Shinichi Sahara, Projektleiter bei Suzuki, bewertet die jüngsten Fortschritte des Herstellers und erklärt: „Nächsten Sieg so schnell wie möglich erreichen.“

In dieser noch jungen MotoGP-Saison 2019 ist Suzuki mit Alex Rins zu einem Titelkandidaten avanciert. Nach einem vierten und fünften Platz in den ersten beiden Rennen des Jahres feierte der Spanier in Austin seinen ersten Sieg in der Königsklasse und katapultierte Suzuki nach einer Durststrecke von mehr als zwei Jahren an die Spitze.

Mit dem zweiten Platz beim Heim-Grand-Prix in Jerez unterstrich Rins seine starke Form und die Wettbewerbsfähigkeit der GSX-RR. „Die Balance des Bike war schon im vergangenen Jahr wirklich gut und passte perfekt zu Alex‘ Fahrstil, was uns in der zweiten Saisonhälfte ein paar gute Resultate einbrachte“, erinnert sich Shinichi Sahara.

Der Suzuki-Projektleiter spricht damit die Podestplätze von Rins in Japan, Malaysia und beim Saisonfinale in Valencia an. Sie kann der Spanier in diesem Jahr nicht nur bestätigten, sondern sich sogar noch steigern. Das liegt natürlich auch an der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Motorrads durch die Ingenieure in Japan.

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Sahara lobt Kurvenhandling der Suzuki

„In dieser Saison haben wir weiter an der GSX-RR gearbeitet und viele kleine Veränderungen vorgenommen, ohne die gute Balance zu verlieren. So konnten wir unsere Gesamtperformance verbessern“, erklärt Shinichi Sahara. Er schätzt Suzuki vor allem in den Kurven stark ein und unterstreicht damit den Eindruck der MotoGP-Konkurrenz.

„Die Kurven sind eine unserer Stärken. Und das Vertrauen der Fahrer aufgrund des guten Feedbacks vom Motorrad“, sagt der Suzuki-Projektleiter. Einen großen Anteil daran rechnet Sahara auch Rins und seiner Technik-Crew zu: „Sie wissen, wie wichtig ihre Einschätzungen bei der Entwicklung sind. Bisher hat das wirklich sehr gut funktioniert.“

Der gemeinsame Sieg beim Großen Preis von Texas ist ein Zeugnis dessen. Zwar erlebte Sahara ihn zu Hause in Japan, sagt aber trotzdem: „Es war ein großartiger Moment. In Jerez war ich mit dem Team vor Ort und wurde Zeuge, wie Alex den zweiten Platz einfuhr. Es war toll, das gemeinsam feiern zu können.“ Er hofft auf noch viele solche Momente.

Zweiter Sieg soll „so schnell wie möglich“ her

„Ich denke, mit diesen Erfolgen erkennen alle im Team und Werk jetzt, wie sehr sich die Bemühungen jedes einzelnen Mitglieds auf die Rennergebnisse auswirken, und dann respektieren sie sich umso mehr und die Motivation ist insgesamt höher“, glaubt der Japaner. Er ist zuversichtlich, dass bald der zweite Sieg fallen wird.

Das sei der nächste logische Schritt: „Wir wollen den zweiten Sieg so früh wie möglich erreichen. Und ehrlich gesagt arbeiten wir wirklich hart daran, dass auch zu schaffen. Wir haben in diesem Jahr die Mittel, um den Erfolg zu wiederholen“, sagt Shinichi Sahara. Schließlich sieht der Suzuki-Projektleiter auch von technischer Seite noch Luft nach oben.

„Schon kleine Verbesserungen machen heutzutage einen großen Unterschied in der MotoGP aus“, weiß er. „Wir haben noch einen Spielraum, um uns zu verbessern, müssen aber berücksichtigen, dass das genauso auch für unsere Konkurrenten gilt.“ Aktuell liegen in der WM-Wertung vier Hersteller innerhalb von nur neun Punkten.

So profitieren Rins und Mir voneinander

Es könnte also kaum enger zugehen. Sich unter Druck setzen oder etwas überhasten, das will Suzuki aber nicht. Stattdessen bleibt man seiner Philosophie treu: „Es ist besser, seine Schritte selbstbewusst und ruhig zu unternehmen, um bessere Ergebnisse zu erzielen, statt große Fehler zu machen, die dann den Fortschritt stoppen.“

Diesen Ansatz verfolgt Suzuki auch mit Neuzugang Joan Mir, dem man an der Seite von Rins genug Zeit geben will, sich anzupassen. „Alex ist jetzt in der Position, der erfahrenere Fahrer zu sein und mit einem Rookie zusammenzuarbeiten. Ich denke, das ist sehr positiv“, bewertet Shinichi Sahara die neue Fahrerkonstellation bei Suzuki.

„Es ist ermutigend, dass zwei junge und talentierte Fahrer zusammenarbeiten und sich gegenseitig antreiben und zugleich das gesamte Team dazu bringen, sich ständig zu verbessern“, sagt er. Dabei traut der Suzuki-Projektleiter Mir durchaus zu, sich in den kommenden Jahren zu einem der Top-Fahrer in der Königsklasse zu entwickeln.

„Ich habe keinen Zweifel daran, dass er talentiert genug ist“, betont Shinichi Sahara. „Er lernt sehr schnell, auch aus seinen kleinen Fehlern, und an diesem Punkt ist es normal, dass der eine oder andere Schnitzer passiert. Durch jedes einzelne Problem, auf das er trifft, wird er Erfahrungen sammeln und das wird ihm helfen, in Zukunft besser zu sein.“

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