Valentino Rossi müht sich beim Deutschland-Grand-Prix auf einen achten Platz und ist 20 Sekunden langsamer als 2018. Die falsche Reifenwahl ist nur Teil der Erklärung.

Für Valentino Rossi, der auf dem Sachsenring fünf Mal gewonnen hat, davon vier Mal in der Königsklasse, war die 2019er Ausgabe des Grand Prix von Deutschland eine zähe Angelegenheit.

Nachdem er im Qualifying am Samstag in den Schlussminuten von Q1 gestürzt war, hatte es „The Doctor“ trotzdem als Schnellster dieser Session nachträglich ins Q2 geschafft. Dort aber trat er nicht mit dem Ersatzmotorrad an, sondern mit seinem Einsatzmotorrad, mit dem er wenige Minuten zuvor in Kurve 3 gestürzt war. Mehr als Startplatz 11, noch hinter dem verletzten und stark auftrumpfenden Takaaki Nakagami auf der Vorjahres-Honda, war nicht drin.

Im Rennen am Sonntag kam Rossi auf P8 ins Ziel. Über nahezu die gesamte Distanz von 30 Runden fuhr der Yamaha-Pilot in einer größeren Gruppe, konnte aber keine Akzente setzen. Zu dieser Gruppe gehörte unter anderem Rossis VR46-Zögling Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha; 9.), dem er zunächst lange folgte und den er am Ende knapp hinter sich ließ.

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20 Sekunden langsamer als im Vorjahr

Auf den einmal mehr souveränen Sieger Marc Marquez (Honda) fehlten Rossi am Ende aber mehr als 19 Sekunden. Und im Vergleich zu seiner eigenen Rennzeit von 2018 war Rossi 20 Sekunden langsamer, Marquez hingegen nur drei.

Immerhin: Nach zuletzt drei Ausfällen in Folge (Mugello, Barcelona und Assen) kam Rossi nun erstmals seit Mai wieder ins Ziel. Damit hat er es vermieden, erstmals in seiner Karriere vier Nullnummern hintereinander zu schreiben. Luftsprünge macht er nach seinem achten Platz aber nicht.

„Ich bin heute ins Ziel gekommen, aber es war ein schwieriges Rennen“ so Rossi und weiter: „Leider war ich wieder einmal nicht schnell genug. Das müssen wir verstehen und analysieren. Im vergangenen Jahr waren die fünf Rennen vor der Sommerpause der bessere Teil meiner Saison gewesen. Ich fuhr damals ein paar Mal auf das Podest und war konkurrenzfähig.“

„In diesem Jahr aber tun wir uns speziell seit vier Rennen sehr schwer. Dass ich diesmal 20 Sekunden langsamer war als 2018 ist sehr schwer zu verstehen. Wir müssen herausfinden, warum das so war“, nimmt Rossi sich selbst und speziell seine Hälfte des Yamaha-Werksteams in die Pflicht. Bei Teamkollege Maverick Vinales läuft es seit eben diesen vier Rennen deutlich besser. Auf seinen Assen-Sieg von vor einer Woche ließ der Spanier diesmal einen zweiten Platz folgen.

Falsche Reifenwahl nur ein Teil der Erklärung

Bezüglich der Reifenwahl für den Deutschland-Grand-Prix hat sich Rossi am Hinterrad genau wie Sieger Marquez für die Medium-Mischung entschieden. Am Vorderrad hatte der Yamaha-Pilot wie der Großteil des Feldes ebenfalls Medium montiert, Marquez aber die Hard-Mischung.

„Anhand unserer Kalkulationen waren wir davon ausgegangen, dass die Hard-Mischung die Distanz nicht überstehen würde“, bemerkt Rossi. „Deshalb haben wir den Medium-Reifen gewählt. Der aber hatte anfangs nicht viel Grip und auch am Ende hatte ich große Probleme. Abgesehen von den Reifen haben wir aber irgendein anderes Problem, denn ich konnte das Motorrad nicht so fahren wie noch vor einem Jahr.“

In der MotoGP-Gesamtwertung 2019 geht Rossi als Tabellensechster in die Sommerpause. Im Yamaha-internen Duell ist er jetzt hinter Teamkollege Vinales zurückgefallen. An den WM-Titel denkt mit 100 beziehungsweise 105 Punkten Rückstand auf Marquez aber keiner der beiden mehr.

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