Pol Espargaro ärgert ein Fehler, weshalb ihn Jorge Lorenzo im Jerez-GP noch überholen konnte – beim Test am Montag arbeitet KTM am Motor und am Chassis.

KTM beendete den Grand Prix von Spanien mit Pol Espargaro und Johann Zarco auf den Plätzen 13 und 14. „Abgesehen von der letzten Runde war es gut“, sagt Pol Espargaro. „Wir sind ein gutes Rennen gefahren.“ Der Spanier lieferte sich fast das komplette Rennen über ein Duell mit Honda-Werksfahrer Jorge Lorenzo. In der 23. von 25 Runden gelang Espargaro schließlich auch ein Überholmanöver und er lag an zwölfter Position. Dann passierte Espargaro aber ein kleiner Fehler, der ihn mächtig ärgerte.

„Statt noch zwei Runden habe ich noch drei verbleibende Runden auf der Boxentafel abgelesen“, berichtet Espargaro. „Ich war nahe an Jorge dran und habe ihn überholt. Dann bin ich eine Runde vor Jorge gefahren und dachte, es sei die letzte Runde. Deswegen war ich hochkonzentriert, habe alle Sektoren gecheckt und die Türen zugemacht, denn für Jorge wäre es mit der Honda einfach gewesen, mich zu überholen.“

„Ich war so auf das Fahren konzentriert und war mit dem Motorrad am Limit, dass ich nicht realisiert habe, dass es noch nicht die letzte Runde war. Mein Bruder hatte eine Kollision mit Miller und ich sah ihn, wie er auf der Zielgeraden fast stand. Ich habe so schnell aufgeschlossen und dann realisiert, dass noch eine Runde zu fahren ist. Und dann habe ich das Duell mit Jorge verloren. In Kurve 1 habe ich 2,5 Sekunden verloren.“

„Ich könnte sagen, dass es ein Problem mit dem Motorrad gegeben hat, aber es war mein Fehler“, so Espargaro. Auf der Anzeige des Motorrades werden die Runden nicht heruntergezählt, sondern hinauf. Der Fahrer muss also rechnen, wie viele Runden es noch sind. „Es war zu 100 Prozent mein Fehler. Es ist für uns nicht normal, dass wir gegen eine Honda kämpfen. Ich musste am Limit fahren und habe einen Fehler gemacht, worüber ich mich sehr ärgere.“

Testtag am Montag: Arbeit an Motor und Chassis

Am Montag setzte sich die Arbeit im KTM-Lager fort. Nach den drei Überseerennen war es eine willkommene Testgelegenheit in Europa. Schon vor Jerez hatte man einen Privattest in Le Mans eingelegt. Dort konnte Zarco ein neues Chassis ausprobieren, mit dem er auch das Jerez-Wochenende bestritten hat. Nun wurde die Entwicklungsarbeit am Montag fortgesetzt. Wie immer hatte KTM viel Material in den Trucks.

„Alle Aussagen der Fahrer im Winter und bei den Saisonvorbereitungstests sind in die Arbeit mit Chassis und Motor für diesen Test eingeflossen“, sagt KTM-Teammanager Mike Leitner. Espargaro drehte 63 Runden und kam auf eine persönliche Bestzeit von 1:37.114 Minuten. Das bedeutete Rang vier. Zarco fuhr 71 Runden und wurde mit 1:37.895 Minuten gestoppt. Der Franzose landete auf Platz 16.

Testfahrer Mika Kallio war nicht im Einsatz, denn auch das Tech-3-Duo Miguel Oliveira und Hafizh Syahrin war in die Arbeit eingebunden. „Es gab einige positive Aspekte und generell waren die Resultate gut“, sagt Leitner nach diesem Testtag. „Pol hat sehr gut gearbeitet und auch Johann hat sein Gefühl verbessert, auch wenn er noch nicht zu 100 Prozent glücklich ist mit dem Handling.“ Da Zarco einen komplett anderen Fahrstil als Espargaro hat, macht die Anpassung der RC16 nicht einfach.

Johann Zarco sieht nach Montags-Test Fortschritte

KTM-Technikdirektor Sebastian Risse sagt: „Wir probieren ständig verschiedene Richtungen aus. Es geht nicht nur um die Hardware, sondern auch um seinen Fahrstil und die Abstimmung des Motorrades. Wir wollen ein Motorrad für ihn machen und nicht ihn an das Motorrad anpassen. Das bedeutet, dass man verstehen muss, was gut für seinen Stil ist. Deswegen haben wir mit verschiedenen Teilen und unterschiedlichen Ansichten gearbeitet.“

Zarco glaubt, dass wieder kleine Fortschritte erzielt worden sind: „Wir haben Dinge ausprobiert, damit die Techniker Bestätigungen erhalten. Deswegen kann es schwierig sein, ein konstantes Gefühl zu haben. Meine schnellste Runde ist eine kleine Steigerung zum Qualifying. Wir sind viele Runden gefahren und haben Informationen für das Team gesammelt. In den schnellen Kurven ist mein Gefühl für die Frontpartie etwas besser geworden. Davon ausgehend haben wir dann am Heck gearbeitet.“

Zufrieden mit dem Test ist auch Espargaro: „KTM hat über den Winter an Dingen gearbeitet, die wir nicht vor Le Mans und Jerez testen konnten, weil wir bei den Überseerennen waren. Einige Bereiche des Motors wurden verbessert und auch beim Chassis haben wir eine gute Balance gefunden. Wir haben unterschiedliche Konfigurationen probiert und ich glaube, wir können jetzt beim Motor etwas mehr spielen. Ich bin froh, dass wir uns weiterentwickeln und verbessern.“

Noch ist aber nicht sicher, wann diese neuen Entwicklungen an einem Rennwochenende eingesetzt werden. Am Mittwoch testet KTM erneut. In der Hersteller-WM ist KTM nach den ersten vier Grands Prix auf dem sechsten und letzten Platz. Ein Punkt fehlt auf Aprilia. Außerdem sickerte durch, dass künftig Ex-Rennfahrer Jean-Michel Bayle Zarco an den Rennwochenenden betreuen und unterstützen wird. Der 50-Jährige bestritt 2002 seine letzten Rennen in der Königsklasse.

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