Platz drei vor heimischer Kulisse: Marcel Schrötter setzt aus deutscher Sicht das Highlight des Sachsenring-Wochenendes, stuft das Podium aber nicht als Wendepunkt ein.

Nach fünf durchwachsenen Renn-Wochenenden meldete sich Marcel Schrötter beim Heimspiel auf dem Sachsenring mit einem Podium zurück. Die Probleme der vergangenen Rennen sind laut Schrötter aber noch nicht gelöst. Nach dem positiven Saisonstart kämpft der Intact-Pilot seit dem Europa-Auftakt im Mai mit der Abstimmung seiner Kalex.

Doch auf dem Sachsenring stand die Freude über das Podium im Fokus. „Irgendwie habe ich die ganze Sache noch nicht richtig realisiert. Es ist auch kaum mit Worten zu beschreiben, was während der Auslaufrunde in mir abgegangen ist. Als ich danach auf dem Podium gestanden habe, kam es erst richtig hoch, wie gut es tut, beim Heim-Grand-Prix auf dem Podium zu stehen“, kommentiert der Deutsche.

„Trotzdem hatte ich auch ein wenig das Gefühl, nicht ganz das erreicht zu haben, was ich eigentlich wollte. Ich hatte mir mehr vorgenommen, ich wollte um den Sieg kämpfen“, betont Schrötter. „Nichtsdestotrotz, die längst fällige Rückkehr unter die Top 3 eines Rennens ist eine riesengroße Erleichterung.“

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Harter Kampf ums Podium

„Wegen der vielen Positionskämpfe hat es leider nicht für ganz vorne gereicht. Und für den zweiten Platz war das Rennen womöglich eine Runde zu kurz. Ich hätte bestimmt noch einmal attackieren können. Es war von Beginn bis zum Ende eine schwierige Aufgabe. Man musste sich das Rennen gut einteilen und darüber hinaus zu verstehen, mit den Reifen umzugehen. Nach nur ein paar Runden bin ich vorne, als auch hinten wild gerutscht. Von dem her galt es, aufzupassen, keine Fehler zu machen“, berichtet Schrötter.

„In der zweiten Runde hat mich der Wind einmal ein bisschen weit nach außen getragen. Ansonsten bin ich gut über die Distanz gekommen. Oft sind aber solcher Fehler ausschlaggebend, wie das weitere Rennen verläuft, wenn man mit dem späteren Sieger um jede Zehntelsekunde kämpft. Zum Schluss ist es nochmals spannend geworden“, schildert der Kalex-Pilot.

„Dass (Iker) Lecuona hinter mir gestürzt ist, habe ich zunächst gar nicht mitbekommen“, kommentiert er den späten Sturz des Spaniers. „Ich war mit mir selbst beschäftigt, den dritten Platz zu verteidigen und gleichzeitig wollte ich noch Brad (Binder) abfangen. Dazu hat es aber leider nicht mehr gereicht. Letztendlich bin ich aber froh, bei meinem Heimrennen als Dritter ins Ziel gekommen zu sein.“

WM-Bronze bleibt in Reichweite

Dank der 16 Punkte für Platz drei geht Schrötter als WM-Sechster in die Sommerpause und hat genau so viele Punkte wie Jorge Navarro als WM-Fünfter. „Abgesehen von Alex (Marquez) und Tom (Lüthi), hat sich der Meisterschaftsstand wieder ein bisschen mehr zusammengeschoben. Mit nur fünf Punkten Rückstand auf den dritten Gesamtrang in die Sommerpause zu gehen, gibt ein beruhigendes Gefühl. Außerdem haben Tom, der Fünfter wurde, und ich wichtige Punkte für die Teamwertung gesammelt“, freut sich Schrötter.

Die Probleme bei der Abstimmung sind aber noch nicht vom Tisch. „Am Anfang des Jahres hatten wir unser Motorrad. Zwei Klicks hier und da und schon habe ich mich wohlgefühlt. Momentan sind wir ein bisschen auf der Suche. Auch auf dem Sachsenring haben wir das Motorrad umgebaut, um mir das gewisse Gefühl zu vermitteln“, bemerkt der Kalex-Pilot.

„Ehrlich gesagt, wäre es mir lieber, wenn nächste Woche gleich das nächste Rennen stattfinden würde und ich diesen Schwung mitnehmen könnte. Doch die längere Pause kommt auch nicht ungelegen. Ich denke, es ist für alle gut zwei, drei Wochen auszuspannen, abzuschalten und dann wieder mit Vollgas zurückzukommen“, bemerkt der Intact-Pilot. „Hoffentlich können wir dann so weitermachen, wie wir aufgehört haben. Danke an das gesamte Team. Ihr Rückhalt, vor allem an einem Wochenende wie diesen mit dermaßen vielen Nebenschauplätzen, ist schier unbezahlbar.“

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