Tennis-Star Dominic Thiem steht für spektakulären Sport, gepaart mit großer Fairness. Doch auch abseits des Platzes ist Österreichs Nummer eins ein spannender Charakter mit vielen Facetten.

Dominic Thiem hat sich in den letzten Jahren in den Top-10 der ATP-Weltrangliste festgesetzt. Er spielte sich mit spektakulärem Tennis und unvergleichbarer Fairness auf dem Platz in die Herzen der Fans. Doch auch abseits des Tennis-Courts beweist Thiem Zivilcourage und ein großes Herz. Eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Dominic Thiems Tierliebe: Von Hunden und Ameisenbären

Thiem ist bekannt dafür, einer der größten Tierfreunde auf der ATP-Tour zu sein. So verbringt er gerne Zeit mit Familienhund Hugo, der ihn sogar ab und zu zu einer Trainingseinheit begleitet. „Ich fühle mich immer gut, wenn ich von Hunden umgeben bin“, erklärt der zwölffache ATP-Titelträger.

Doch nicht nur Hunde haben es der Nummer fünf der Welt angetan. „Ich liebe Tiere. Und zwar so gut wie jede Art, denn sie sind ganz einfach richtig schöne Kreaturen. Die meisten brauchen unsere Hilfe, deshalb versuche ich, mich für sie einzusetzen“, sagt Thiem. Dies tut er über einen eigens eingerichteten, zweiten Instagram-Account, den er parallel zu seinem privaten Feed betreut. Unter @moredomithiem will er so für mehr Aufmerksamkeit für die Tierwelt sorgen.

„Ich betreibe diesen zweiten Instagram-Kanal, um meiner Liebe für die Umwelt und Tierwelt Ausdruck zu verleihen. Hoffentlich kann ich damit andere Menschen finden und dazu animieren, die diesen Enthusiasmus teilen.“ Seit 2016 ist Thiem zudem Pate von Ameisenbärin Ilse im Wiener Tiergarten Schönbrunn. Im Haus des Meeres übernahm er im September 2017 dieselbe Rolle für einen Hammerhai.

Dominic Thiem LIVE bei ServusTV:

ServusTV überträgt das Viertelfinal-Match von Dominic Thiem beim ATP-500-Turnier in Barcelona gegen Guido Pella (ARG):

Am Freitag, 26.04. ab 17:30 Uhr LIVE – exklusiv im österreichischen Free-TV!

Dominic Thiem und der Fußball: 1. TFC

„Come On You Blues!“ Mindestens ein Mal pro Woche fließt blaues Blut durch Thiems Venen. Der 25-Jährige gilt als großer Fan des FC Chelsea. Er besuchte die Blues in London bereits im Jahr 2015, am Rande der ATP Finals 2016 wechselte er ein paar Worte mit Ex-Chelsea-Trainer Jose Mourinho.

Doch nicht nur vor dem Fernseher oder in den Stadien fiebert Thiem mit, er schnürt auch regelmäßig selbst die Fußballschuhe. Im Sommer 2016 erfüllte er sich einen großen Traum und gründete den 1. Tennis & Fußball-Club Matzendorf.

Rund vier Mal pro Jahr tritt der 1. TFC aktuell in Freundschaftsspielen an. Jürgen Melzer, Ernests Gulbis, Dennis Novak und Andreas Herzog zählen zu den bekanntesten Teammitgliedern. Ex-Tennis-Profis Alijaz Bedene und Grega Zemlja gründeten in deren Heimat Slowenien ein ähnliches Team, die bisherigen Duelle mit dem TFC fielen ausgeglichen aus.

Würde Thiem eine Fußballmannschaft aus aktuellen ATP-Spielern gründen, dürften drei Spieler nicht fehlen. „Ich würde Roberto Bautista Agut aufstellen. Er spielte in seiner Kindheit für Villarreal und obwohl ich ihn noch nie spielen sah, soll er der beste von uns sein. Dann würde ich Rafael Nadal auf dem Flügel auflaufen lassen, denn er ist ein unglaublicher Fußballer. Damir Dzumhur muss da auch rein. Ich spielte schon mit ihm, er ist verdammt schnell und technisch stark.“

Nach seiner Tenniskarriere möchte Thiem regelmäßig für den TFC spielen und sein Team in einen Ligabetrieb eingliedern. „Und irgendwann müssen wir gegen Chelsea auflaufen“, träumt Thiem.

Dominic Thiem, der Klimaschützer

„Play for the ocean <3“ Bereits mehrfach nutzte Thiem nach einem Sieg auf der ATP-Tour die Möglichkeit, eine wichtige Nachricht an die Öffentlichkeit zu tragen.

So schnappte er sich etwa unmittelbar nach seinem verwandelten Matchball im Finale von Indian Wells gegen Roger Federer den Leuchtstift und schaffte Aufmerksamkeit für die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll.

Seit vielen Monaten unterstützt Thiem die Organisation „4Ocean“, die sich für die Reinigung der Ozeane einsetzt. Er trägt bei jedem Match ein Armband, welches ausschließlich aus Plastikmüll hergestellt wurde. „Ich hoffe wirklich, dass ich an einer ihrer Aufräumarbeiten teilnehmen und helfen kann“, sagt Thiem.

Der Niederösterreicher setzt sich auch auf der ATP-Tour vermehrt für die Vermeidung von unnötigem Plastik ein. Beim Saisonfinale des vergangenen Jahres verwendete er Glas- anstatt Plastikflaschen. Seine frisch bespannten Schläger wurden zudem nicht in eine Plastikfolie verpackt. Von Kevin Anderson, Wimbledon-Finalist und Mitglied im Spielerrat, gab es dafür ein Sonderlob und besondere Anerkennung.

Dominic Thiem, der Feminist

Die Frage nach der gleichen Bezahlung für Damen und Herren drängt sich spätestens bei jedem Grand-Slam-Turnier neu auf. Thiem, der mit Kiki Mladenovic eine Profispielerin als Lebenspartnerin hat, sprach sich erst kürzlich für die Gleichbehandlung im Tennis aus.

„Ich kenne Kikis Trainingsplan und weiß, wie hart sie arbeitet. Sie spult genauso ihre Stunden ab wie alle Männer auch“, erklärte Thiem dem Telegraph. „Daher ist es nur richtig, dass Frauen dasselbe Preisgeld bekommen wie Herren.“

Und weiter: „Klar, sie spielen bei den Slams nicht auf drei Gewinnsätze und haben dadurch vielleicht das eine oder andere leichtere Match – vor allem zu Beginn des Turniers. Ich kann aber nur sagen, dass Kiki auch gerne Best-of-Five spielen würde.“

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Dominic Thiem, der YouTuber

Für die Saison 2019 überlegte sich Thiem eine neue Medienoffensive, um seine Fans stets aus erster Hand am Laufenden zu halten. Mit einem gewissen Abstand auf die Geschehnisse bei den einzelnen Turnieren liefert er intimere Einblicke in Bereiche, die den üblichen Medien nicht zugänglich sind.

Tatkräftig unterstützt wird Thiem dabei von seinem langjährigen Freund Lucas Leitner, der ihn seit 2017 regelmäßig zu Turnieren begleitet. „Es ist einfach extrem wertvoll, wenn er dabei ist, weil er lenkt ab vom Tennis. Man kann auch über andere Sachen reden und es ist super“, sagt Thiem.

Dominic Thiem, der Heimatverbundene

Außerdem entschied sich Thiem bislang stets dagegen, seinen Hauptwohnsitz ins Ausland zu verlegen. Ein Umzug in ein Steuerparadies – etwa nach Monte Carlo – wie dies viele andere Tennisprofis bereits getan haben, schloss er bislang aus. Stattdessen bevorzugt er ein Leben im burgenländischen Seewinkel.

Somit ist Thiem neben Rafael Nadal einer der wenigen ATP-Spitzenspieler, die ihre Steuern in der Heimat bezahlen.

Text: Lukas Zahrer / tennisnet.com