Zum zweiten Mal fährt Stefan Bradl ein MotoGP-Rennen in Österreich: Erneut ein Testprogramm für Honda. Spielberg ist für ihn ein zweites Heimrennen.

Stefan Bradl wird erst zum zweiten Mal ein MotoGP-Rennen auf dem Red-Bull-Ring in Österreich bestreiten. 2016 stand der Deutsche mit Aprilia am Start, doch mit Platz 19 war es damals ein enttäuschendes Ergebnis. „Ich will es besser machen, denn mein Rennergebnis war damals eher ein Desaster“, erinnert sich der 29-Jährige zurück. „Mein erstes Ziel sind WM-Punkte und das nächste Ziel wären die Top 10. Das ist realistisch machbar. In Jerez und auf dem Sachsenring ist mir das schon gelungen. Ich hoffe, wir sind konkurrenzfähiger als zuletzt in Brünn.“

Obwohl Bradl nun den dritten Grand Prix hintereinander Jorge Lorenzo im Honda-Werksteam ersetzt, ist seine Hauptaufgabe weiterhin die Testarbeit. Am vergangenen Wochenende in Brünn waren seine beiden Motorräder mit zwei unterschiedlichen Chassis aufgebaut. Nun in Spielberg haben beide RC213V das gleiche Chassis. Bradl erhofft sich dadurch konstantere Arbeit im Laufe des Wochenendes.

Denn in Brünn war die Arbeitslast groß. Für Spielberg hat man sich in der Box einen besseren Plan zurechtgelegt. „Ich möchte nicht, dass wir so große Änderungen am Motorrad vornehmen“, sagt Bradl. „Wir werden testen und weiterarbeiten, aber wir werden mehr in eine Richtung arbeiten und nicht zwei unterschiedliche Wege verfolgen. Wir werden natürlich Dinge testen müssen, aber nicht so große Dinge wie in Brünn.“

MotoGP: Willkommen am Spielberg!

Bradl muss als Testfahrer Kompromisse eingehen

Klar ist aber auch, dass für Honda nicht die reine Performance im Fokus steht, sondern die Arbeit für die Zukunft. „Als Testfahrer muss ich Kompromisse eingehen. Das ist nicht immer einfach“, schildert der 29-Jährige. „Wenn man im Qualifying eine schnelle Runde in Angriff nimmt, hätte man gerne sein eigenes Motorrad. Bisher wurde meine Testarbeit von HRC sehr geschätzt, denn ich kann schnell fahren, obwohl das Motorrad nicht optimal für mich abgestimmt ist“, sagt Bradl.

Stefan Bradl sammelte bei all seinen drei Rennstarts in diesem Jahr WM-Punkte. Zweimal wurde er Zehnter. „Meine Ergebnisse sind auch akzeptabel. Für HRC ist das in Ordnung, denn sie sagen mir, dass sie meinen Speed kennen und meine Motivation sehen. Wenn man als Fahrer konzentriert und motiviert ist, dann will man im Rennen natürlich mehr erreichen. Ich bin aber sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit HRC.“

Tracklap: Onboard mit Alex Hofmann

Das Rennen in Österreich bezeichnet Bradl als zweites Heimrennen, denn Bayern ist nicht so weit entfernt. „Ja, wenn ich die Berge sehe, dann fühle ich mich zu Hause. Und hier wird auch die gleiche Sprache gesprochen.“ Seit vergangenem Sonntag konnte er sich daheim erholen, denn den Montagstest musste Bradl in Brünn nicht bestreiten. „Körperlich fühle ich mich in guter Form, nachdem ich im Sommer so viel gefahren bin. Ich bin gespannt auf dieses Wochenende, denn auf dieser Strecke bin ich bisher nicht so viel gefahren. Es wird sicher interessant.“

Die theoretisch größere Siegchance in Spielberg hat sein Teamkollege Marc Marquez. Schon in den vergangenen Jahren lieferte er Ducati einen Kampf. In diesem Jahr hat Honda einen leistungsstärkeren Motor. „Er ist hier stark und wird es bestimmt wieder probieren“, ist Bradl von seinem Teamkollegen überzeugt. „Ich bin mir sicher, dass Marquez hier sehr konkurrenzfähig sein wird. Schon in den vergangenen Jahren wurde er von Dovi und Jorge erst in der letzten Kurve besiegt.“

MotoGP 2019 am Red Bull Ring in Spielberg:
Hol dir deine Tickets!
   - WERBUNG -