Das richtige Mulchen ist für die Erhaltung eines gesunden Bodens äußerst wichtig. Gärtner Johannes Käfer erklärt warum und was es dabei zu beachten gibt.

Gärtner Johannes Käfer (Bild: Roland Vorlaufer)

Johannes Käfer schreibt regelmäßig für servus.com und teilt sein Expertenwissen rund um Flora & Fauna.

Warum mulchen?

Zuerst einmal eine genauere Begriffsdefinition. Mulchen ist das Abdecken des unbewachsenen Bodens mit organischen Materialien wie abgestorbenen Pflanzenteilen, angerottetem Kompost oder Rinde. Gemulcht wird auch mit Karton, Papier und Folien.

Aus dem Bedecken der Erde ergeben sich vier Effekte:

  • Weniger Verdunstung: Die Wasserverdunstung wird stark eingeschränkt, je nach Art des Abdeckmaterials wird die Verdunstung bis zu 30 Prozent verringert, was einen geringeren Gießaufwand und Wasserbedarf bedeutet. 
  • Bessere Bodenqualität: Der wohl wichtigste Grund, warum man mulchen sollte, ist das Fördern des Bodenlebens durch Anreicherung des Bodens mit Humus. Bodenlebewesen, angefangen von Mikroorganismen bis hin zum Regenwurm, leben ausschließlich von organischer Substanz, und diese holen sich diese Tierchen zum großen Teil auch aus der Mulchdecke.
  • Weniger Abtragung des Bodens: Das Abdecken verhindert das Abtragen des Bodens durch Wind und mindert auch die Auswirkungen von starken Regengüssen. Es vertreibt Erdflöhe und bietet Laufkäfern und Spinnen Unterschlupf.
  • Weniger Unkraut: Die wohl häufigste Motivation, im Garten zu mulchen, ist der Kampf gegen das Unkraut in Blumenbeeten, unter Hecken und im Gemüsegarten. 

Mulch fördert wichtige Mikroorganismen und verhindert das Abtragen des Bodens.

Johannes Käfer

Womit mulchen?

  • Im Gemüsebeet: Hier sollten Sie nur weiche Pflanzenteile zum Mulchen verwenden, etwa angetrockneten Grasschnitt und zerkleinertes Unkraut. Auch Ernterückstände von abgeerntetem Gemüse sind ideal. 
  • Im Blumenbeet: Angetrockneter Grasschnitt eignet sich besonders gut für Blühpflanzen, Rosen und Stauden. 
  • Für Hecken und Sträucher: Gröbere Materialien wie Rindenmulch aus reiner Nadelholzrinde eignen sich gut zur Unkrautvermeidung. Die Rinde von Lärchen, Föhren und Fichten hat ebenfalls einen hohen Gerbstoffgehalt, der keimhemmend auf Unkrautsamen wirkt. Um bestehende Wurzelunkräuter einzudämmen, sollten Sie die Rinde mindestens acht Zentimeter dick auftragen. Gewöhnliches Hackgut aus Holz ist nicht zu empfehlen. Es hat den Nachteil, bei der Verrottung Stickstoff aus dem Boden zu binden, doch genau diesen Stickstoff brauchen Pflanzen, um gut wachsen zu können; Mangelerscheinungen sind die Folge. Wenn Sie mit Hackgut oder Stroh mulchen, sollten Sie dem Mulch immer etwas Hornspäne beimischen, um die Stickstoffbindung zu neutralisieren.

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Häufige Fehler beim Mulchen

  • Zu dick aufgetragen: Sehr oft sehe ich dick aufgetragenen Gras- und Rasenschnitt rund um Bäume und Sträucher. Tragen Sie solche Materialien nicht dicker als drei Zentimeter auf, sonst kann es zum Faulen und Verklumpen der Mulchschicht kommen, und diese wird für Wasser und Luft undurchlässig. 
  • Zu wenig Abstand: Lassen Sie beim Mulchen auch etwas Abstand zu den Pflanzen. Beim Gemüse genügen zwei bis drei Zentimeter. Bei Obstbäumen und Sträuchern sollte mindestens ein Abstand von zehn Zentimetern sein. Beim direkten Kontakt mit dem Stamm kann es zu Schäden durch gefräßige Tiere oder Befall von Pilzen und Bakterien kommen.

Übrigens: Achten Sie beim Mulchen mit Wild- und Unkräutern darauf, dass keine samentragenden Pflanzen dabei sind. Jäten Sie am besten an einem heißen Tag und lassen Sie das Unkraut einige Stunden in der Sonne liegen, in diesem Fall sterben alle Pflanzenteile ab und es kann zu keiner Vermehrung kommen.

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