Markus Frenes hat die traditionsreiche Weberei seines Vaters vor einigen Jahren übernommen. Für seine Produkte ist es ihm wichtig, dass die Rohstoffe stimmen und nur Naturprodukte verarbeitet werden. Zu entdecken bei Servus am Marktplatz.

Die Firma Ulbrich hat heute 10 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Standort Bruneck in Südtirol mit zwei Verkaufsläden. Auch wenn der Markt schwierig ist, viele Betriebe schon längst das Handtuch geworfen haben, ist Markus Frenes überzeugt, dass er die Textilmanufaktur Ulbrich erfolgreich in die Zukunft führen kann.

„Man braucht die Passion und die Freude, spezielle Dinge zu machen. Nur so lebt das Handwerk weiter.“ Außerdem scheint sich auch in der Gesellschaft einiges zu ändern. „Vor 5–6 Jahren hat niemand gefragt, aus welchen Rohstoffen ein Produkt hergestellt wird, wie oder wo es produziert wird. Heute fragen uns die Leute im Geschäft. Sie wollen regional kaufen, legen großen Wert auf reine Naturfaser und schätzen unser ehrliches Handwerk.“ 

Markus Frenes (Foto: Stefan Pfeiffer)
Markus Frenes (Foto: Stefan Pfeiffer)

Man braucht die Passion und die Freude, spezielle Dinge zu machen. Nur so lebt das Handwerk weiter.

Markus Frenes

Wie alles begann

Seit 2004 führt Markus Frenes erfolgreich die Textilmanufaktur Ulbrich in Bruneck. Der Name Ulbrich stammt allerdings nicht aus Südtirol. Dem heutigen Handwerksbetrieb geht eine interessante Geschichte voraus, die ihren Anfang im Jahr 1908 nahm.

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Wie viele andere auch, wurde damals ein gewisser Herr Ulbrich aus dem Sudetenland, der damaligen Hochburg der Textilindustrie, vertrieben. Herr Ulbrich nahm sein Handwerk mit nach Südtirol und gründete dort den Betrieb Ulbrich, den er über viele Jahre sehr erfolgreich führte und sich einen äußerst guten Ruf aufbaute. Sogar bis ins russische Zarenhaus oder an das belgische Königshaus wurden die edlen Baumwoll- und Leinenstoffe geliefert. 

Erst in den letzten Jahren des Herrn Ulbrich lief die Firma nicht mehr sonderlich gut. Der einzige Sohn war nach Österreich desertiert und konnte nicht zurückkehren. Als der Vater schließlich starb, verkaufte der Sohn die Firma.

Ein Rohstoff mit Seele

Und hier kommt nun die Familie Frenes ins Spiel. Vater Bruno Frenes, ausgebildeter Textilingenieur mit Arbeitserfahrung in Deutschland, kauft 1964 die Firma in Bruneck und bringt sie rasch auf Vordermann: Die alten Handwebstühle werden durch mechanische ersetzt, wodurch sich die Produktion natürlich ziemlich erhöht und der Markt in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz recht gut bedient werden kann. Zwei Dinge hat der Vater aber nie geändert: den Namen Ulbrich, der in Bruneck und weit darüber hinaus immer schon für Qualität stand, sowie die Rohstoffe der Textilien. Seit jeher, wird auf reine Leinen- und Baumwollstoffe gesetzt, auf reine Naturfasern, „denn diese“ – so war Vater Frenes immer überzeugt, „haben eine Seele“. In Kombination mit der Passion des Webens entstünden so „Meisterstücke in höchster Qualität“.

Bergheukissen (Foto: Katharina Würdinger)

Ein Kissen, duftend wie ein Stadel voll Heu: In Südtirol stellt die Weberei Ulbrich dieses Kissen aus kräftigem Baumwolldamaststoff her. Zu finden bei Servus am Marktplatz.

Das Handwerk in die Wiege gelegt

„Ja, das Handwerk des Webens wurde mir in die Wiege gelegt, das kann ich nicht leugnen“, schmunzelt Markus Frenes, der sich nie die Frage nach dem „Ob“, sondern nur nach dem „Wann“ stellte. Nach Abschluss der Textilfachschule in Deutschland steigt Markus Frenes in die Firma ein und übernimmt sie 2004 vom Vater.

Ein wertvolles Naturprodukt wie Bergwiesenheu, Zirbenspäne oder Lavendel braucht eine reine Naturfaser als Hülle.

Markus Frenes

Tischtücher nach Maß mit diversen, traditionellen, modernen oder auch personalisierten Mustern für Privatpersonen, Hotellerie und Gastronomie sind immer noch ein wichtiges Standbein der Firma Ulbrich – vor allem aufgrund der hochwertigen, strapazierfähigen und langlebigen Stoffe. „Die Naturfaser hat ganz besondere Eigenschaften, die wir nutzen wollen. Synthetische Stoffe kommen für uns nicht infrage. Ich denke, das ist eine Einstellungssache“, so Markus Frenes, der voll und ganz hinter dem Konzept des Vaters steht.

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Zwei vom gleichen Schlag

Dennoch musste Markus Frenes auch neue Wege gehen und da lief ihm vor 4–5 Jahren ein Bauer aus dem Passaiertal über den Weg – ein echter Pionier, damals der erste und einzige Bauer im ganzen Tal, der biozertifiziertes Bergwiesenheu herstellte. Und genau dieser Bauer war auf der Suche nach Kissenhüllen aus reinen Naturstoffen für sein ebenso reines Heu. Zwischen Markus Frenes und dem Bauern entstand auf Anhieb eine Kooperation, denn, so Markus Frenes, „Ein wertvolles Naturprodukt wie Bergwiesenheu, Zirbenspäne oder Lavendel braucht eine reine Naturfaser als Hülle. Für etwas anderes könnten wir nie Werbung machen.“

Durch das Setzen auf ehrliche Handarbeit mit den richtigen Partnern ist Markus Frenes überzeugt, das das Weber-Handwerk genauso – ehrlich, regional und naturverbunden – weiterhin bestehen bleiben kann.

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