Während zwei Ducatis in Aragon auf dem Podest stehen, fährt Danilo Petrucci sein schlechtestes Saison-Ergebnis ein – und sucht nach Gründen für seine Formkrise.

Für Danilo Petrucci reichte es nach einem enttäuschenden 14. Startplatz auch im Aragon-Grand-Prix nur zu Rang zwölf. Während sein Ducati-Teamkollege Andrea Dovizioso ganze acht Plätze gutmachen konnte und als Zweiter auf dem Podest stand, schaffte Petrucci noch nicht einmal den Sprung unter die besten Zehn.

Besonders bitter für den Italiener: Mit Pramac-Pilot Jack Miller, der in Aragon Dritter wurde, nahm sogar noch ein zweiter Ducati-Fahrer neben Dovizioso und Renn-Sieger Marc Marquez (Honda) auf dem Treppchen Platz. Knapp eine halbe Minute fehlte Petrucci im Ziel auf seinen Teamkollegen, knapp zwei Sekunden auf die Top 10.

„Es war ein wirklich schlechtes Rennen. Ich kann keine positiven Punkte nennen“, resümiert der 28-Jährige entsprechend schonungslos. „Aber vielleicht haben wir verstanden, wo das Problem ist, und können daran arbeiten. Wir müssen etwas ändern. Denn bei diesen Bedingungen, wenn Grip fehlt, kann ich meine gewohnte Pace nicht fahren.“

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Petrucci kann Brems-Vorteil nicht ausspielen

Vor allem am Kurven-Eingang klagt Petrucci über Probleme. „Das ist auch der Hauptgrund dafür, dass ich zu Beginn der Saison schneller war als jetzt. Das können wir nur lösen, indem wir das Set-Up anpassen. So ist es für mich im Moment schwierig, schnell zu sein.“ Aber woran genau liegt es, dass er seiner eigenen Form aktuell hinterherfährt?

„Meine Stärke liegt darin, das Motorrad in Schräglage abzubremsen. Das hat mir geholfen, ein Rennen zu gewinnen. So konnte ich in Le Mans aufholen, war am Sachsenring, in Assen und Barcelona schnell. Aber momentan fehlt mir die nötige Traktion am Hinterrad, wenn ich die Bremse löse“, nennt Petrucci den Knackpunkt.

Sein üblicher Fahrstil funktioniert folglich nicht mehr. „Ich muss in den Kurven härter bremsen und anders ans Gas gehen. Das heißt, ich muss die Art und Weise, wie ich die Kurven nehme, komplett ändern. Und das ist nicht einfach. Wir müssen auch an der Balance des Motorrads arbeiten, um unter diesen Bedingungen weniger zu leiden.“

WM-Platz drei weiterhin in Reichweite

„Abgesehen von Silverstone fehlte es auf jeder Strecke in den letzten vier Rennen an Traktion“, erklärt der Ducati-Pilot weiter. „Das ist keine Entschuldigung, aber mir macht es das Leben schwer. Denn wenn man vom Hinterreifen nicht genug Feedback bekommt, lässt sich das Motorrad nicht so abbremsen, wie man es gewohnt ist.“

Um eine Lösung zu finden, will Petrucci die Daten gemeinsam mit Ducati und den Ingenieuren im Werk genau analysieren. „Wir kämpfen noch immer um Platz drei in der Weltmeisterschaft, aber die letzten vier Rennen waren nicht gut. Dieses Mal denke ich, dass wir einige Ideen haben, was zu tun ist, um zu alter Stärke zurückzufinden.“

Anhand der Ergebnisse seiner Markenkollegen schöpft Petrucci Hoffnung. „Man sieht, dass es möglich ist. Denn hier standen zwei Ducatis auf dem Podest. Dort will ich auch wieder hin. In der WM geht es hinter Marc eng zu. Es wird also nicht einfach. Aber zu Beginn hätte uns kaum jemand zugetraut, überhaupt um Platz drei zu kämpfen!“