Lin Jarvis zieht Johann Zarco als Yamaha-Testpilot ernsthaft in Erwägung – und erklärt, was das für Jonas Folger bedeuten könnte: Eine Entscheidung soll schon in Kürze fallen.

Nach der unrühmlichen Trennung von KTM hofft Johann Zarco, über eine Testfahrer-Rolle in der Königsklasse bleiben zu können. Für den Rest der MotoGP-Saison 2019 war der Franzose von den Österreichern in den Zwangsurlaub geschickt worden. Jetzt wird er in erster Linie mit Yamaha in Verbindung gebracht, wo er schon bei Tech 3 große Erfolge feiern konnte.

Im Gespräch mit ‚GPOne.com‘ bestätigt Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis: „Wir haben mit Johann über die Möglichkeit gesprochen, dass er unser Testfahrer werden könnte. Ehrlich gesagt ist das ein völlig unterwartete Gelegenheit. Zarco ist sehr schnell, er ist bis vor einigen Wochen in der MotoGP gefahren. Und ich denke, selbst für ihn ist Yamaha eine interessante Option.“

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Zarco mit guten Erinnerungen an Yamaha

In seinen ersten beiden MotoGP-Jahren hatte Zarco eine Kunden-Yamaha von Tech 3 pilotiert. Dabei holte er vier Pole-Positions, stand insgesamt sechs Mal auf dem Podest und wurde jeweils WM-Sechster. Der anschließende Wechsel ins KTM-Werksteam entwickelte sich für ihn dann aber schnell zum Fiasko. Die vorzeitige Trennung war fast schon die logische Konsequenz.

Ein Rückkehr zu Yamaha, wenn auch nur als Testfahrer, wäre für den Franzosen unter den aktuellen Umständen ein Glücksgriff. Fix ist das aber noch nicht. „Es ist nicht so einfach. Ich denke, er könnte beides: Testen und Rennen fahren“, sagt Jarvis. „Wir werden unser Programm in den nächsten zwei Wochen beschließen. Und sicher ist Zarco eine Option.“

Was wird nun aus Jonas Folger?

„Sollte es nicht zustande kommen, würden wir wahrscheinlich mit Folger weitermachen“, erklärt der Yamaha-Rennchef weiter. „Ich weiß, dass er zurück in die Moto2 will. Aber es ist nicht einfach, einen Platz zu finden und dann in dieser Klasse zu gewinnen. Er fuhr ein paar Rennen dieses Jahr, aber die Ergebnisse waren nicht gut.“

Fünf Mal sprang Jonas Folger im Petronas-Sprinta-Team für den verletzten Khairul Idham Pawi ein. In die Punkteränge konnte der Deutsche jedoch kein einziges Mal vordringen. Seine beste Platzierung war ein 17. Rang in Assen und am Sachsenring. Zuletzt schwankte der 27-Jährige selbst zwischen den Optionen, entweder eine volle Moto2-Saison zu fahren oder doch weiter als Testpilot im Einsatz zu sein.