Valentino Rossi geht „sehr gespannt“ ins Aragon-Wochenende, und sieht in den neuen Teilen für die M1 den Weg in die Zukunft – Maverick Vinales bleibt dagegen skeptisch.

Das Motorland Aragon in Spanien, wo an diesem Wochenende das 14. von 19 Rennen der MotoGP-Saison 2019 auf dem Programm steht, gilt als Honda-Strecke. Von den bislang neun Rennen auf dem 5,077 Kilometer langen Kurs nahe Alcaniz hat Honda sechs gewonnen. Die drei zurückliegenden jeweils mit Marc Marquez im Sattel.

Für Yamaha hingegen sieht die Aragon-Statistik weniger berauschend aus. Der bislang letzte von zwei Yamaha-Siegen geht auf das Jahr 2015 mit Jorge Lorenzo zurück. „Auf dieser Strecke haben wir uns in den letzten Jahren sehr schwer getan“, sagt Valentino Rossi. Seine persönlichen Aragon-Highlights sind drei dritte Plätze (2013, 2015 und 2016).

Trotz der für ihn und Yamaha nicht gerade fantastischen Historie hat Rossi aber die Hoffnung auf Besserung an diesem Wochenende. „Wir haben gerade ein paar Rennen hinter uns, bei denen wir konkurrenzfähiger waren. Uns sind ein paar Verbesserungen gelungen“, spricht der Italiener auf seine beiden vierten Plätze in Silverstone und Misano an.

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Rossi sieht Potenzial in neuen Teilen

Rossis Teamkollege Maverick Vinales kam bei diesen beiden Rennen als Dritter ins Ziel. In Misano aber war Petronas-Yamaha-Pilot Fabio Quartararo mit seinem knapp verpassten Sieg als Zweiter der bestplatzierte Yamaha-Fahrer. Rossi jedenfalls ist „sehr gespannt darauf zu sehen, ob wir auch hier in Aragon besser aufgestellt sein werden als in den vergangenen Jahren“.

Am Misano-Wochenende war Rossi mit der neuesten Spezifikation der M1 unterwegs. Die Carbonschwinge und der neue Auspuff waren erstmals beim Misano-Test Ende August probiert worden. Und wurden von Rossi am Renn-Wochenende durchgängig eingesetzt. Diese Richtung will der „Doctor“ am Aragon-Wochenende weiterverfolgen.

„Wir müssen vorwärts kommen und die neue Teile bilden nun mal die künftige Konfiguration des Motorrads. Daher ist es gut und wichtig für mich und Yamaha, mehr Kilometer damit zu fahren. Um sie am Ende noch besser zu verstehen“, sagt Rossi.

Der Italiener erklärt: „Die alten Teile haben wir schon zu 95 Prozent ausgereizt. Aber mit den neuen haben wir noch Spielraum für Weiterentwicklungen. Das Potenzial ist vorhanden und deshalb werde ich hier mit der gleichen Konfiguration wie in Misano fahren.“

Vinales noch nicht final überzeugt

Vinales, der die Carbonschwinge und den neuen Auspuff am Misano-Wochenende nur kurzzeitig im Training gefahren hatte, bestätigt das. „Wir brauchen noch mehr Daten. Deshalb werde ich die neue Teile auch wieder probieren. Sollten wir die Teile hier maximal nutzen können, dann wäre das natürlich ein Vorteil.“

„Grundsätzlich ist das Bike mit den neuen Teilen aber etwas kritischer zu fahren als das Standard-Bike. Wir müssen einfach noch besser verstehen, auf welcher Strecke sie etwas bringen und auf welcher nicht“, so Vinales. Für das Qualifying am Samstag und das Rennen am Sonntag will er sich noch nicht festlegen, welche Konfiguration er fährt.

In der WM-Wertung hat Vinales nach Misano und vor Aragon als aktueller Fünfter fünf Punkte Vorsprung auf Rossi. Petronas-Yamaha-Speerspitze Quartararo liegt nach dem vierten Podestplatz seiner Rookie-Saison nur noch 17 Punkte hinter Rossi.