Valentino Rossi und Maverick Vinales hoffen, den Topspeed-Nachteil der Yamaha in Mugello, dem „Monte Carlo“ der MotoGP-Saison, kompensieren zu können.

Yamaha-Star Valentino Rossi kommt als Vierter der aktuellen MotoGP-Gesamtwertung 2019 zum ersten seiner zwei Heimrennen, dem Grand Prix von Italien in Mugello. Im vergangenen Jahr fuhr Rossi auf dem malerischen Kurs in der Toskana mit Streckenrekord auf die Pole-Position. Im Rennen aber musste er sich den beiden Ducati-Piloten Jorge Lorenzo und Andrea Dovizioso geschlagen geben und wurde Dritter.

Während Lorenzo inzwischen für Honda fährt und dort nach wie vor mit Umstellungsproblemen zu kämpfen hat, zählt Dovizioso, der 2017 in Mugello gewann, auch in diesem Jahr zu den Top-Favoriten. WM-Spitzenreiter Marc Marquez (Honda) hat in der Königsklasse bislang erst einmal (2014) in Mugello gewonnen, kommt vom Speed her aber bei fast jedem Rennen für den Sieg in Frage.

Rossi hingegen hatte nach Platz fünf zuletzt in Le Mans die Finger in die Wunde gelegt und den mangelnden Top-Speed der 2019er Yamaha M1 angeprangert. Macht sich „The Doctor“ angesichts der Charakteristik des Mugello Circuit nun Sorgen, auch am Sonntag nicht um einen Podestplatz oder gar den Sieg mitfahren zu können?

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Rossi und Vinales wollen Topspeed-Manko kompensieren

„Vor Beginn des Wochenendes ist das immer schwer einzuschätzen, weil jedes Jahr anders ist. Im vergangenen Jahr lief es nicht so schlecht. Ich war damals am gesamten Wochenende recht stark. Für dieses Jahr haben wir das Bike in einigen Bereichen verbessert, aber das gilt natürlich für alle Bikes im Feld“, sagt Valentino Rossi und gibt sich vorsichtig: „Es wird somit wieder einmal von den Details abhängen. Wir werden sehen.“

Angesprochen auf das Thema Top-Speed, sagt Rossi: „Die Yamaha lässt sich traditionell sehr gut fahren, aber es stimmt, dass wir auf den Geraden leiden. Auf dieser Strecke hier ist die Gerade natürlich sehr lang. Deshalb müssen wir für eine gute Rundenzeit in jeder Kurve das Maximum herausholen. Das werden wir auf jeden Fall versuchen und hoffen, am Sonntag konkurrenzfähig zu sein.“

Teamkollege Maverick Vinales, der unter anderem nach zwei unverschuldeten Stürzen in Termas de Rio Hondo und Le Mans aktuell nur auf Rang zehn der Gesamtwertung liegt, sieht es ähnlich: „Wenn wir hier irgendwo Nachteile haben, dann sicherlich in den Hochgeschwindigkeitspassagen. Ja, der Top-Speed ist etwas, womit wir zu kämpfen haben. Das Gute ist aber, dass wir nicht aus dem Stand beschleunigen müssen. Schauen wir mal, was wir erreichen können.“

Rossi: Mugello ist das „Monte Carlo“ der MotoGP-Saison

Wenngleich Misano aufgrund der Nähe zu seinem Heimatort Tavullia Valentino Rossis eigentliches Heimspiel im MotoGP-Kalender ist, so freut er sich auf Mugello immer mindestens genauso: „Mugello ist das Rennen in der Saison, das am speziellsten ist. Das gilt für mich selbst, aber ich glaube auch für alle anderen Italiener im Starterfeld. Es ist einfach ein historischer Ort für den Italien-Grand-Prix.“

Und Valentino Rossi geht sogar soweit, Mugello im MotoGP-Kalender mit Monte Carlo im Formel-1-Kalender zu vergleichen: „Monte Carlo ist ein ganz besonderer und historischer Ort. Das gilt auch für diesen Ort hier. Seit meiner ersten WM-Saison 1996 hat der Italien-Grand-Prix immer in Mugello stattgefunden. Dabei ist die Strecke noch viel geschichtsträchtiger, war schon in den 1970er Jahren sehr berühmt. Verändert wurde sie aber nie. Mugello ist einfach Mugello.“

„Klar, Misano ist auch toll und nahe an meinem Zuhause. Aber Mugello ist trotzdem etwas anderes, weil die Strecke und die Atmosphäre so besonders sind. Das heißt, ich muss mehr als das Maximum geben“, so Valentino Rossi, der in Mugello allein in der Königsklasse der Motorrad-WM sieben Sieg in Folge eingefahren hat. Das war im Zeitraum 2002 bis 2008. Seit seinem schweren Sturz mit Beinbruch im Training 2010 kam er jedoch in neun Mugello-Rennen nicht mehr über drei dritte Plätze (2014, 2015 und 2018) hinaus.

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