In der Warm-Up-Lap von Le Mans stürzen Joan Mir und Karel Abraham unmittelbar hintereinander: Eine Erklärung für den kuriosen Simultan-Crash haben beide Piloten nicht.

Für Joan Mir (Suzuki) und Karel Abraham (Avinita-Ducati) war das MotoGP-Rennen in Le Mans vorbei, noch ehe es überhaupt begonnen hatte. In Kurve 3 gingen beide auf der Warm-Up-Lap zu Boden. Direkt hintereinander, aber ohne Berührung, rutschten sie simultan ins Kiesbett. Johann Zarco (KTM) konnte gerade noch ausweichen.

„Ich weiß nicht, was passiert ist“, zeigt sich Abraham im Interview mit ‚MotoGP.com‘ ratlos. „Wir haben uns die Daten angesehen, aber da war nichts Seltsames zu entdecken. Ich dachte erst, dass mich Joan von hinten vielleicht getroffen hätte. Aber das war nicht der Fall.“ Tatsächlich stürzten beide unabhängig voneinander.

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Abraham suchte dennoch das Gespräch mit Suzuki, „weil sie in derselben Situation sind wie wir“, sagt er. „Aber auch sie haben keine Erklärung. Es kam völlig überraschend. Druck und Temperatur der Reifen, Bremsen, all das war o.k. Es lag auch nicht an der Schräglage, ich war absolut gerade. Wir haben keine Idee, woran es lag.“

Ähnlich geht es auch dem zweiten Sturzopfer Joan Mir. „Ich hatte das ganze Wochenende über Probleme damit, den Vorderreifen auf Temperatur zu bekommen“, gibt der MotoGP-Rookie zu Protokoll. „Womöglich war das auch auf der Warm-Up-Lap der Grund, ein zu kalter Reifen. So wirklich kann ich es mir aber nicht erklären.“

„Müssen analysieren, was passiert ist“

„Ich habe früh gebremst, nicht härter als die anderen. Das Vorderrad blockierte, ich musste gerade fahren und hatte keinen Druck auf der Bremse“, erklärt Mir weiter. „Wir müssen analysieren, was passiert ist. Ich bin an diesem Wochenende viermal gestürzt und weiß nicht warum.“ Wirklich gepusht habe er bei keinem der Stürze.

Während Joan Mir das Rennen mit seinem zweiten Bike wiederaufnehmen konnte und rechtzeitig aus der Boxengasse losfuhr, verpasste Abraham das dafür vorgesehene Zeitfenster. Er verließ die Boxengasse erst, nachdem der Führende (in dem Fall Marc Marquez) die erste Runde abgeschlossen hatte. Dafür sag Abraham die schwarze Flagge.

„Ich bin enttäuscht, wirklich verärgert, weil ich wusste, dass wir in diesem Rennen ein paar Punkte bekommen könnten, anstatt wieder mit einer großen Null nach Hause zu fahren“, sagt der Avintia-Pilot. „Das Wochenende war bis dahin ziemlich gut. Wir waren zufrieden mit unserem Qualifying und ich fühlte mich sehr zuversichtlich.“

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