In Mugello sind die MotoGP-Bikes am Ende der langen Geraden bis zu 360 km/h schnell: Für Marquez, Rossi & Co. ist damit ein gefährliches Limit erreicht.

Seitdem die Motorrad-WM 1976 zum ersten Mal in Mugello gastierte, hat sich das Streckenlayout des 5,2 Kilometer langen Kurses kaum verändert. Doch die Bikes sind schneller geworden, am Ende der langen Start-Ziel-Geraden erreichen sie bis zu 360 km/h. Genau hier stürzte im Vorjahr Ducati-Testpilot Michele Pirro schwer.

In der Anfahrt auf die erste Kurve „San Donato“ verlor der Italiener die Kontrolle und wurde per Highsider durch die Luft gewirbelt, das einem der Atem stockte. Auf diese kritische Stelle angesprochen zeigten sich die MotoGP-Piloten am Donnerstag in Mugello besorgt.

Tracklap: Onboard mit Alex Hofmann

„Wir haben schon in der Safety Commission darüber gesprochen“, sagt Marc Marquez (Honda). „Es ist ein sehr schöner Kurs, er folgt einem natürlichen Layout. Es macht Spaß, hier zu fahren. Der einzige kritische Punkt ist das Ende der Geraden. Von 2013 zu 2014 wurde die Mauer etwas versetzt, weil sie sehr nah war.“

Marquez: Strecke muss flacher werden

Doch vor allem der kleine Hügel, der sich im hinteren Teil der 1141 Meter langen Geraden erhebt und die Fahrer leicht bergab in die erste Kurve schickt, stellt ein Problem dar: „Wir diskutierten darüber, den bergauf führenden Abschnitt etwas anders zu gestalten.“

„Wir haben den Anstieg und dann kommt der Abstieg an der Stelle, wo wir bremsen“, erklärt Marquez weiter. „Wir wissen, dass die Motorräder jedes Jahr immer schneller und schneller werden. Und aus meiner Sicht müssen wir in der Zukunft dort etwas tun, um diesen Bereich flacher zu machen.“ Damit ist er nicht allein.

Andrea Dovizioso (Ducati) stimmt zu: „Ich sehe das wie Marc. Zwar denke ich, dass die Strecke im Moment noch in Ordnung ist, aber wir sind wirklich am Limit. Es hängt auch mit den Regeln zusammen. Die Winglets haben einen großen Einfluss darauf, wie du fährst und wie das Bike reagiert. Das wirkt sich gerade an der Stelle aus.“

Dovizioso und Rossi ebenfalls kritisch

Je nachdem wie sich die Motorräder und die Geschwindigkeiten weiterentwickeln, sieht auch Dovizioso die Situation für die Zukunft kritisch. Yamaha-Pilot Valentino Rossi schlägt deshalb ein, die Lösung für das Problem womöglich bei den Bikes anstatt auf der Strecke zu suchen.

„Mugello ist eine fantastische Strecke“, sagt der Lokalmatador. „Es ist ein Kurs im alten Stil, also ist sie an einigen Punkten auch gefährlich. Man ist sehr schnell und es gibt nicht viel Platz drumherum. Das Bremsen in die erste Kurve, wenn man mit 350 km/h ankommt, ist vor allem wegen des Höhenunterschieds gefährlich.“

Eventuell müsse man, wie schon Marquez erwähnt hat, eine Anpassung der Strecke vornehmen. Aber das sei nicht so einfach, weiß Rossi. „Entweder wir versuchen, etwas langsamer anzukommen, oder man arbeitet daran, den Bereich flacher zu machen, wenn das möglich ist.“

Crutchlow über Mugello: „Das ist irre“

LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow geht davon, dass spätestens nach diesem Wochenende gehandelt werden muss. „In diesem Jahr ist es verrückt“, urteilt der Brite. „Ich gehe davon aus, wir werden dort während des Wochenendes auf 360 km/h kommen. Vielleicht nicht im Rennen, weil dort niemand riskieren will, geradeaus zu fahren.“

Crutchlow gesteht: „Es gibt nicht viele Dinge, die mir Angst einjagen, wenn es um Rennsport. Aber das Ende dieser Geraden, in jeder Runde… das ist irre. Du fährst 360 km/h und direkt neben dir ist die Mauer. Ich sehe noch immer Pirro durch die Luft fliegen.“ In diesem Jahr ist der wieder mit Wildcard am Start – hoffentlich ohne Sturz.

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