Die Verletzung heilt schnell – doch wird Pol Espargaro schon zum Thailand-Grand-Prix wieder fit? Der KTM-Pilot ist optimistisch, und rekapituliert seinen Sturz von Aragon.

Auf dem Weg der Besserung: Nach seinem Sturz im vierten Freien Training zum Aragon-Grand-Prix peilt Pol Espargaro bereits beim Großen Preis von Thailand seine Rückkehr an. Der KTM-Pilot war in Spanien per Highsider gestürzt und hatte sich einen Bruch im linken Handgelenk zugezogen. Auf seine Teilnahme am MotoGP-Rennen musste er daraufhin verzichten.

Stattdessen wurde der Spanier ins Krankenhaus nach Barcelona gebracht, eingehend untersucht und auch gleich operiert. Im Interview mit ‚MotoGP.com‘ verrät er: „Die Wahrheit ist, dass alles sehr schnell heilt, weil ich erst kürzlich operiert wurde. Ich fühle mich ziemlich gut und möchte, wenn auch sehr vorsichtig, in Thailand zurückkommen.“

Obwohl die Ärzte und Physiotherapeuten ihm geraten hätten, sich weiter auszuruhen, müsse er sich deshalb schon jetzt entsprechend vorbereiten. „Ich versuche, so viel wie möglich zu machen. Aber ich weiß nicht, ob es ausreichen wird, um nach Thailand zu kommen. In diesen wenigen Tagen denke ich jedoch, dass die Entwicklung gut ist und ich bin sehr positiv“, so Espargaro.

Comeback in Thailand womöglich zu früh?

Zugleich räumt der Spanier ein: „Was wir tun ist, die Verletzung bis an die Grenze zu bringen. Und das sind Dinge, die Menschen normalerweise nicht tun – und es wird daher auch nicht empfohlen, sie zu tun. Deshalb ist es für die Ärzte schwierig, irgendwelche Prognosen zu machen. Aber die Wahrheit ist, dass ich mich gut fühle.“

„Natürlich weiß ich nicht, wie gut ich sein werde. Aber für mich ist es wichtig, in Thailand zu sein und kein Rennen zu verpassen. Ich habe bereits das Rennen in Aragon verpasst. Und es ist wichtig für mich und das Team, dass wir so schnell wie möglich weitermachen“, drängt der KTM-Pilot auf eine zügige Rückkehr.

Den ursächlichen Sturz hat der 28-Jährige noch genau in Erinnerung. „Ich verließ die Box mit einem neuen harten Reifen am Ende des vierten Freien Trainings. Ich hatte Jorge (Lorenzo, Anm. d. Red.) hinter mir. Ich ließ ihn vorbei und ging nur leicht von der Linie. Ich pushte also nicht sofort, als ich aus der Box kam.“

Espargaro: So passierte der folgenschwere Sturz

„Ich entspannte mich und meine Position auf dem Motorrad war nicht richtig, als ich in die Kurven 8/9 einbog. Das reichte aus, um mich abzuwerfen. Es war ein sehr hässlicher Unfall, den ich nicht kommen sah. Wenn Du einen Aufprall erwartest, bereitest Du Deinen Körper vor und spannst ihn an, bevor du auf den Boden schlägst. Aber dafür war keine Zeit.“

In der Folge prallte Espargaro so unglücklich auf den Asphalt, dass er sich das linke Handgelenk verletzte. „Die Verletzungen, die normalerweise in diesen Fällen auftreten, sind die schlimmsten. Und es macht Dich wütend, weil es die dümmsten Momente sind, in denen sie passieren können“, ärgert sich Espargaro im Rückblick.

Was besonders schmerzt: Der Sturz platzte in eine Phase des Aufschwungs. Denn nach Rang sieben in Misano präsentierte sich Espargaro auch in Aragon bis zum Unfall stark. Das bestätigt auch der KTM-Pilot selbst: „Das Niveau, auf dem wir uns jetzt befinden, ist sehr hoch. Und das Motorrad funktioniert sehr gut.“

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Verletzung sorgt für Frust und Motivation zugleich

„Ich habe zweieinhalb Jahre lang so hart gearbeitet, um die Ergebnisse zu erzielen, die wir jetzt bekommen. Und es ist natürlich schwer, jetzt nicht fahren oder im nächsten Rennen fahren zu können, ohne im besten Zustand zu sein und nicht die besten Ergebnisse erzielen zu können. Aber am Ende denke ich etwas anders darüber“, erklärt Espargaro weiter.

Was der 28-Jährige damit meint? „Man muss dies als Anreiz, als zusätzliche Motivation nutzen, um zurückzukehren, wie es noch nie jemand zuvor getan hat. Und versuchen, vom ersten Tag an zurückzuschlagen – trotz der Schmerzen und der Tatsache, dass es eine Verletzung ist, die schwer zu überwinden ist. Aber wenn man hart arbeitet, ist es nicht so ernst, wie jeder denkt.“

Entsprechend hoch sind seine Ziele für den Rest der MotoGP-Saison. Vor allem an Franco Morbidelli, aktuell Zehnter in der Gesamtwertung, will er dranbleiben oder bestenfalls vorbei. „Wir waren die ganze Saison über sehr nah an ihm dran. Auch in der zweiten Hälfte haben wir sehr ähnliche Ergebnisse erzielt“, weiß Espargaro.

Espargaro will Saison auf WM-Platz zehn beenden

„Unser Ziel ist es also, weiter für die Top 10 zu kämpfen. Das Problem wird in Thailand liegen, wo wir wahrscheinlich Punkte gegen Franco verlieren. Weil ich denke, dass die Yamaha dort gut funktionieren wird und ich nicht im besten Zustand bin. Aber es kommen Strecken, die mir gefallen. Und ich denke, dass das Motorrad eine gute Leistung bringen wird.“

„Deshalb will ich in Thailand fahren“, unterstreicht der KTM-Pilot. Espargaros Plan: „Den Staub abschütteln und versuchen, das Rennen zu beenden. In Japan, Australien, Malaysia und vor allem in Valencia kann ich dann wieder voll angreifen. Und versuchen, die Saison auf dem Niveau zu beenden, auf dem wir zuvor die meiste Zeit waren.“