Valentino Rossi spielt im Qualifying zum Frankreich-Grand-Prix in Le Mans seine ganze Routine aus und startet zwei Reihen vor Maverick Vinales

Für Yamaha-Pilot Valentino Rossi war das bei wechselhaften Bedingungen ausgetragene Qualifying zum Grand Prix von Frankreich in Le Mans eine Gelegenheit, seine geballte MotoGP-Erfahrung auszuspielen.

Nachdem „The Doctor“ in der kombinierten Zeitenliste der ersten drei Freien Trainings nur auf P14 geführt wurde, musste er im Qualifying bereits in Q1 ran. Die Piste war bei Nieselregen überwiegend feucht. Der 40-jährige Rossi aber ging bei Öffnung der Strecke als einziger das Risiko ein, mit Slicks zu fahren. Dieses Risiko zahlte sich aus. Mit 1:37,667 Minuten hatte Rossi am Ende von Q1 satte 1,5 Sekunden Vorsprung auf seinen ersten Verfolger – den aus der eigenen VR46-Akademie kommenden Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha).

Grand Prix de France: Das Qualifying der MotoGP

„Heute war es sehr wichtig, den Sprung ins Q2 zu schaffen“, sagt Rossi und erklärt: „Wenn ich wie in Jerez wieder nur aus der fünften Reihe hätte starten müssen, wäre es zwar nicht vorbei gewesen, aber das hätte das Rennen doch deutlich schwieriger gemacht.“

Zweimal Risiko mit Slicks

Dass er es direkt mit Slicks probierte, führt Rossi auf „zwei Hauptgründe“ zurück, wie er sagt: „Erstens habe ich in diesem Jahr bei wechselhaften Bedingungen ein etwas besseres Gefühl, weil wir an der Abstimmung des Bikes und auch an der Elektronik etwas verbessert haben. Das fiel mir schon in Austin auf. Zweitens hatte ich im nassen vierten Freien Training [Platz zehn] das Gefühl, dass das Maximum der Regenreifen erreicht ist. Schneller wäre es nicht gegangen.“

Nachdem er sich in Q1 dank seiner Slick-Strategie klar durchgesetzt hatte, setzte Rossi in Q2 erneut auf Risiko und ging abermals direkt mit Slicks auf die Strecke. Diesmal reichte es aber nicht für P1. Der Regen war inzwischen stärker geworden und so musste Rossi einsehen, dass mit Slicks nichts zu holen sein würde: „Ich dachte, wenn mir gleich zu Beginn zwei Runden gelingen, könnte es vielleicht für die Pole-Position reichen. Doch leider war die Strecke schon zu nass.“

So ließ der Yamaha-Pilot dann doch auf Regenreifen umrüsten. Im Verlauf der chaotischen Session, in der Polesitter Marc Marquez, der Drittschnellste Jack Miller sowie Takaaki Nakagami (LCR-Honda; 7.) und Pol Espargaro (KTM; 12.) allesamt stürzten, brachte es Rossi noch auf P5 und damit den fünften Startplatz für das Rennen am Sonntag. Für das Rennen hofft er „auf Trockenheit, weil das Fahren dann mehr Spaß macht“.

Pech für Vinales

Während Rossi seines Ausgangsposition für das Rennen angesichts der schwierigen Umstände rückblickend als „perfekt“ bezeichnet, lief es für Teamkollege Maverick Vinales weniger gut. Nachdem er sowohl im zweiten als auch dritten Freien Training der Schnellste gewesen war, schaffte es der Spanier in Q2 nur auf P11. Er startet am Sonntag sechs Positionen und somit zwei Reihen hinter Rossi.

„Es gab heute positive Anzeichen vom Motorrad“, sagt Vinales, „das Negative ist aber, dass ich nur als Elfter starten werde“. Ein Risiko wie Rossi ging Vinales in Q2 nicht ein. „Wir wussten nicht, ob es trocken oder nass sein würde und haben somit drei Runden verloren“, bedauert der Spanier, der sich für das Rennen trotzdem Hoffnungen macht: „Mein Rhythmus ist gut. Mit einem guten Start sollte noch etwas möglich sein.“

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