Pech im FT3, Verkehr im Q1 und nur Startplatz 13 in Jerez: Valentino Rossi kann die Fortschritte beim Set-up nicht umsetzen und steht vor einem schwierigen Rennen

Nach der schwachen Vorstellung am Freitag sah es für Valentino Rossi am Samstag zu Beginn deutlich besser aus. Im FT3 führte Rossi die Wertung zwischenzeitlich an, rutschte in den Schlussminuten aber aus den Top 10 und musste im Q1 antreten. Beim ersten Versuch im Q1 lag Rossi auf Platz eins, konnte sich beim zweiten Anlauf aber nicht steigern und wurde von Maverick Vinales und Francesco Bagnaia verdrängt: Nur Startplatz 13 beim Spanien-Grand-Prix.

„Wir konnten uns im Vergleich zu Freitag deutlich verbessern. Am Freitag war ich ziemlich verzweifelt, weil ich nicht schnell war und kein gutes Gefühl hatte. Heute konnten wir uns verbessern. Das FT3 verlief gut. Ich war schnell und war mit dem Medium-Reifen schnell. Dieser Reifen kommt für das Rennen in Frage“, berichtet Rossi.

„Wir verbesserten das Gefühl für die Front. Aber wir müssen uns weiter steigern. Das gesamte Paket wurde besser. Wir beschäftigten uns mit der Elektronik, der Beschleunigung und der Motorbremse“, verrät Rossi, der aus der fünften Reihe ein schwieriges Rennen vor sich hat.

„Die Top 3 sind ein bisschen schneller – Marquez und die beiden Werks-Ducatis. Doch dahinter waren die anderen Fahrer heute ähnlich schnell. Morgen ist aber ein anderer Tag. Wir müssen im Warm-up etwas ausprobieren“, so Rossi.

Unglücklicher Samstag in Jerez

Das Timing war am Samstag nicht auf Rossis Seite. Im dritten Freien Training fuhr Rossi einen neuen Streckenrekord, rutschte wenige Minuten später aber aus den Top 10. „Als ich den ersten weichen Reifen verwendete, lief es gut. Mit dem zweiten weichen Reifen machte ich einen Fehler und verlor ein bisschen Zeit. Zu diesem Zeitpunkt war ich Dritter. Vielleicht war ich ein bisschen zu zeitig auf der Strecke“, grübelt er.

„Die rote Flagge kam raus. Unsere Strategie war ein bisschen anders. Doch ich rechnete nicht damit. Ich ging davon aus, dass ich mich mit einer 1:37.4er-Runde in den Top 10 behaupten kann. Ich lag auf P1. Doch ich musste ins Q1“, bedauert der 40-Jährige.

„Ich habe das Gefühl, dass mir ein bisschen das Glück fehlte. Im Q1 kam ich bei meiner zweiten Runde in den Verkehr und musste Fahrer überholen. Dadurch konnte ich mich nicht verbessern. Pecco brachte mich um den Einzug ins Q2“, bemerkt Rossi und stellt fest: „Auf diesem Kurs lief es in den vergangenen Jahren nicht besonders gut für mich und unser Team.“

„Für morgen sieht es nicht besonders gut aus. Doch mein Renntempo ist nicht allzu schlecht. Das Problem ist, dass viele Fahrer mit verschiedenen Maschinen schnell sind. Es ist schwierig, vorherzusagen, wie es läuft. Die Zeiten sind ziemlich ähnlich“, analysiert Rossi.

Petronas-Performance überrascht Rossi nicht

Und was sagt der Yamaha-Werkspilot zum Abschneiden der Kunden-Yamahas, die sich die beiden ersten Startplätze sichern konnten? „Ich bin wie alle überrascht, dass sie auf den beiden ersten Positionen liegen. Aber ich bin nicht überrascht vom Level, das Franco (Morbidelli) und (Fabio) Quartararo zeigen. Sie waren bereits bei den Wintertests schnell und mögen das Motorrad.“

„Hier in Jerez waren sie in allen Trainings schnell. Heute haben sie das Meisterwerk vollbracht und die beiden ersten Positionen gesichert. Ich gratuliere ihnen. Vielleicht sind sie besser als ich“, zeigt sich Rossi nachdenklich. „Sie sind schneller als ich und fahren besser. Sie mögen Jerez mehr als ich. Für mich war Jerez in den vergangenen Jahren schwierig.“

Bereits in den vergangenen Jahren gelang es Tech 3 mit Johann Zarco, die Werks-Yamahas zu ärgern. Doch im Falle des Petronas-Teams ist die Situation anders, meint Rossi: „Von dem, was ich weiß, ist Quartararos Motorrad meinem sehr ähnlich. Es ist nicht wie bei Zarco damals. Die vier Motorräder sind alle sehr ähnlich. Ich weiß, dass Franco ein bisschen näher an den Werksmaschinen dran ist. Er bekommt aktuellere Teile. Aber das Chassis bei Quartararo ist identisch. Er fährt sehr gut und biegt sehr natürlich in die Kurven ein.“

Honda-Testpilot Stefan Bradl hat die Situation bei Yamaha im Gespräch mit ‚ServusTV‘ knallhart analysiert: „Die Japaner von HRC haben bei uns in der Box gemeint, dass es eine schöne Klatsche ist. Es darf einfach nicht in der Reihenfolge sein. Ich kenne die japanische Mentalität ein bisschen. Es ist schön, dass eine Yamaha vorne steht, aber es ist nicht die richtige. Es ist die falsche Yamaha. Da werden die Köpfe rauchen. Ich denke mir, dass es bei Yamaha Diskussionsbedarf gibt. Ich kenne es von unseren Honda-Jungs. Es ist ein No-Go.“

Francesco Bagnaia bezwingt Lehrmeister Valentino Rossi im Q1

Und wie kommentiert Francesco Bagnaia das Qualifying, in dem er Lehrmeister Rossi um den Einzug ins Q2 brachte? „Wir werden heute noch sprechen, aber ich bin mir sicher, dass er mir gratulieren wird. Er hat immer Respekt davor, wenn andere gut fahren“, kommentiert der Pramac-Pilot.

Bagnaia gelang zum zweiten Mal der Sprung ins Q2. Mit Startplatz zehn sicherte sich der Italiener sein bisher bestes Qualifying-Ergebnis in der MotoGP. „Mehr als über das Qualifying freue ich mich über FT4, weil ich da mit den Rennreifen gute Fortschritte machen konnte“, bemerkt der Ducati-Pilot.

„In Q1 hatte ich mit dem harten Vorderreifen ein gutes Gefühl“, berichtet Bagnaia. „Das Problem war, dass ich in Q2 nur einen gebrauchten harten Vorderreifen hatte, den aus Q1. Deshalb haben wir etwas Zeit verloren. Aber ich bin trotzdem zufrieden, meine Pace ist konstant.“