Bei der Ski-WM in Aare feiert er den größten Erfolg seiner Karriere: Dominik Paris, Super-G-Weltmeister 2019, zu Gast bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“.

Moderator Christian Nehiba spricht bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ mit Dominik Paris, Hans Knauß, Hans Pum und Manfred Pranger über die Ski-WM 2019 in Aare.

Wir haben sieben spannenden Fakten über den Südtiroler Dominik Paris, Weltmeister im Super-G 2019, recherchiert:

1. Erster Sieg war ex aequo

Sein Debüt im Weltcup gibt Dominik Paris am 19. Dezember 2008 beim Super-G in Gröden. Er wurde in seinem ersten Weltcup-Rennen 52. mit 3,44 Sekunden Rückstand auf den damaligen Sieger Werner Heel. Seinen ersten Sieg feiert der Südtiroler vier Jahre später: Bei der Abfahrt in Bormio ist Paris Schnellster – jedoch muss er sich den Sieg zeitgleich mit dem Österreicher Hannes Reichelt teilen. Die Beiden setzen sich in der knappsten Entscheidung der Geschichte auf der 3.270 Meter langen und anspruchsvollen Stelvio mit 1/100 Sekunden Vorsprung auf Aksel Lund Svindal und 2/100 Sekunden vor Klaus Kröll durch.

2. Weltmeister 2019: Größter Erfolg

Der 29-Jährige gewinnt in seiner Karriere bis dato zwölf Rennen. Mit jeweils vier Siegen scheinen Bormio und Kitzbühel die Lieblingsstrecken von Dominik Paris zu sein. Sowohl in Bormio als auch in Kitzbühel siegt der Südtiroler jeweils drei Mal in der Abfahrt und ein Mal im Super-G. Nachdem sich Paris bei der Ski-WM 2013 in Schladming die Silbermedaille in der Abfahrt holt, krönt er sich bei den Weltmeisterschaften 2019 in Aare erstmals zum Weltmeister – im Super-G. Sein größter Erfolg – bis dato.

3. Ziemlich beste Freunde

Der Schweizer Abfahrts-Weltcupsieger Beat Feuz zählt zu Paris besten Freunden. Die beiden treffen sich auch abseits der Rennstrecken: „Weil sich auch unsere Freundinnen sehr gut verstehen, sehen wir uns ziemlich oft“, sagt Feuz. Und erklärt weiter: Sie hätten die gleiche Mentalität und viele gemeinsame Interessen. Das könne an ihrer Herkunft liegen: Beide sind in ähnlichen Dörfern in Bergtälern aufgewachsen. Dominik Paris in Ulten, Feuz in Schangnau. „Und wenn man die Ultner nach Schangnau verpflanzen würde und die Schangnauer nach Ulten, dann würden sich wahrscheinlich alle wie zu Hause fühlen“, wird Feuz zitiert.

4. Gemeinsame Vaterfreuden

Dominik Paris und seine Lebensgefährtin Kristina sind im Juli 2018 erstmals Eltern geworden. Seine langjährige Freundin bringt im Krankenhaus Meran Sohn Niko zur Welt. Wenige Wochen davor wurde Beat Feuz erstmals Vater. Die beiden Freunde reden immer wieder darüber, wie die Geburt ihrer Kinder ihr Leben verändert hat.

5. Schwerer Schicksalsschlag

Die wohl schlimmsten Stunden seines Lebens muss der Südtiroler vor sechs Jahren durchmachen: Paris zwei Jahre älterer Bruder René verunglückt im Juni 2013 bei einem Motorradunfall in Kuppelwies (Gemeinde Ulten) tödlich. „Es war ein Schock. Ich war in der Nähe und hörte von einem Unfall. Ich fuhr hin und sah meinen Bruder auf der Straße liegen“, sagt Dominik Paris in einem Interview mit Red Bull. Danach stürzte er sich ins Training. Mit der Zeit habe er gelernt, zwischen seiner Trauer und seinem Leben zu unterscheiden. Skifahren sei seine Therapie. „Mit mehr Zeit und Abstand habe ich gelernt, mit diesem Schicksal weiterzuleben. Er hätte gewollt, dass ich weitermache und hart daran arbeite, mir meine Träume zu erfüllen.“

6. Mikro statt Stecken 

Neben dem Skifahren hat „Domme“ noch eine weitere Leidenschaft: Die Musik. „Musik ist ein wesentlicher Teil meines Lebens. Ich höre immer Musik, das regt mich an.“ Gemeinsam mit seinem Teamkollege Siegmar Klotz ist Dominik Paris im Skizirkus als Entertainer bekannt. Seine wahre musikalische Vorliebe ist „Heavy Metal“: Er ist Sänger der Death-Metal-Band „Rise of Voltage“, die im Sommer 2018 ihr Debütalbum „Time“ veröffentlicht hat. „Es ist eigentlich kein Singen, eher ein Brüllen. Aber das ist meine Art, mich mit Freunden zu entspannen“, wird Paris zitiert.

7. Schweiz statt Wirtshaus

Im Alter von 15 Jahren schmeisst Paris die Schule und arbeitet als Maurer, um sich das Skifahren zu finanzieren. Mit Freunden zog der Jugendliche lieber durch die Wirtshäuser und nahm einige Kilos zu. Mit 18 trifft er dann eine schwere Entscheidung: Er verlässt seine Heimat, verbringt den Sommer auf einer Alp in der Schweiz und trainiert nebenbei. Die Zeit auf der Alp hat Paris Leben verändert: „Ich lernte, wie wichtig es ist, sich auf das zu konzentrieren, was einem wichtig ist. Und dass es keinen Ersatz für harte Arbeit gibt. Mir wurde klar, dass ich Profi-Skirennfahrer werden wollte. Das war meine Motivation, mein Leben zu ändern und alles zu versuchen, um den Traum wahr werden zu lassen.“ Im darauffolgenden Winter gewinnt der Südtiroler erstmals ein Rennen im Europacup: Einen Super-G.

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