Am 5. November startet die zweite Staffel der ServusTV-Krimi-Serie „Meiberger – Im Kopf des Täters“. Wir haben Cornelius Obonya bei den Dreharbeiten besucht.

Nach einem traumhaften Sommer am Set und 60 erfolgreichen Drehtagen ist sie fertig: Die neue Staffel „Meiberger – Im Kopf des Täters“. Zum Auftakt am 5. November ab 20:15 Uhr zeigt ServusTV eine spannende Doppelfolge. Wir haben Cornelius Obonya bei den Dreharbeiten besucht.

Interview: Julia Baumgartner

servustv.com: Warum soll man sich „Meiberger – Im Kopf des Täters“ anschauen?

Cornelius Obonya: Erstens sieht man tatsächlich eine Kriminalgeschichte aus einer etwas anderen Perspektive: Von oder über jemanden erzählt, nämlich Meiberger selber. Und der kommt aus der Psychologie. Daher ist die Serie aus der Gerichtspsychologen-Ecke heraus erzählt. Und das macht die Sache interessanter, als man weiß, wer der Täter ist. Man bekommt nämlich auch die Geschichte über das „Wie?“ serviert und gleichzeitig sieht man wunderbare Bilder aus dem Salzburger Land. Und das sollte genügen, um einen entspannten Krimi-Abend vor dem Fernseher zu haben.

servustv.com: Gibt es besondere Gemeinsamkeiten mit oder Gegensätze zu Ihrer Rolle bei Meiberger als Kripo-Chef Nepo Wallner?

Da gibt es eigentlich nur Gegensätze (lacht). Das hat mich auch daran interessiert. Nepo ist jemand, der keine besonderen Eigenschaften hat. Und das meine ich sehr liebevoll meiner eigenen Rolle gegenüber. Der ist ganz gerade und direkt. Und ich als Person gehe manchmal eher verschlungenere Wege zu Dingen, die ich haben möchte oder wie ich mich ausdrücken will. Deswegen ist Nepo auch ein guter Polizist. Der ist ganz klar und kann auch sehr hart sein. Nicht umsonst ist er der Chef dieser Kripo-Abteilung. Aber das ist es dann auch schon. Der Teil, der ihn zu einem super Polizisten machen würde, den Teil deckt Meiberger ab. Meiberger kann kein Polizist sein, aber Meiberger versteht sehr viel von Menschen. Polizisten sehen hauptsächlich die Fakten. Das verstellt aber den Blick auf die Dinge. Und das deckt dann Meiberger ab.

servustv.com: Was ist Ihre Lieblingsszene bei Meiberger?

Meistens sind es die Szenen, wo genau im Schlüsselmoment Meiberger einen kurzen Stopp hat und einfach nur spürt. Das sehe ich gerne und da spiele gerne mit. Denn da darf man selber immer in ein Loch fallen, weil man nichts zu bieten hat. Für mich sind es auch jene Szenen, wenn der gute Nepo durch Dinge, die in seinem privaten Umfeld passieren, ganz schnell auch auf eine schiefe Bahn geraten kann. Oder ein paar andere Gedanken haben kann. Das geht im Leben so blitzartig, egal wie gerecht man sich vorkommt. Man weiß, was man zu tun hat. Und plötzlich kommt von links oder rechts ein Rums, wo man vollkommen die Gedankenspur verliert und auch die Gefühlsspur zu einem selbst. Das ist das interessante an Rollen. Wenn man merkt: Der reagiert jetzt völlig falsch. Und er weiß, er tut es. Und trotzdem macht er es.

servustv.com: Was ist das Peinlichste oder Lustigste, das bei den Meiberger-Dreharbeiten passiert ist?

Vieles ist nur intern lustig. Was ich sehr gerne habe, ist, wenn es in der Geschichte bestimmte Schlüsselwörter vorkommen. Und wenn die plötzlich im Text da sind, dann bekommt man – auch wenn man das nicht möchte – einen Lachanfall. Und dann kommt man die nächsten 17 Takes nicht über dieses Wort hinaus. Da kann ich dann eine sehr große Lachwurzen sein. Peinlich ist, und das ist mir wirklich schon passiert, man zieht die Waffe und das Magazin fällt raus. Dann wird es rasend komisch. Am liebsten möchte ich eine Folge Meiberger drehen, wo immer die erste blödsinnige Idee genommen wird – unkontrolliert. Diese Folge dauert dann drei Stunden 84 Minuten, aber sie ist besonders lustig, weil sie ist ein Lapsus nach dem anderen (schmunzelt).

servustv.com: In welchem Moment wussten Sie, dass Sie Schauspieler werden wollen?

Aus meiner Familiengeschichte heraus ist es für mich nicht schwer. Aber: Ich hatte das lange nicht vor. Als ich 15 Jahre alt war, habe ich aus Schulweg-technischen Gründen sehr oft meine Mutter von Proben im Burgtheater abgeholt. Ich fand es höchst faszinierend – und es ist mehr als gesundheitsschädlich – als eines Tages in der Burgtheater-Kantine eine Gruppe von Schauspielern in einer gigantischen Dampfwolke aus Zigaretten saß und diskutierte. Ich hab damals kein Wort verstanden, aber dieses Denken um die Dinge und zu einer Lösung zu kommen – da hat es plötzlich Klick gemacht. Und ich dachte: „Das mache ich. Das will ich tatsächlich auch.“ Ich erinnere mich gerne daran zurück. Denn es gibt mir die Gewissheit, dass ich diesen Beruf ehrlich ergriffen habe und nicht weil fünfzehn Leute in der Familie das auch schon gemacht haben.

servustv.com: Welche Rolle würden Sie gerne einmal spielen und warum?

Es gibt zwei Rollen: Einmal einen Dirigenten und einmal einen Fußball-Trainer. Einen schönen Dirigenten gibt es im Film „Zwischenspiel“ mit Oskar Werner, wo der Dirigent eine Affäre mit einer jungen Journalistin hat. Eine grauenhafte Liebesgeschichte. Und ich würde gerne einen Fußball-Trainer spielen, der hektisch und sauer, aber nichts machen könnend bei einem Länderspiel auf der Linie entlang geht.

servustv.com: Mit welchem Schauspiel-Kollegen/in würden Sie gerne einmal drehen und warum?

Da gibt es wirklich viele – in Amerika unendlich viele. Aber im deutschsprachigen Raum mit Jan Josef Liefers.

servustv.com: Ihr Lieblingsplatzerl?

Mein Haus.

servustv.com: Wo bzw. wie lernen Sie am besten Ihre Texte?

Auf und ab gehend in der Küche.

servustv.com: Wären Sie nicht Schauspieler, dann wären Sie…?

Vermutlich Archäologe (lacht). So à la Indianer Jones – das wäre die Luxus-Version.

servustv.com: Social Media ist für Sie…?

Teilweise ein absolutes Grauen. Ich kann mich nicht entscheiden, ob es wirklich notwendig ist.

servustv.com: Ihr Lieblings-Emoji?

Der rote Wutkopf (lacht)! 😡

servustv.com: Für welche drei Dinge sind Sie dankbar?

Mein Leben, mein Leben, mein Leben.

servustv.com: Welche Persönlichkeit würden Sie gerne treffen?

Winston Churchill. Weil der Mann aus einer vollkommen anderen Welt damals schon stammte – als Premierminister von England, der das Land durch den zweiten Weltkrieg geführt hat. Wenn es eine lebende Person sein soll, dann wäre das mit Sicherheit ein Gespräch mit Barack Obama.

servustv.com: Wofür würden Sie mitten in der Nacht aufstehen?

Für die Oskar-Verleihung, wenn ich ihn kriege (schmunzelt).

Meiberger: Die erste Staffel zum Nachsehen

Hier können Sie die komplette erste Staffel von „Meiberger – Im Kopf des Täters“ in der Mediathek nachsehen.

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