Mit Kouichi Tsuji muss auch der bisherige Leiter der Yamaha-Rennabteilung seinen Posten räumen. Der Umstrukturierungs-Prozess wird fortgesetzt.

Yamaha setzt die Umstrukturierung der Rennabteilung fort. Mit Kouichi Tsuji musste nun ein weiterer Topmanager seine Position verlassen. Schon im vergangenen Winter gab es einige personelle Veränderungen. So musste Kouji Tsuya seinen Posten räumen. Im vergangenen Jahr hatte sich Tsuya nach dem schlechten Qualifying in Spielberg öffentlich bei Valentino Rossi und Maverick Vinales für die mangelnde Performance entschuldigen müssen.

Tsuya wurde an der Spitze der Entwicklungsabteilung durch Takahiro Sumi ersetzt. Bei einer Pressekonferenz in Spielberg erklärte Sumi: „Die Desaster-Saison im Vorjahr war ein Wendepunkt. Bevor wir das Motorrad verändern, mussten wir uns verändern. Wie wir denken und wie wir das Motorrad entwickeln. Es haben sich schon Kleinigkeiten verändert. Das Motorrad ist zwar nicht so anders, aber im Yamaha-Hauptquartier verändern sich die Abläufe.“

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Offiziell noch nicht bestätigt

Offiziell hat Yamaha den Abschied von Tsuji noch nicht bestätigt. Laut Informationen von ‚Motorsport-Total.com‘ wird Hiroshi Itou, der General Manager der Rennabteilung, die Aufgaben von Tsuji übernehmen. Schritt für Schritt baut Yamaha die Motorsport-Abteilung um. Auch die Philosophie hat sich geändert, denn seit diesem Jahr wird das Kundenteam Petronas mit aktuellem Material ausgestattet, um zusätzliche Daten zu gewinnen.

Während Franco Morbidelli mit einer M1 Spezifikation 2019 fährt, hat Fabio Quartararo ein Chassis von 2016. Bei seinem Motor ist auch die Drehzahl etwas reduziert. Vinales hat in Assen den einzigen Yamaha-Saisonsieg erobert. Dazu kommen zehn weitere Podestplätze durch Vinales, Quartararo und Rossi. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Erfolgsbilanz besser geworden. In Misano hätte Quartararo auch fast gegen Marc Marquez gewonnen.

Yamaha fährt Entwicklungsprogramm hoch

Außerdem hat Yamaha das Entwicklungsprogramm hochgefahren. Bei den Tests in Brünn und Misano wurde der Prototyp für das nächste Jahr getestet. In den vergangenen beiden Jahren war das nicht der Fall. „Wir hatten in den vergangenen drei Wochen mehr zum ausprobieren, als in den vergangenen drei Jahren“, hält Rossi fest. Den neuen Auspuff und die Carbon-Schwinge testete er auch im Laufe des Misano-Wochenendes.

Auch Vinales sieht deutliche Fortschritte: „Die Kommunikation hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Ich spreche jetzt direkt mit Sumi und sage ihm meine Meinung, wenn etwas funktioniert oder nicht funktioniert. Die Dinge verändern sich, aber es fehlen immer noch kleine Details. Man muss sich rasch weiterentwickeln.“ Yamaha hat die Zeichen der Zeit erkannt und versucht nun wieder den Anschluss zu finden.