Allen Gerüchten und Formtiefs zum Trotz: Valentino Rossis Feuer für die MotoGP ist noch nicht erloschen. Auch deshalb, weil immer neue Talente nachrücken.

Die Frage, ob Valentino Rossi der MotoGP auch nach 2020 als Fahrer erhalten bleiben wird, ist zum Dauerbrenner in der MotoGP geworden. Viel dürfte davon abhängen, wie konkurrenzfähig Yamaha mit dem Motorrad für die kommende Saison sein wird. Die Entwicklung hat bereits vor Wochen begonnen, als die Japaner den ersten Prototypen zum MotoGP-Test in Brünn mitbrachten.

„Das Gute ist, dass es ein 2020er-Bike gibt und das schon nicht schlecht ist“, betont Rossi im Gespräch mit ‚Sky Italia‘. „Wir haben schon zwei Tests damit absolviert, und es gibt noch viel zu tun. Es gibt einige Dinge, die bereits besser laufen und andere, die noch nicht laufen. Aber wir haben in Brünn angefangen. Genau wie die anderen und wie wir selbst, als wir noch gewonnen haben. Das ist also gut.“

Doch laut Rossi wird es mindestens noch bis Februar nächsten Jahres dauern, um den endgültigen Prototypen zu erhalten. „In der Zwischenzeit müssen wir einen guten dritten Teil der Saison absolvieren“, hofft Rossi auf einen erfolgreichen Saison-Abschluss. Auf WM-Platz sechs fehlen ihm vor dem Großen Preis von Thailand nur 19 Punkte auf den Drittplatzierten. Die Top 3 sind also noch drin.

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User-Umfrage: „Rossi hat es immer noch drauf“

Weiter in die Zukunft gesprochen, sagt er: „Die Ergebnisse des nächsten Jahres werden wichtig sein. Um zu verstehen, ob ich noch die Kraft und Geschwindigkeit habe, weiterzumachen oder nicht.“ Ende 2020 läuft sein Vertrag mit Yamaha aus. Dann ist Rossi 41 Jahre alt. Viele hoffen, dass er trotzdem weitermacht.

Dabei kamen schon in dieser Saison wiederholt Rücktritts-Gerüchte auf, weil gute Ergebnisse nach einem starken Auftakt mit zwei Podestplätzen ausblieben. Doch Rossi machte schnell klar, dass er seinen Vertrag erfüllen will. In einer Umfrage auf ‚Motorsport-total.com‘ hält das eine deutliche Mehrheit auch für richtig. Bei 1.953 abgegebenen Stimmen votierten 76 Prozent für „Ja, er hat es immer noch drauf“. 24 Prozent meinten „Nein, er sollte Ende 2019 aufhören“.

Rossi selbst verrät, dass er mit 40 Jahren immer noch so gerne aufs Motorrad steigt wie mit 30 oder 20. „Das Gefühl ist vom allerersten Rennen bis zum letzten Sonntag, diesem Sonntag, gleich“, sagt er. Trotzdem habe er sich als Fahrer und Person natürlich weiterentwickelt. „Wenn Du in ein bestimmtes Alter kommst, lehrt Dich das Leben, dass Du nicht besonders traurig sein musst, wenn etwas schief geht. Und nicht einmal besonders glücklich, wenn es gut läuft.“

Rossi über Quartararo: „Außergewöhnliches Talent“

Dennoch sei es für ihn nach so vielen Jahren noch immer ein großes Privileg, dieses Motorrad vor der Öffentlichkeit fahren zu können. Und zu versuchen, an die Spitze zu kommen“. Auch, wenn das zuletzt nicht mehr gelingen wollte – Rossi stand seit elf MotoGP-Rennen nicht mehr auf dem Podest – bleibt der Yamaha-Pilot ehrgeizig.

Die eigene Marken-Konkurrenz, allen voran Shooting-Star Fabio Quartararo, dient ihm als Ansporn. „Mir scheint, als ob derzeit alle Yamaha-Piloten gut in Form sind. Quartararo hat jedes Mal, wenn er raus auf die Streck geht, eine halbe Sekunde Vorsprung. Und Du bist auf dem gleichen Motorrad, musst also versuchen, alles zu geben. Um nicht zu weit zurückzuliegen“, erklärt Rossi.

„Auf der einen Seite ist es ärgerlich, weil wir uns alle gewünscht hätten, nicht in dieser Position zu sein. Aber auf der anderen Seite ist es schön, weil es uns alle dazu bringt, schneller zu werden.“ MotoGP-Rookie Quartararo attestiert der Altmeister ein außergewöhnliches Talent, das auch ihn überraschte. „Ich erwartete, dass er schnell ist. Aber nicht so. Er steigt aufs Motorrad und denkt an nichts. Er hat keine Vergangenheit mit negativen Erfahrungen. Und das hilft ihm.“