Mugello 2019 wiegt für Valentino Rossi schwerer als sein Motorschaden 2016: Aktuell ist der Altmeister einfach zu langsam – ans Aufhören denkt der 40-Jährige aber trotzdem nicht.

„Es war ein sehr schwieriges Wochenende, denn wir waren nie schnell“, sagt Valentino Rossi nach dem Grand Prix von Italien. Zehntausende Fans waren wie jedes Jahr nach Mugello gepilgert und feierten die berühmte 46. Doch von Startplatz 18 war klar, dass es selbst für „Sonntagsfahrer“ Rossi ein schwieriges Unterfangen werden würde, doch noch in die Spitzengruppe nach vor zu kommen.

Die erste Runde beendete Rossi als 16. In der vierten Runde konnte er seinen ehemaligen Yamaha-Teamkollegen Jorge Lorenzo (Honda) überholen. Anschließend probierte er im nächsten Umlauf in Kurve 4 (Materassi) ein Überholmanöver gegen Suzuki-Rookie Joan Mir für Platz 14. „Aber leider haben wir uns berührt“, seufzt Rossi. Beide mussten geradeaus durchs Kiesbett fahren und fielen ans Ende des Feldes zurück.

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Lange dauerte das Heimrennen dann nicht mehr. In Runde acht rutschte Rossi in Kurve 9 (Arrabbiata 2) aus und purzelte ins Kiesbett. Es war sein erster Rennsturz seit Malaysia im vergangenen Oktober. Und zum ersten Mal seit Japan im Herbst 2017 sah der italienische Superstar nicht die Zielflagge. Für Yamaha war es generell kein einfaches Wochenende. Rossis Teamkollege Maverick Vinales eroberte in der zweiten Rennhälfte Platz sechs.

Fehler im dritten Freien Training war ein Knackpunkt

„Wir wussten“, sagt Rossi, „dass es hier schwierig wird, aber wir haben trotzdem erwartet, dass wir in Mugello stark sein werden. Aber leider war das nicht der Fall. Ich war in keinem Training schnell. Samstag im Vormittagstraining habe ich einen Fehler in der letzten Kurve gemacht und war somit in Q1. Von da an wurde es dann sehr schwierig. Im Rennen ist es immer schwierig, wenn man von weit hinten startet. Außerdem war meine Pace nicht fantastisch.“

„Generell war es ein sehr schwieriges Wochenende. Wir waren sehr langsam und hatten im Rennen Probleme, wenn wir mit anderen Motorrädern beisammen waren. Auf der Geraden sind wir nicht stark, vor allem bei der Beschleunigung. So ein Rennen ist sehr schwierig. Wenn ich in FT3 nicht den Fehler in der letzten Kurve gemacht hätte, wäre ich ins Q2 gekommen und wäre aus der dritten Reihe gestartet. Dann ist es ein anderes Rennen.“

Dass er von einem bessern Startplatz aus mit Ducati, Honda und Suzuki in der Spitzengruppe mitkämpfen hätte können, glaubt Rossi aber nicht: „Trotzdem wäre es nur ein fünfter, sechster oder siebter Platz geworden. Ich habe versucht, für diesen Saisonabschnitt bereit zu sein, denn von hier bis zum Sachsenring ist es für mich eine sehr wichtige Phase, denn im Vorjahr habe ich viele WM-Punkte gesammelt.“

„Aber schon Le Mans war ein großes Durcheinander, weil wir langsam waren. Dort haben wir in Q1 mit einem Slick etwas Magisches geschafft. Q2 war dort nass. Und normalerweise bin ich im Nassen stark und konnte als Fünfter starten. Im Rennen habe ich keinen Fehler gemacht, war immer im Windschatten und kam als Fünfter ins Ziel. Hier war es leider schwieriger, wir haben Fehler gemacht.“

Enttäuschung größer als bei Motorplatzer 2016

2016 schied Rossi in Mugello mit einem kapitalen Motorschaden aus. Auch damals war die Enttäuschung groß, doch die aktuelle Situation schmerzt mehr: „Es ist ein ganz anderes Gefühl, aber ich muss sagen, dass es jetzt schlimmer als 2016 ist. Denn 2016 startete ich von der Pole-Position und war im Rennen stark. Dann ist der Motor geplatzt und ich fühlte mich schlecht, aber optimistisch, weil ich schnell war. Jetzt bin ich nicht verzweifelt, aber viel trauriger, weil ich langsam bin. Das ist der entscheidende Punkte.“

Seit Jahren betont Rossi, dass er weitermacht, solange er Spaß hat und konkurrenzfähig ist. Wie fühlt er sich jetzt? Könnte er auch schon Ende 2019 aus seinem Zweijahresvertrag aussteigen und seinen Helm an den Nagel hängen? „Nein, darüber braucht man sich keine Sorgen machen“, antwortet Rossi nach dem Ausfall auf diese Frage. Denn in Argentinien und Austin stand er als Zweiter auf dem Podest. In Amerika hatte er – nach dem Sturz von Marc Marquez – gegen Rins um den Sieg gekämpft.

In der Weltmeisterschaft ist Rossi als Vierter weiterhin der beste Yamaha-Fahrer. Sein Rückstand auf Marquez ist auf 23 Punkte angewachsen.

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