Seit seinem Sturz in Misano hat Marcel Schrötter hart am Heilungs-Prozess gearbeitet. Jetzt plant er sein Renn-Comeback in Thailand, muss aber auf das Go der Ärzte warten.

Nach zwei verpassten Rennen will Marcel Schrötter am kommenden Renn-Wochenende in Thailand sein Comeback geben. Im dritten Freien Training von Misano vor knapp drei Wochen hatte sich der deutsche Moto2-Pilot mehrere Brüche im rechten Schlüsselbein zugezogen. Er wurde noch am selben Abend operiert, die Frakturen mit einer Platte und fünf Schrauben fixiert.

Sowohl das Rennen in Misano als auch in Aragon musste der 26-Jährige daraufhin auslassen. Beim Großen Preis von Thailand hofft er jedoch auf die Renn-Freigabe der Ärzte vor Ort und ein Ende der Verletzungspause. Mit Eis-, Magnetfeld- und Physiotherapie hat Schrötter seit Tagen akribisch auf seine Rückkehr in Buriram hingearbeitet.

„Mir geht es gut. Ich habe jeden Tag Physiotherapie gemacht und alles probiert, was bei der Heilung helfen kann“, betont der Deutsche. „Ich konnte erst die letzten zwei Tage wieder beginnen, mit dem Rennrad zu trainieren. Und ich habe zu Hause Kraft- und Balance-Training gemacht. Nach der OP musste ich die Schulter zwei Wochen lang so ruhig wie möglich halten. Daher war es wichtig, jetzt wieder an meiner Fitness zu arbeiten.“

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum Aragon-GP

Schrötter visiert Top 5 in der Moto2-WM an

Zwar spüre er noch die OP-Narbe, ansonsten fühle er sich aber gut. Zusätzlichen Schutz und Stabilität soll ihm ein maßgeschneiderter Protektor für seine Schulter geben. „Ich weiß noch nicht, wie es in Thailand funktionieren wird mit der Schulter. Vor allem beim Bremsen“, gibt Schrötter zu. „Ich werde es einfach probieren, Spaß haben und es genießen, dass ich wieder dabei bin. Dann müssen wir von Rennen zu Rennen schauen.“

In der WM-Wertung ist der Deutsche wegen der Zwangspause auf Platz acht abgerutscht. Sein Rückstand auf die Spitze ist auf 97 Punkte angewachsen. Doch die Top 5 sind mit 44 Zählern Rückstand noch in Reichweite. „Wir haben jetzt schon zwei Rennen verloren. Das heißt, in der Meisterschaft spielen wir keine große Rolle mehr. Klar, können wir es noch in die Top 5 schaffen. Das soll auch weiterhin das Ziel sein“, so Schrötter.

Sein Intact-Teamkollege Tom Lüthi rangiert bei noch fünf zu fahrenden Rennen in der WM auf Platz vier. Ihm fehlen 44 Punkte auf Leader Alex Marquez. In Thailand wird Lüthi den Chang International Circuit zum ersten Mal auf einer Moto2-Maschine erkunden. Denn bei der Premiere im Vorjahr fuhr er noch MotoGP.

Lüthi mit perfekter Abstimmung vorne dabei?

„Aber natürlich kenne ich die Strecke schon von der MotoGP. Wir hatten dort Tests letztes Jahr, und dann das Renn-Wochenende“, blickt der Schweizer zurück. „Vom Layout her ist die Strecke cool, ich mag sie sehr. Es wird sicher heiß werden dort. Wichtig wird sein, dass wir in den Trainings möglichst früh eine Abstimmung mit dem Motorrad finden. Und dann eine gewisse Konstanz über das Wochenende damit durchziehen können.“

Nach einigen schwierigen Rennen kam Lüthi der Spitzengruppe zuletzt wieder näher. In Thailand hofft er, die Lücke weiter zu schließen. „Wir haben viele Dinge in Aragon gelernt und weitere Schritte vorwärts gemacht. Wir sind näher herangekommen. Obwohl es dann in der zweiten Rennhälfte nicht mehr gereicht hat, um ganz vorne mit der Spitzengruppe mitzufahren. Das wollen wir versuchen besser hinzubekommen!“