Beim KTM-Heimrennen in Spielberg kam Johann Zarco vier Plätze hinter Kundenpilot Miguel Oliveira ins Ziel. Der Franzose weiß, was sein Markenkollege besser macht.

Miguel Oliveira stürmte beim Heim-Grand-Prix von KTM in Spielberg als Achter in die Top 10. Damit fuhr er sein bisher bestes MotoGP-Ergebnis ein. Es ist daher auch nicht weiter verwunderlich, dass der Portugiese als Nachfolger von Johann Zarco im Werksteam gehandelt wird.

Allerdings machte Oliveira zuletzt auch deutlich, dass er sich als Kundenfahrer bei Tech-3-KTM sehr wohl fühle. Wer Zarco beerben wird, bleibt vorerst offen. Der Franzose verlässt den österreichischen Hersteller ja bekanntermaßen ein Jahr früher als geplant zum Ende der Saison. Für seinen KTM-Markenkollegen Oliveira hat er indes nur Lob und Bewunderung übrig.

„Er ist seit einigen Rennen in der Lage, sehr konstant zu arbeiten und schlägt sich wirklich gut“, stellt Zarco fest. Und er erkennt deutliche Unterschiede zu sich selbst: „Er tut sich leichter damit, sich an dieses Motorrad anzupassen. Deshalb war er in den letzten Rennen besser als ich.“

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Zarco: „Unterschiedliche Arbeitsweisen“

„Ich habe mich auch mit seinem Chef-Mechaniker unterhalten. Sie legen viel Wert darauf, am Motorrad nicht zu viel zu verändern und sich bei der Anpassung Zeit zu nehmen. Das habe ich nicht getan, weil wir versucht haben, viel auszuprobieren und damit neue Türen zu öffnen. Das sind unterschiedliche Arbeitsweisen und seine zahlt sich im Moment mehr aus,“ weiß Zarco.

Auch Oliveira selbst sieht bei sich Fortschritte und erklärt, wie er dieser erzielen konnte: „Wir haben jetzt viel mehr Informationen, da ja auch Dani (Pedrosa; Anm. d. R.) testet. Das ist eine große Hilfe. Wir konnten so auch verstehen, wie man das Motorrad anders fahren kann.“

Denn Pedrosas Fahrstil unterscheide sich etwa von dem von Pol Espargaro, der aufgrund seiner Erfahrung und Ergebnisse bisher als Gradmesser diente. Doch nun geht Oliveira seinen eigenen Weg. „In der Kombination aller Daten haben wir uns steigern können“, hält der Portugiese fest. Er erkennt auch den einen oder anderen Vorteil gegenüber dem Werkskollegen Espargaro und Zarco.

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Vorteil: Reifenverschleiß

Etwa beim Reifenverschleiß: „So, wie wir arbeiten, scheinen wir die Reifen etwas besser schonen zu können. Tatsächlich war meine Pace in den Rennen zuletzt besser als die von Pol. In dieser Hinsicht leisten wir gute Arbeit und haben gezeigt, dass wir auch schnell sein können.“

Bisher sammelte Oliveira 26 Punkte, das macht WM-Platz 15. „In dieser Saison liegt die Konkurrenz eng zusammen“, weiß er. „Jeder ist sehr schnell. Selbst Satellitenbikes sind im Moment sehr stark. Wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben. Es geht ums Feintuning. Ein halbes Zehntel mag nach nicht viel klingen, macht aber tatsächlich einen großen Unterschied.“