Fabio Quartararo kämpft in Assen mit starken Schmerzen im operierten rechten Arm. Er verbucht aber trotzdem erste Führungsrunden: „Bester Moment meines Lebens.“

Für den sensationellen MotoGP-Rookie Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) war das achte Rennen seiner Karriere in der Königsklasse das bisher schwierigste.

Dies liegt nicht etwa am Rückstand, den er nach den 26 Runden der Dutch TT in Assen auf den siegreichen Yamaha-Werkspiloten Maverick Vinales aufwies. Vielmehr war es für Quartararo ein körperlich extrem anstrengendes Rennen, von dem er nicht geglaubt hatte, dass er es überhaupt würde beenden können.

„Speziell die erste Rennhälfte war wirklich kräftezehrend. Auf der Gegengerade wackelte mein Motorrad wie verrückt“, sagt Quartararo. Zum bereits dritten Mal in seiner noch jungen MotoGP-Karriere startete er von der Pole-Position und kam schließlich hinter Vinales und dem Zweitplatzierten Marc Marquez (Honda) als Dritter ins Ziel.

Das Rennen der MotoGP: Motul TT Assen

Starke Schmerzen im operierten rechten Arm

Vor knapp vier Wochen hatte sich Quartararo einer Operation am rechten Arm unterzogen, um das Armpump-Problem zu beheben. Keine zwei Wochen nach dem Eingriff fuhr er in Barcelona auf die Pole-Position und anschließend zu Platz zwei im Rennen. Weitere zwei Wochen später aber fiel ihm die Arbeit in Assen wesentlich schwerer.

„Letzten Endes habe ich es geschafft, auf der meiner Meinung nach schwierigsten Strecke auf das Podium zu fahren. Meine körperliche Verfassung war aber…“, sucht Quartararo nach Worten und offenbart: „Sonntagmorgen war ich mir sicher, dass ich das Rennen nicht beenden kann. Denn ich wachte wie schon letzte Nacht von Schmerzen geplagt auf. Am Nachmittag habe ich dann ein paar Pillen genommen und damit ging es deutlich besser. Aber als Maverick an mir vorbeizog, war ich schon komplett zerstört.“

Vibrationen: Kombination aus Wind und falscher Linie

Die starken Vibrationen seiner Yamaha auf der Gegengerade erklärt Quartararo allerdings nicht mit seinem schmerzenden Arm, sondern: „Das war zum Teil mein Fehler. Als ich hinter Maverick und Marc lag, positionierte ich mich noch ein bisschen weiter innen.“

„Damit wurden die Vibrationen aber schon schlimmer. Letzten Endes war es eine Kombination aus dem Wind und meiner falschen Linie. Später fuhr ich an dieser Stelle weiter außen und das Bike lag damit wesentlich stabiler. Ich habe also etwas gelernt“, so der Rookie.

Erste Führungsrunden und eine Erinnerung

Allerdings lag Quartararo im Verlauf des Rennens längst nicht immer hinter Vinales und Marquez. Nachdem er die Führung beim Start zunächst an das Suzuki-Duo Alex Rins und Joan Mir verloren hatte, übernahm er in der dritten Runde die Spitze. „Zunächst einmal waren meine ersten Runden im Rennen viel besser als es bei den ersten Saisonrennen der Fall gewesen war“, spricht Quartararo auf seine Startschwäche an.

Dass er dann seine ersten Führungsrunden in der MotoGP-Klasse verbucht hat, bezeichnet der 20-jährige Rookie als „den besten Moment meines Lebens. Sogar noch besser als mein erster Podestplatz“. Warum? „Ich habe mich einmal dabei erwischt, wie ich daran dachte, dass ich als Kind ein Rennen hier gesehen habe und mich auf die Spitzengruppe konzentrierte.“

„Und nun war ich derjenige, der diese Gruppe anführte und es war mehr als nur eine Runde. Ich glaube, ich habe acht oder neun Runden geführt. Vielleicht sogar mehr (es waren zwölf und somit fast das halbe Rennen; Anm. d. Red.). Das war für mich ein ganz besonderes Gefühl. Dass es noch dazu wieder mit einem Podestplatz geklappt hat, freut mich natürlich sehr“, so der Petronas-Yamaha-Rookie.

Hoffnungsvoller Blick zum Sachsenring

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass er sogar mit „weniger als 90 Prozent“ Fitness ein derart starkes Rennen hingelegt hat, sehnt Quartararo schon den Tag herbei, an dem er wieder vollständig fit sein wird: „Ich freue mich darauf, bald wieder bei 100 Prozent zu sein.“

„Nach Barcelona hatte ich gedacht, dass ich hier schon bei 100 Prozent sein könnte. Aber das war nicht der Fall“, so Quartararo. Er gesteht: „Am Samstag tat mir der Arm sehr weh und es wurde mir jede Menge Flüssigkeit daraus entfernt. Als ich meine erste Runde fuhr, war ich bei weniger als 90 Prozent. Nach dem Deutschland-Grand-Prix gibt es eine längere Pause. Daher hoffe ich, in Brünn wieder bei 100 Prozent zu sein.“

Doch auch auf den bereits am kommenden Wochenende auf dem Programm stehenden Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring freut sich Quartararo. Denn er rechnet damit, dass ihm der rechte Arm dort weniger Schmerzen bereiten wird: „Wo ich mich mal ausruhen konnte, waren immer Linkskurven. Und am Sachsenring geht es ja quasi nur links herum. Marc wird dort sicherlich wieder schnell sein, aber was meine körperliche Verfassung betrifft, sollte es deutlich einfach werden als hier in Assen.“

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