Thomas Müller verbrachte in dieser Saison mehr Minuten ungewohnt viel Zeit auf der Ersatzbank. Am Platz stehen die teuersten Einkäufe der Vereinsgeschichte. Und was ist mit Talenten aus Bayern?

„Wir leben in einer Leistungsgesellschaft“, formulierte Bayern-Trainer Nico Kovač nüchtern, nachdem er Thomas Müller zum wiederholten Male nicht von Beginn an ran ließ. Auch wenn Müller, der seit 2000 beim FC Bayern spielt, immer wieder in der Startelf steht, bei den Münchnern ist die Zeit der Fußball-Romantik wohl vorbei. Nur vereinzelt gelingt es, Spieler aus der eigenen Jugend in der Kampfmannschaft zu etablieren.

Rekordtransfers im Sommer

Um international weiterhin mit Vereinen mithalten zu können, bei denen Geld scheinbar gar keine Rolle spielt, investierten die Münchner im Sommer 2019 wie nie zuvor. Im Kader für die Saison 2019/20 findet man die teuersten Spieler der Vereinsgeschichte. Allen voran Lucas Hernández. Der Franzose kam im Sommer um 80 Millionen Euro von Atlético Madrid. Damit ist er der teuerste Transfer in die deutsche Bundesliga aller Zeiten.

Etwas mehr als die Hälfte kostete Corentin Tolisso, der von Olympique Lyon kam und der zweitteuerste Transfer in der FCB-Geschichte sein soll. Benjamin Pavard und Kingsley Coman kosteten 35 und 21 Millionen. Die vier Bayern-Franzosen spielen übrigens auch in der Nationalelf eine wichtige Rolle. Hernández, Tolisso, Pavard und Coman standen im EM-Quali-Match gegen die Türkei in der Startelf.

Goalie-Talent aus Niederbayern

Nimmt Thomas Müller wie so oft in dieser Saison auf der Ersatzbank Platz, läuft kein einziger gebürtiger Bayer mehr für die Bayern ein. Der letzte verbliebene Stammspieler aus der eigenen Jugend ist David Alaba. Ihn darf man durchaus schon als Bayern-Ikone bezeichnen. 2008 wechselte er von Austria Wien nach München. Seither gewann Bayern einmal die Champions League und acht Meistertitel.

Derzeit steht kein aus Bayern stammendes Offensivtalent im Kader, das in naher Zukunft in die großen Fußstapfen von Thomas Müller treten könnte. Viel besser sieht es auf der anderen Seite des Feldes aus. Abwehrtalent Lars Lukas Mai wechselte 2014 aus Dresden in die Bayern-Jugend und wartet noch auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz. Hoffnungen legt man in München auch auf Torhüter Christian Früchtl, geboren in Niederbayern im Jahr 2000. Medien sahen ihn bereits als den nächsten Oliver Kahn oder Manuel Neuer. Letzterer ist derzeit aber als Nummer Eins unangefochten.

Neue deutsche Generation

Im Gegensatz zu anderen europäischen Spitzen-Clubs setzen die Bayern neben internationalen Rohdiamanten noch auf mehrere talentierte Spieler aus dem eigenen Land, meist gekauft von Bundesliga-Konkurrenten. Joshua Kimmich und Serge Gnabry haben sich gut etabliert. Das trifft auch auf Niklas Süle zu. Er riss sich aber das vordere Kreuzband im linken Knie und wird wohl die restliche Saison fehlen.

Das deutsche Talent Fiete Arp, wie Goalie Früchtl im Jahr 2000 geboren, zeigte im Testspiel gegen Real Madrid auf, spielte aber in den Pflichtspielen keine Rolle. Ende September verletzte er sich an der Hand. Ein weiterer Hoffnungsträger der neuen deutschen Generation im Bayern-Dress wurde ausgerechnet von jenem Verein ausgebildet, der auf die Münchner im DFB-Pokal wartet – Leon Goretzka begann seine Fußballkarriere in Bochum. (RED)

Der DFB-Pokal live bei ServusTV

ServusTV überträgt VfL Bochum gegen FC Bayern München und Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal live. Alle Highlights sowie die Matches stehen nach Ausstrahlung in der ServusTV-Mediathek zur Verfügung.

Dienstag, 29.10. ab 19:30 Uhr
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Mittwoch, 30.10. ab 20:15 Uhr
DFB-Pokal, 2. Runde: Borussia Dortmund – Borussia M’gladbach LIVE

Und bereits am Montag, 28.10. sind die Pokal-Partien Thema in Sport und Talk aus dem Hangar-7. Mit Peter Neururer ist jener Trainer zu Gast, dem als letztem ein Sieg mit Bochum gegen den FC Bayern gelang.