Yamaha zieht Schlüsse aus dem technischen Defekt, der Fabio Quartararo um sein erstes MotoGP-Podest brachte: Gehen die Japaner bei der Konstruktion zu sehr ans Limit?

Der Traum vom ersten Podium platzte in Runde 14: Rookie Fabio Quartararo wurde beim Spanien-Grand-Prix in Jerez auf Grund eines technischen Defekts um sein erstes Top-3-Finish in der MotoGP gebracht. Rundenlang fuhr der 20-jährige Franzose hinter Teamkollege Franco Morbidelli und übernahm in Runde zehn die zweite Position.

Doch als Quartararo im 14. Umlauf auf die Gegengerade bog, ließ sich das Getriebe seiner Yamaha M1 nicht mehr schalten. Er kehrte enttäuscht an die Petronas-Box zurück und trauerte dem verpassten Sensations-Ergebnis mit einigen Tränen hinterher.

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum Spanien-GP

Yamaha zog sofort Schlüsse aus dem Vorfall und reduzierte die Laufleistung des defekten Bauteils. Laut Informationen von ‚Motorsport-Total.com‘ werden die beweglichen Teile des Schaltgestänges nun eher ausgetauscht. Das gilt für alle vier Yamahas im Feld.

Konstruktion zu sehr am Limit?

Auffällig ist, dass Yamaha bei der Konstruktion einen eigenen Weg geht. Während alle anderen Hersteller aus Sicherheitsgründen dickere Durchmesser bei den stark beanspruchten Verbindungen des Schaltsensors verwenden, setzt Yamaha als einziger Hersteller in der MotoGP auf Gelenke mit einem Durchmesser von sechs Millimetern.

Nach dem Vorfall im Spanien-Grand-Prix wird es in der Yamaha-Entwicklungsabteilung eine Untersuchung geben, bei der eine Vergrößerung des Durchmessers diskutiert wird. Vorerst wird aber mit der verringerten Laufleistung reagiert, um eine Wiederholung des Defekts zu vermeiden.

Nicht nur Yamaha mit Problemen

In den vergangenen Jahren gingen die technikbedingten Ausfälle in der MotoGP stark zurück. Doch in der laufenden Saison kam es bei einigen Herstellern zu ungewohnten Problemen. Vor allem Honda hatte einige Probleme mit der 2019er-Maschine.

Die HRC-Ingenieure kämpften zuletzt mit der Zuverlässigkeit der Sekundärübersetzung. Bei Marc Marquez und Jorge Lorenzo sprang in den Trainings die Kette vom Kettenrad. Laut Experten soll der zusätzliche Flex des Chassis dafür verantwortlich sein. Die Carbonstreben am neuen Chassis, das Stefan Bradl am Rennwochenende einsetzte, reduzieren die Verwindung und sollen die Probleme beheben.

Neben dem Problem mit der Sekundärübersetzung beklagte Honda einige technische Probleme mit der Elektronik. Lorenzo schied in Austin mit einem Defekt der Motorbremse aus. Zudem kam es im Warm-up beim Grand Prix in Jerez zu Problemen an Marquez‘ Maschine.

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