Danilo Petrucci bedankt sich nach seinem ersten MotoGP-Sieg für die „elterliche“ Hilfe von Andrea Dovizioso und ärgert sich, dass der zurückziehen musste.

Danilo Petruccis erster MotoGP-Sieg war eine hochemotionale Sache. Der im Winter vom Ducati-Kundenteam Pramac ins Werksteam aufgestiegene Italiener setzte sich beim Grand Prix von Italien in Mugello im packenden Finish der Top 4 gegen WM-Spitzenreiter Marc Marquez (Honda), seinen eigenen Ducati-Teamkollegen Andrea Dovizioso und Alex Rins (Suzuki) durch.

Die entscheidende Szene des Rennens war, als Marquez eingangs der letzten Runde von dritter Stelle kommend auf der Außenbahn von Kurve 1 an beiden Ducati-Piloten vorbei wollte. Zu dritt nebeneinander ging es in die Kurve. Marquez, der leicht mit Petrucci kollidierte, verlor Schwung. Dovizioso musste sein Bike aufrichten, um seinerseits eine Kollision mit „Petrux“ zu verhindern.

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„Es tut mir leid, dass Andrea sein Motorrad aufrichten musste. Ich wusste aber, dass ich heute eine große Chance hatte, meinen ersten Sieg zu holen“, so Petrucci, der das Manöver aus seiner Sicht schildert: „Andrea hat die Tür zugemacht, doch ich war innen. Das Manöver tut mir leid. Andrea ist der letzte Mensch auf der Welt, den ich dazu bringen will, sein Motorrad aufzurichten.“

„Doch mein Ziel war es, in diesem Jahr ein Rennen zu gewinnen und heute hatte ich gute Chancen, das zu schaffen“, so „Petrux“, der gesteht, dass ihm eine große Last von den Schultern gefallen ist: „Ich bin jetzt entspannter. Jetzt können wir uns darauf konzentrieren, das Motorrad zu verbessern und zu versuchen, mit Andrea den WM-Titel zu gewinnen.“

„Andrea hat mich adoptiert wie ein großes Kind“

Nicht aufgrund des unglücklichen Three-Wide-Manövers in Kurve 1, bei dem Dovizioso den Kürzeren zog, sondern aufgrund dessen Hilfe seit dem Winter, widmet Petrucci den ersten MotoGP-Sieg seiner Karriere seinem Ducati-Teamkollegen.

„Ich möchte diesen ersten Sieg Andrea widmen, der mich im Winter adoptiert hat wie ein Kind. Vielleicht sollte ich besser sagen, wie einen Bruder. Oder wie ein sehr großes Kind“, lacht der Mugello-Sieger und bezeichnet die Zusammenarbeit im Ducati-Werksteam als „unglaublich“.

Dovizioso bestätigt dies: „Ich freue mich sehr für Danilo, denn wir arbeiten eng zusammen. Ich wusste, dass er das Potenzial hat. Das habe ich seit Beginn der Saison schon in vielen Interviews gesagt. Ich habe aber auch gesagt, dass er etwas lernen muss. Und er hat gelernt.“

„Zu Beginn der Saison gab es ein Meeting. Darin wurde gesagt, dass ein Sieg das erklärte Ziel ist. Ich sollte aber keine merkwürdigen Sachen mit Andrea veranstalten“, erinnert sich Petrucci und kommt unweigerlich wieder auf die Szene in Kurve 1 der letzten Runde zu sprechen.

„In meinen Augen gab es da eine Lücke. Ich habe mein Bestes versucht. Während der Rennen habe ich in der Vergangenheit schon viele solche Manöver gezeigt“, so „Petrux“, um sich zu zu rechtfertigen: „Dieses Mal gab es kein Meeting. Sie meinten, ich soll versuchen, das Rennen zu gewinnen.“

„Dovi“ glaubt nicht an rasche Vertragsentscheidung

Für die kommenden Monate hat der Premierensieger schon einen Plan parat: „Wir verfolgen in diesem Jahr zwei unterschiedliche Ziele. Es tut mir leid, dass Andrea einige Punkte verloren hat. Jetzt müssen wir als Team an das Ziel für dieses Jahr denken. Wir sind das beste MotoGP-Team. Das bestätigen die Punkte in der Weltmeisterschaft. Wir werden jetzt daran arbeiten, auch am Ende des Jahres das beste Team zu sein.“

Seine Vertragsverlängerung hat Petrucci mit seinem ersten Sieg aber noch nicht unter Dach und Fach gebracht. Teamkollege Dovizioso sagt: „Soweit ich weiß, ist das nicht so und ich glaube auch nicht, dass es schon bald eine Entscheidung geben wird.“

„Ducati kann es sich leisten, zu warten. Deshalb glaube ich, dass sie sich nicht so bald entscheiden werden, aber dieses Rennergebnis wird bei der Entscheidung sicherlich eine große Rolle spielen“, so Dovizioso.

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