Der Brenner: Passhöhe und meistbefahrene Verbindung zwischen Österreich und Italien. Aber auch abseits der Autobahn gibt es faszinierende und versteckte Seltenheiten zu entdecken.

Der Brenner ist seit vielen hundert Jahren einer der geschichtsträchtigsten Alpenübergänge und ein Ort der Extreme. Auf der einen Seite wälzt sich der Verkehr auf der Brenner-Passstraße durch das Wipptal, auf der anderen Seite sind viele kleine Täler beinahe unberührt geblieben.

Traditionsbetriebe

Zusammenhalt wird in der Region um den Brenner großgeschrieben – denn nur so kann der tägliche Spagat zwischen Transit und Tradition gelingen. Daniel Wolf gehört zu den wenigen, die sich dem Erhalt der selten gewordenen Schrägezäunen, die fast alle Bergwiesen in Padaun abgrenzen, verschrieben haben. Die Technik dafür hat er von seinem Vater gelernt. Auch Erich und Martin Gatt pflegen eine alte Tradition, wenn sie beim Almauftrieb ihre Graurinder über schmale Pfade auf die Sommerweiden der Zeischalm begleiten. Erich bleibt als Hirte auf der Alm und errichtet dort seit Jahren Steinskulpturen.

Eiserne Brüder

Fünf Brüder der Familie Amort aus Matrei am Brenner haben sich mit ihrem Handwerk einem besonderen Material verschrieben: dem Eisen. Während Künstler Anton Schleifbilder mit Bergmotiven seiner Heimat wie Serles, Habicht oder Olperer zaubert, haben Georg und Paul in der Schmiede einen besonderen Auftrag: die Restaurierung einer alten Kanone. „Wir wollen sie beim traditionellen Herz-Jesu-Feuer abschießen.“ Die Kunstschmiede der „Eisernen Brüder“ liegt direkt im Ortskern von Matrei. Mitglied der Kompanie ist neben den Brüdern auch Lüftlmaler Michael Mitterberger. Er restauriert beim ehemaligen Kloster Maria Waldrast die Lüftlmalerei einer kleinen Kapelle.

Liebe zu Hof und Tieren

Nur einen Herzschlag vor der Grenze zu Italien und unter den majestätischen Bergen des Kraxentragers liegt das Venntal. Hier betreibt die Familie Kerschbaumer ihren Hof und ihre Jausenstation. Für ihren Lebensunterhalt sorgt die älteste Gebirgsziegenrasse Tirols: die Blobe Ziege. „Ums Haar wären sie vor zehn Jahren ausgestorben, jetzt habe ich 80 Gaißen.“ Die Liebe zu den Tieren und zum Bergbauerntum teilt auch Graurindzüchterin Anna Strickner aus Gries am Brenner. Ihre Familie gilt als Pionierin im Wipptal, da sie schon früh zu Biobauernsein umschwenkte. Noch heute bewirtschaftet sie die Bergwiesen auf traditionelle Art.

Außerdem in dieser „Heimatleuchten“-Sendung: Gabriella Eller bewirtschaftet den Alpengasthof Kasern. Ihr Urgroßvater hat ihn 1902 aus den Erträgen des Goldrauschs in Alaska erbaut. Und: Wagemutige stürzen sich mit einem Bungeeseil 180 Meter tief von der Europabrücke.

„Heimatleuchten: Am Brenner: Zwischen Transit und Tradition“ am Freitag den 09.08. um 20:15 Uhr auf ServusTV Österreich und 21:20 auf ServusTV Deutschland.