Hatte sich Valentino Rossi auf dem Sachsenring noch erfolgreich in Q2 kämpfen können, war auf P11 Schluss für ihn. Eine Podest-Chance ist nicht nur deshalb gering.

Für Yamaha-Pilot Valentino Rossi ist es in dieser MotoGP-Saison schon fast zur Gewohnheit geworden, in Q1 antreten zu müssen, um es in die nächste Runde der schnellsten Zwölf zu schaffen. Das war auch am Qualifying-Samstag auf dem Sachsenring wieder der Fall. Zwar schaffte Rossi als Führender der Session den nachträglichen Q2-Einzug, konnte sich dann aber nicht mehr steigern.

Am Ende sprang für den „Doktor“ nur Startplatz elf heraus. Fast eine Sekunde fehlte dem Italiener auf die Rekord-Pole von Sachsenring-Dauersieger Marc Marquez (Honda). Auch auf die beiden Markenkollegen Fabio Quartararo und Maverick Vinales in Reihe eins war der Rückstand groß. „Meine Pace ist nicht schlecht. Wir haben etwas am Motorrad verändert, sodass wir uns etwas steigern konnten“, hält Rossi fest.

„Aber mit dem weichen Reifen haben wir Probleme, damit bin ich auf eine Runde gesehen nicht wirklich schnell. Dennoch habe ich es in Q2 geschafft. Leider ist mir gegen Ende von Q1 ein kleiner Sturz passiert. Mein Team hat einen tollen Job gemacht und das Motorrad in der vorgegebenen Zeit repariert, sodass ich dasselbe Bike wieder benutzen konnte. Trotzdem hatte ich in Q2 einige Probleme, mir fehlte der Speed.“

Rossi versucht, Q1-Sturz zu erklären

Warum genau er in Kurve 1 stürzte, kann Rossi nur mutmaßen: „Ich habe die Daten noch nicht gesehen. Aber ich denke, ich war am Kurveneingang zu schnell. Mir war bereits eine gute Runde gelungen. Ich wollte es noch einmal versuchen. Dann hatte ich eine leichte Vibration am Vorderrad und bin weggerutscht“, erklärt er. Was bedeutet der Start aus Reihe vier für seine Rennaussichten?

„So weit hinten zu starten, ist immer schwierig, aber insbesondere auf dieser Strecke ist es nicht leicht. Doch meine Pace ist nicht zu schlecht. Außerdem sieht es so aus, als würden die Bedingungen anders sein. Wir müssen verstehen, ob es nass, trocken oder kalt ist. Wichtig wird auch die Reifenwahl sein, die sich mit kühleren Temperaturen sehr stark ändert.“ Genau diese sind am Rennsonntag laut Prognose zu erwarten.

Im Vergleich zu Assen vor einer Woche fühlt sich Rossi trotz der suboptimalen Ausgangsposition insgesamt besser. „Was die Pace angeht, bin ich etwas stärker“, sagt er. „Wir haben an der Balance und der Abstimmung gearbeitet, damit scheine ich etwas konkurrenzfähiger zu sein. Aber ich muss von weit hinten starten, deshalb wird es mit Sicherheit ein schwieriges Rennen.“

Die Top 4 zu schnell für den „Doktor“

Die Chancen auf ein Podest wie im Vorjahr, als Rossi Zweiter wurde, schätzt er nicht nur deshalb als gering ein. „Natürlich kann im Rennen alles passieren, aber die ersten Vier sind stärker und dahinter, ab dem fünften Platz, haben alle eine recht ähnliche Pace, mit Ausnahme von Mir, der ein wenig besser ist. Deshalb wird ein Podium schwer, weil die ersten Vier stärker sind als alle anderen“, schätzt der Yamaha-Pilot die Lage ein.

Angesprochen auf das aktuelle Verhältnis zu seiner M1 zieht der „Doktor“ einen interessanten Vergleich: „Ich denke, die Beziehung mit dem Motorrad gleicht mehr der Beziehung mit der Freundin als der Mutter. Leider. Denn normalerweise sagt deine Mutter zu allem Ja und ist immer bereit, dir zu helfen. Bei der Freundin ist das etwas schwieriger. Manchmal ist es okay, manchmal nicht. Mit dem Motorrad ist es ganz ähnlich.“

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