Die Formel 1 feiert in Shanghai ein besonderes Jubiläum: Der Grand Prix von China ist der 1.000 Grand Prix in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse.

1950 wurde eine Motorsport-Serie gegründet, die beim Großen Preis von China ein rundes Jubiläum feierte: 1.000 Formel-1-Rennen. Sieben Fakten zu diesem besonderen Meilenstein:

1. Der Auftakt

Am 13. Mai 1950 findet in Silverstone der erste Grand Prix statt. 21 Fahrer sind gemeldet, Giuseppe Farina gewinnt die Premiere in einem Alfa Romeo. Zwölf Fahrer erreichen das Ziel nach 329 Kilometern. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der schnellsten Runde durch Farina: 152,983 km/h.

2. Der erste Weltmeister

Farina krönt sich 1950 auch zum Premieren-Weltmeister. Nach dem Sieg in Großbritannien gewinnt er auch noch in der Schweiz und in Italien, in Belgien wird er Dritter. Er verweist den später fünffachen Weltmeister Juan Manuel Fangio aus Argentinien nach insgesamt sieben WM-Rennen der Auftaktsaison mit drei Punkten Vorsprung auf den zweiten Platz. In die Wertung kamen nur die vier besten Resultate der Fahrer.

3. Der Österreich-Auftakt

Der erste Österreich-Grand-Prix im Rahmen der Formel-1-WM findet am 23. August 1964 auf dem Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg statt. Dessen einzige Landebahn wird mit Zubringerstraßen in eine Rennstrecke verwandelt, die sich jedoch als viel zu holprig erwies. Nur neun der 20 gestarteten Fahrer sehen wegen diverser Gebrechen die Zielflagge. Es triumphiert der Italiener Lorenzo Bandini im Ferrari. Jochen Rindt gibt als erster Österreicher sein Debüt in der Königsklasse, scheidet jedoch in einem Brabham-BRM mit defekter Lenkung aus.

4. Österreichs erster Rennsieger und Weltmeister

Am 5. Oktober 1969 gewinnt Lotus-Pilot Jochen Rindt den Grand Prix der USA in Watkins Glen. Der Sohn eines Deutschen und einer Österreicherin, der in Graz bei den Großeltern aufgewachsen ist, weil er seine Eltern 1943 bei einem Bombenangriff auf Hamburg verloren hatte, gewinnt im Folgejahr fünf weitere WM-Läufe, ehe er am 5. September 1970 im Abschlusstraining in Monza tödlich verunglückt. Der gebürtige Deutsche wird posthum erster Weltmeister aus Österreich. Die weiteren drei rot-weiß-roten Formel-1-WM-Titel holt allesamt Niki Lauda (1975, 1977 und 1984).

5. Das längste Rennen

4:04:39.537 Stunden dauert am 12. Juni 2011 in Montreal der Grand Prix von Kanada. Das Rennen ist wegen Regens zwischenzeitlich mehr als zwei Stunden unterbrochen.

6. Knappster Vorsprung

Als sich Niki Lauda 1984 zum dritten Mal zum Weltmeister krönte, war es der knappste Vorsprung der Formel-1-Geschichte: Sein McLaren-Teamkollege Alain Prost hatte nach 16 Rennen nur einen halben Punkt weniger auf dem Konto.

7. Schwere Unglücke

34 Formel-1-Piloten starben in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse. Auch Zuschauer wurden zu Opfern, wie 1961, als der Deutsche Wolfgang Graf Berghe von Trips in Monza tödlich verunglückte. 15 Besucher des WM-Laufs starben damals. 1950 und 1951 hatte es nicht einmal eine Helm-Pflicht für Piloten gegeben. Doch seit den tödlichen Unfällen des Salzburgers Roland Ratzenberger am 30. April und des Brasilianers Ayrton Senna am 1. Mai vor 25 Jahren in Imola wurden die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erhöht. Der bisher letzte Formel-1-Unfall mit Todesfolge ereignete sich am 5. Oktober 2014 im Grand Prix von Japan in Suzuka, als der Franzose Jules Bianchi mit seinem Wagen unter einen Bergungskran raste. Der 25-Jährige erlag nach mehr als neunmonatigem Koma am 17. Juli 2015 den Folgen seiner bei dem Unfall erlittenen Verletzungen. Seine Startnummer 17 wird nicht mehr vergeben. (APA)

„Sport und Talk“: Formel 1 – Die ersten 1.000 Rennen

Bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ sind bei Moderatorin Birgit Nössing die Ex-Formel-1-Fahrer Christian Klien (49 GP-Starts), Karl Wendlinger (41 GP-Starts) und Patrick Friesacher (11 GP-Starts) sowie der langjährige F1-Reporter Gerald Pototschnig zu Gast. Sie sprechen über abertausende Geschichten, Triumphe und Tragödien, die in sieben Jahrzehnten in der Königsklasse des Vierradsports entstanden sind.

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