Mit dem 3:1-Sieg gegen den Kasachen Alexander Bublik zieht Dominic Thiem bei den French Open in Paris in die dritte Runde ein.

Mit einigem Bauchweh ist Dominic Thiem am Donnerstag zum vierten Mal en suite in die dritte Runde von Roland Garros vorgestoßen. Der als Nummer 4 gesetzte Niederösterreicher vermied mit Mühe einen fünften Satz und besiegte den Kasachen Alexander Bublik nach 2:30 Stunden mit 6:3, 6:7(6), 6:3, 7:5. Im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale trifft Thiem am Samstag auf Pablo Cuevas (URU).

Viel Mühe

Thiem hatte wie schon zum Auftakt gegen Tommy Paul (USA) viel Mühe mit seinem Gegner, der sehr unorthodox spielte. Bei 2:5 im vierten Satz musste der Lichtenwörther zwei Satzbälle abwehren und es gelang ihm doch noch, den fünften Satz zu vermeiden.

„Es ist so schwer gegen ihn zu spielen. Er hat fast keinen zweiten Aufschlag gemacht, sondern nur zwei erste Aufschläge. Ich hatte große Probleme beim Return“, gestand Dominic Thiem noch auf dem Platz dem Publikum auf dem neuen Center Court. Dieser war übrigens nie gefüllt, sondern maximal mit etwa der Hälfte (rund 7.500 Fans) besetzt. „Es gab fast keine Rallyes. Zweieinhalb Stunden für ein enges Viersatz-Match ist ziemlich kurz, aber das Wichtigste ist, dass ich gewonnen habe“, sagte Thiem.

Thiem: „Sehr viel Druck“

„Ich hatte sehr viel Druck, allem voran in meinen Aufschlagspielen, weil es so schwer ist, ihn zu breaken. 16 Asse auf Sand sind viel in vier Sätzen“, sagte der French-Open-Finalist 2018. Bublik habe ihm keinen Rhythmus gegeben und er habe von der Grundlinie nicht gut gespielt. „Im Klein-Klein-Spiel – also bei Stopps und Lobs – ist er viel besser als ich, das war ein sehr schwieriges Match für mich.“

Das Match war so ungewöhnlich verlaufen wie es auch der Spielstil von Alexander Bublik ist. Der „Mini-Kyrgios“ kam erst im zweiten Satz so richtig auf Touren. Zunächst erwischte Thiem noch einen guten Start und stellte nach 24 Minuten die 1:0-Satzführung her. Doch dann kam Bubliks Aufschlag immer besser, zudem „zerstörte“ er Thiems Spielfluss immer besser.

Sieben Return-Winner

Er servierte im gesamten Matchverlauf – ähnlich wie zuletzt immer wieder eben Kyrgios – dreimal von unten, krachte auf die zweiten Aufschläge genauso drauf wie auf die ersten und spielte mit sehr vielen Stopps. Zudem zog er auch beim Return mehrmals voll durch, wovon sieben Return-Winner (einer davon mit 166 km/h) zeugen.

Das Ziel des gebürtigen Russen, der seit einigen Jahren für Kasachstan spielt, den Rhythmus Thiems zu brechen, ging über weite Strecken auf. Zum 1:3 im zweiten Durchgang musste Thiem den Aufschlag erstmals abgeben, nachdem er selbst im Auftakt-Game zwei Breakchancen ungenutzt gelassen hatte. Thiem geriet mit 2:5 in Rückstand, schaffte dann aber buchstäblich im letzten Moment das Rebreak zum 5:5. In der Folge ging es ins Tiebreak, in dem Thiem ebenfalls ein 2:5 aufholte, dieses dann aber 6:8 abgeben musste.

Man sah fünften Satz herannahen

Im dritten Durchgang dieses ungewöhnlichen Matches, in dem er u.a. im zweiten Game auf einen neuerlichen Aufschlag von unten mit einem erfolgreichen Gegenstopp antwortete, nutzte Thiem zunächst einen Breakball im vierten Game nicht, schaffte es dann aber zum 5:3 und servierte nach 1:45 Stunden zur 2:1-Satzführung. Durchgang vier lief dann aus Thiem-Sicht fürchterlich, beim 13-fachen Turniersieger schlichen sich immer mehr Fehlschläge und Rahmentreffer ein und man sah schon einen fünften Satz herannahen.

Doch es gelang es dem im fünften Durchgang lethargisch wirkenden Thiem bei 2:5 und 15:40 bei eigenem Service zwei Satzbälle Bubliks abzuwehren und dann neuerlich das Rebreak zum 4:5 zu schaffen. Diesmal vermied er aber das Tiebreak mit einem weiteren Break zum 6:5. Wie in der ersten Runde war nach exakt 2:30 Stunden Schluss. Später gestand Thiem: „Eigentlich war ich schon auf den fünften vorbereitet, voll fokussiert am fünften – mit einer ganz kleinen Hoffnung, dass ich es drehe.“

50. Sieg auf Grand-Slam-Ebene

Für Thiem war es sein insgesamt 50. Sieg auf Grand-Slam-Ebene, er weist nun eine 50:21-Bilanz auf. Der Vorjahresfinalist in Roland Garros ist damit der dritte Österreicher nach Thomas Muster (77 Siege) und Jürgen Melzer (59) mit zumindest 50 Siegen bei den vier Major-Turnieren. (APA)

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