von Kurve 12 getrübt. „Der Hinterreifen begann zu rutschen, bis ich schließlich abgeflogen bin. Es hat Grip auf der Seitenflanke gefehlt, der Reifen war schon gebraucht“, berichtet der Spanier. „Wir haben an der Aerodynamik und an der Elektronik gearbeitet. Diesbezüglich gab es am Rennwochenende Probleme, die wir nicht lösen konnten – vor allem in den Kurven 12 und 13.“

Außerdem gab es ein neues Chassis. „Wir haben unterschiedliche Teile beim Chassis ausprobiert, etwas leichter und eine andere Steifigkeit bei den Stahlrohren. Es gab gute und negative Punkte. Das Lenkverhalten war am Kurveneingang etwas besser. Vielleicht war es auf der Bremse nicht so gut“, rätselt Espargaro. Wie immer geht es um den beste Kompromiss und darum, die besten Eigenschaften in einem Chassis zu vereinen.

Mantel des Schweigens

51 Runden drehte Testfahrer Pedrosa. Über sein genaues Testprogramm hüllte KTM den Mantel des Schweigens. Es wird aber betont, dass der 31-fache MotoGP-Rennsieger eine große Unterstützung ist. „Er hilft in allen Aspekten“, sagt Espargaro. „Wenn ich am Wochenende Probleme mit der Dämpfung oder der Elektronik hatte, hat er genau zugehört. Er versucht seine Ansicht darzulegen. Dani hilft uns auch mit seiner Erfahrung, wenn er nicht auf dem Motorrad sitzt. Das ist sehr wichtig.“

Am Mittwoch legt KTM in Barcelona einen privaten Testtag ein. Weiter geht es dann in knapp zwei Wochen mit der Dutch TT in Assen. „Wir müssen das Motorrad bei kühleren Temperaturen ausprobieren. Die letzten Rennen waren sehr heiß“, so Espargaro. Je heißer es zuletzt am Nachmittag wurde, desto mehr Probleme bekam KTM. „Deswegen wird interessant, was in Holland passieren wird. Ich denke, wir werden dort mit dem Motorrad beginnen, wie es am Ende dieses Tests war.“

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