Mit Platz zwei gelingt Tom Lüthi in Motegi das lang ersehnte Comeback auf dem Podium – und auch in der WM befindet sich der Schweizer wieder in Schlagdistanz.

Acht Rennen lang hatte Tom Lüthi in der Moto2 nicht mehr auf dem Podium gestanden und schien im Kampf um den WM-Titel nur noch eine Nebenrolle zu spielen. Doch mit seinem zweiten Platz beim Großen Preis von Japan meldete sich der Schweizer aus dem deutschen IntactGP-Team am Wochenende eindrucksvoll zurück.

Im Duell mit Renn-Sieger Luca Marini musste sich Lühti am Ende zwar geschlagen geben, fuhr mit 20 Punkten aber wichtige Zähler für die Weltmeisterschaft ein und übernahm in der Gesamtwertung wieder Platz hinter Alex Marquez. Dessen Vorsprung beläuft sich bei noch drei zu fahrenden Rennen auf 36 Punkte.

Bereits im Warm-Up am Morgen hatte Lüthi gezeigt, dass mit ihm ihm Rennen zu rechnen sein würde. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt, besonders nach dem Warm-Up. Ich hatte bereits am Morgen einen wirklich guten Rhythmus finden können und ich wusste, dass ich den mit ins Rennen nehmen kann. Wir haben mit dem Set-Up noch einmal einen wichtigen Schritt gemacht“, erklärt Lüthi.

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Lüthi: „Hatte eine richtig gute Pace“

Zu Beginn der 22 Rennrunden musste er sich dann in teils engen Zweikämpfen aber erst einmal durchsetzen und drohte, den Anschluss an die Spitze zu verlieren. „Es war nicht einfach und besonders Alex (Marquez; Anm. d. R.) hat seine Position sehr hart verteidigt und wollte um jeden Preis gewinnen“, erinnert er sich.

„Doch am Ende habe ich meinen Rhythmus wieder finden können und dann alles gegeben.“ Lüthi gelang es so, zu Marini an der Spitze aufzuschließen. „Ich hatte eine richtig gute Pace und habe einfach versucht, das durchzuziehen. Körperlich war ich auch super fit, aber mental war es ein bisschen anstrengend. Als ich dann vorn war, hab ich ganz schön unter Druck gestanden.“

In Gedanken spielte Lüthi verschiedene Taktiken durch: „Soll ich versuchen zu pushen und wegzufahren? Oder soll ich Speed rausnehmen und versuchen, die Position zu halten? Ich habe mich dann für das Pushen entschieden, weil ich Überschuss hatte gegenüber den anderen. Ich konnte Marini überraschen und bin an ihm vorbeigegangen.“

Nur Marini in Motegi am Ende zu stark

Doch abschütteln ließ sich der Italiener nicht. Wenige Runden vor dem Renn-Ende kassierte er Lüthi wieder ein. „Am Ende hatte er noch eine Reserve, die ich mit dem Hinterreifen schon verbrannt hatte“, analysiert der Schweizer. Doch er jubelte über Platz zwei und damit sein 50. Podium in der Moto2-Klasse.

Für die letzten drei Rennen der Saison hofft er, diese Form beibehalten zu können. „Es war nicht einfach und mein Team und ich hatten ein paar Schwierigkeiten in den letzten Rennen. Hier konnte ich endlich wieder mit den Top-Fahrern mithalten. Ich danke meinem Team für die harte Arbeit, und dass ich endlich wieder auf dem Podium stehen kann“, zeigt sich Lüthi erleichtert.