Im Pinzgau braucht es manchmal einen Moment, um sich wieder zu vergewissern, dass diese Geschichten nicht wirklich im „Wilden Westen“ spielen, sondern tatsächlich zwischen den Hohen Tauern und dem Hochkönig.

Almwirtschaften, die fest in Frauenhand sind. Einsiedler, die ohne Strom und fließendes Wasser in der Abgeschiedenheit leben. Dampflokomotiven, die viele Stunden vor ihrer Fahrt geheizt und penibel geschmiert werden. Männer, die über Stunden unterwegs sind, weil sie auf der Suche nach Gold im klaren Wasser der Gebirgsbäche suchen. Das alles gibt‘s nur im Pinzgau – Salzburgs „Wilden Westen“.

Ein Herz für Pferde

Rudi Steger und seine Familie haben ihr Herz an ganz besondere Kaltblüter verloren: die Noriker. Im Krimmler Achental bringt er sie mit ein bisschen Wehmut hinauf auf die Hochalm. Hier verbringen sie ein halbes Jahr und sind dort ganz auf sich alleine gestellt. Für die Pferde ist es der Weg in die sommerliche Freiheit, ohne Weidezäune oder Stallwände. Wild und frei ist ihr Sommer im Salzburger Pinzgau. Rudi’s Mutter Marianne Steger stellt währenddessen in der Jaidbachalm ihren eigenen Käse her. Mehrere Jahre bewirtschaftete die Salzburgerin die Alm alleine, Telefon gibt es hier oben keines. „Gefürchtet habe ich mich nie, nein, Angst kenne ich eigentlich nicht. Ich habe ein gutes Gottvertrauen.“ Heute bekommt sie Unterstützung von ihrem Mann und einer Helferin.

Alleine auf der Innerkeesalm

Auf der Innerkeesalm hat Judith Weger ihr zu Hause gefunden. Die Südtirolerin kümmert sich hier um fast 40 Kühe. „Almgefühl, das ist, wenn du jeden Arsch beim Namen kennst.“ Und damit meint sie vor allem ihre Kühe. Denn die sieht sie beim Melken im engen Stall nur von hinten. Abgeschieden vom Rest der Welt verbringt sie mittlerweile bereits ihren dritten Sommer hier. Dort oben ist sie ganz auf sich alleine gestellt. Genau das hält Judith aber hier auf der Alm. Verantwortung und die Freiheit alles so zu machen, wie sie es für richtig hält.

Diese Heimatleuchten-Sendung macht eine Reise durch Salzburgs „Wilden Westen“. Am Freitag den 4.10. um 20:15 auf ServusTV.