In Barcelona wird seit 2016 eine alternative Variante von Kurve 10 gefahren. Nach dem neuerlichen Massensturz kritisiert MotoGP-Star Valentino Rossi diese scharf.

Infolge des viel diskutierten Vierfach-Sturzes in Runde zwei des MotoGP-Rennens von Barcelona geriet nicht nur Unfallverursacher Jorge Lorenzo unter Beschuss, sondern auch die Kurve 10, in der das Drama passierte. Schon in der Vergangenheit ereigneten sich hier folgenschwere Rennstürze. 2016 etwa nahm Andrea Iannone (damals Ducati) Lorenzo auf ganz ähnliche Weise aus dem Rennen.

Lorenzo selbst betonte nach seinem Ausrutscher beim diesjährigen Großen Preis von Katalonien, wie schwierig diese Kurve zu fahren sei: „Es ist eine knifflige Kurve, das sage ich immer. Es ist eine sehr enge Haarnadel und man hat keine Wahl, wenn man ein wenig zu spät bremst.“ Sie gehörte nicht immer zum Streckenlayout in Barcelona, sondern wurde erstmals 2016 eingesetzt .

Nach dem tödlichen Unfall des Moto2-Fahrers Luis Salom im gleichen Jahr passte man das Layout aus Sicherheitsgründen an und orientierte sich dabei an der Formel-1-Version – auch bei der letzten Schikane. Während diese nach einer Anpassung der Streckenmauer 2018 wieder aufgegeben und zur alten Kurve 13 zurückgekehrt wurde, blieb die Kurve 10 in der Formel-1-Variante bestehen.

Barcelona: Der Crash in Kurve 10

Rossi schimpft: „Wie auf einem Supermarkt-Parkplatz“

Vor allem Yamaha-Star Valentino Rossi ist sie nach dem erneuten Zwischenfall ein Dorn im Auge: „Ich weiß nicht, was passiert ist. Denn eigentlich wollte man in den letzten beiden Kurven doch zum normalen Layout für Motorräder zurückkehren. Sie haben viel Arbeit in die Auslaufzonen gesteckt. Also warum fahren wir diese alternative Kurve 10? Ich wünsche mir die langgezogene Linkskurve zurück.“

„Diese Kurve ist wie auf einem Supermarkt-Parkplatz. Für mich gehört sie nicht auf eine Rennstrecke. In einer Kurve wie dieser kann leicht etwas passieren“, schimpft Rossi weiter.

Marquez widerspricht Rossi

Honda-Konkurrent Marc Marquez wendet jedoch ein, dass es auch auf anderen Strecken im Kalender solche Kurven gebe. Und er erinnert an den Grund, warum man das Layout in Barcelona auf diesen Verlauf geändert hat.

„Wie viele solcher Kurven haben wir in Austin? Wie viele davon in Österreich? Ich denke, es ist nur eine weitere Kurve und man muss sie verstehen. Das Wichtigste ist, dass das Layout aus Sicherheitsgründen angepasst wurde. In der anderen Kurve, der ursprünglichen Version, ist die Mauer sehr nah. 2015 war ich dort selbst im Kies und hatte Mühe, die Mauer zu vermeiden“, erinnert sich Marquez.

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Zu wenig Platz: Dovizioso erklärt das aktuelle Layout

Ähnlich äußert sich Ducati-Pilot Andrea Dovizioso: „Diese Kurve ist sicherlich nicht die beste, aber hier geht es um die Sicherheit. Es gibt auf der Außenseite nicht genug Platz: Und es gibt auch nicht genug Möglichkeiten, diesen Platz zu vergrößern, weil es bergab geht. Das ist also der Grund, warum wir dieses Layout verwenden.“ Wie Rossi wurde auch „Dovi“ in Kurve 10 von Lorenzo abgeräumt.

Nur eine Runde zuvor kam es dort in diesem Jahr zur Kollision zwischen den Aprilia-Fahrern Bradley Smith und Aleix Espargaro. Smith erhielt daraufhin eine Strafe. Auch er sieht die Kurve kritisch und plädiert auf eine Zwischenlösung: „Vielleicht treffen wir uns in der Mitte von dem, was wir jetzt haben, und dem, was wir vorher hatten. Aber wir müssen uns von den Mauern fernhalten.“

„Man kann nicht zulassen, dass Fahrer mit dieser Geschwindigkeit auf die Mauer zusteuern. Wir müssen auch bedenken, dass es an diesem Wochenende viele Unfälle gab. Also müssen wir beide Optionen abwägen. Das ist jedoch nichts, was ich tun kann. Das hängt mehr von den aktuellen GP-Fahrern und der Rennleitung sowie Franco Uncini ab“, sagt Smith mit Blick auf eine Layout-Anpassung.

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