Ski heil oder Verband kaputt? Im großen Ski-Talk diskutieren Atle Skardal, Michaela Kirchgasser und Fritz Strobl über den Reformbedarf beim Ski-Weltverband FIS.

Wenn sich die Vertreter des Ski-Weltverbands FIS im November auf der Bodensee-Insel Mainau treffen, dürfte es hinter verschlossenen Türen hoch hergehen. Zu wenig Reformbereitschaft, zu viele Rennen, zu intransparent, zu kommerzorientiert: Die Liste der Vorwürfe gegen die Dachorganisation unter Langzeit-Präsident Gian Franco Kasper ist beachtlich.

Es geht um Geld, Macht und Einfluss – und um die Gesundheit der Athleten, die sich selbst jedoch schwer tun, mit einer Stimme zu sprechen. Im aktuellen Sport und Talk aus dem Hangar-7 machen Kilian Albrecht, Michaela Kirchgasser, Fritz Strobl und Atle Skardal deutlich, dass sie im Fall einer FIS-Reform unterschiedliche Vorstellungen haben. Hier noch einmal die besten Aussagen aus der Sendung:

„Damit es interessant bleibt, sollte es nicht so viele Rennen geben.“
(Michaela Kirchgasser sieht einen Overkill an Weltcup-Events)

„Es gibt keinen einzigen Athleten, der alle Rennen fährt.“
(Atle Skardal weiß, dass die Top-Stars maximal die Hälfte aller 45 Rennen bestreiten)

„Über ein Drittel der Rennen finden in Italien, Österreich und der Schweiz statt.“
(Atle Skardal lässt das Argument zu hoher Reise-Strapazen nicht gelten)

„Jeder schaut auf sich selber, und gemeinsam bringen wir nichts weiter. Wir müssen alle zwei Schritte zurückgehen, um fünf Schritte nach vorne zu kommen.“
(Kilian Albrecht wünscht sich eine zentrale Vermarktung des Sports, die u.a. vom ÖSV verhindert wird)

„Der ÖSV bringt kaum vier Starter bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen zusammen.“
(Fritz Strobl hält die Alpine Kombination für nicht mehr zeitgemäß)

„Der Verletzten-Status schützt den Athleten nicht, sondern stresst ihn, weil man viel früher einsteigt, als man eigentlich bereit dazu ist. Wenn sich jemand als 14. verletzt, soll er auch als 14. wieder zurückkommen dürfen.“
(Michaela Kirchgasser plädiert für eine Reform des geschützten Rankings)

„Demokratie ist sicher fehl am Platz, weil jeder nur auf die eigene Tasche schaut.“
(Kilian Albrecht glaubt, dass bei der FIS zu viele Leute mitreden)

04. November – Der Sporttalk am Montag