Am 5. November startet die zweite Staffel der ServusTV-Krimi-Serie „Meiberger – Im Kopf des Täters“. Wir haben Fritz Karl bei den Dreharbeiten besucht.

Nach einem traumhaften Sommer am Set und 60 erfolgreichen Drehtagen ist sie fertig: Die neue Staffel „Meiberger – Im Kopf des Täters“. Zum Auftakt am 5. November ab 20:15 Uhr zeigt ServusTV eine spannende Doppelfolge. Wir haben Fritz Karl bei den Dreharbeiten besucht.

Interview: Julia Baumgartner

servustv.com: Warum soll man sich „Meiberger – Im Kopf des Täters“ anschauen?

Fritz Karl: Weil es eine spannende, unterhaltsame Sendung ist. Also mit Humor, Spannung, Krimi-Spannung und man erfährt auch immer wieder psychologische Sachen. Dinge, die auch sehr fundiert sind.

servustv.com: Gibt es besondere Gemeinsamkeiten mit oder Gegensätze zu Ihrer Rolle als Gerichtspsychologe Thomas Meiberger?

Es gibt viele Unterschiede: Ich musste mir für diese Rolle viele Sachen aneignen, die ich nicht konnte – wie Magie und Zaubertricks. Was wir – also Meiberger und ich – gemeinsam haben, ist die Psychologie. Das hat auch mit meinem Beruf zu tun, wenn man sich Rollen erarbeitet. Und Meiberger ist ein leidenschaftlicher Psychologe. Das Interesse verbindet uns. Sonst bin ich ganz froh, dass ich meinen Beruf habe und der Meiberger seinen. Weil ich glaube, ein Gerichtspsychologe zu sein, das ist eine sehr schwierige Sache, nicht immer einfach. Man wird, denke ich, mit viel Leid konfrontiert. Das erzählen wir in dieser Form nicht so. Wir erzählen einen Gerichtspsychologen, der immer wieder seine Grenzen überschreitet, weil er dann mit ermittelt oder sich in Sachen einmischt. Obwohl, einmischen das tue ich auch sehr gern. Ein großes Ego und sich einzumischen wollen (schmunzelt).

servustv.com: Was ist Ihre Lieblingsszene bei Meiberger?

Die Szenen mit Barbara, also mit Ulrike C. Tscharre, finde ich immer spannend. Denn es sind oft schwierige Szenen, weil oft Berufliches, aber auch sehr viel Privates abgehandelt werden soll. Die zwei – Meiberger und Barbara – führen sowieso eine ganz schwierige Beziehung. Man ist sich oft nicht sicher, warum die überhaupt zusammen sind. Das ist eine ganz komplexe, schwierige Beziehung – und es macht Spaß, das heraus zu arbeiten und solche Szenen zu spielen.

servustv.com: Was ist das Peinlichste oder Lustigste, das bei den Dreharbeiten passiert ist? Gab es besonders lustige Versprecher?

Lustige Sachen passieren immer. Peinliches fällt mir gar nichts ein. Anstrengend ist es, wenn alle auf einen Zaubertrick warten, den ich machen soll, aber den ich nicht hinkriege. Dann dreht man das schon zum 20. oder sogar 30. Mal. Das ist dann schon eher unangenehm, weil der Druck steigt. Mittlerweile hat man sich daran gewöhnt: Es gibt einfach Tricks – ich mache ja alle selber – die sind von den ganzen Abläufen manchmal richtig schwierig. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir die Zaubertricks auch so filmen und aufnehmen, dass man merkt, dass ich das selber mache. Und Versprecher passieren auch dauernd. Aber die lustigsten Versprecher hat immer der Ganslinger (Anm.: Franz Josef Danner). Ich finde, er verspricht sich dauernd. Aber er sagt, das ist sein Dialekt (schmunzelt).

servustv.com: In welchem Moment wussten Sie, dass Sie Schauspieler werden wollen?

Als ich zum ersten Mal in der Staatsoper aufgetreten bin. Ich war ein Kind im Knabenchor und als sich der Vorhang damals gehoben hat, da spürte ich eine unglaubliche Kraft und Energie, die aus dem Zuschauerraum kam. Ich spürte einfach dieses Publikum und ich habe gedacht: „Das ist unglaublich faszinierend. Wahnsinn, ich möchte Theater spielen.“ Das erste Mal diese Energie zu spüren. Da war ich neun oder zehn Jahre alt. Wir haben Sing-Opern aufgeführt und dabei habe ich oft die Komiker-Rollen übernommen. Da war das Feuer schon entfacht. Und meine Szenen wurden dann immer länger, weil ich immer mehr und mehr rotierte und ich Ermahnungen bekam.

servustv.com: Welche Rolle würden Sie gerne einmal spielen und warum?

Irgendwann will ich vielleicht den König Lear spielen. Das ist eine tolle Rolle. Aber es ist nicht so, dass ich jetzt darauf hinarbeite.

servustv.com: Mit welchem Schauspiel-Kollegen/in würden Sie gerne einmal drehen und warum?

Es gibt viele Kollegen, mit denen ich gerne spielen möchte – oder schon gespielt habe. Ich freue mich immer, wenn ich Kollegen, mit denen ich schon gedreht habe und wo das gut funktioniert hat, in einer anderen Form und Konstellation wieder treffe. Das ist Klasse. Aber ich habe niemanden auf dem Speiseplan, mit dem ich es mir wünsche würde zu drehen. Es ist immer so unterschiedlich: Es kommt auf die Geschichten, die Figur, die Konstellation und die Charaktere an. Und das muss dann passen.

servustv.com: Ihr Lieblingsplatzerl?

Stehend in einem Fluss beim Fischen.

servustv.com: Wo bzw. wie lernen Sie am besten Ihre Texte?

Es ist unterschiedlich. Es kommt darauf an, mit welchem Projekt ich mich beschäftige. Hier bei Meiberger ist es so, dass ich oft die Texte im Auto lerne – entweder vom Drehort nach Hause oder von zuhause zum Drehort. Ich habe keinen besonderen Platz, weil ich das Glück habe, dass ich sehr schnell lerne und ein fotografisches Gedächtnis habe. Das heißt ich kann eigentlich überall lernen. Das ist auch ganz wichtig. Denn ich bin oft mit dem Zug und dem Flugzeug unterwegs – also jetzt öfter mit dem Zug, weil Fliegen soll man ja nicht mehr. Das funktioniert in Österreich mit den Zugverbindungen wunderbar, in Deutschland ist das ein bisschen Scheiße – muss man sagen. Aber da kann man hervorragend Text lernen.

servustv.com: Wären Sie nicht Schauspieler, dann wären Sie…?

Fischer.

servustv.com: Social Media ist für Sie…?

Eine Belastung.

servustv.com: Ihr Lieblings-Emoji?

Was ist das?

servustv.com: Smiley oder Ähnliches, das man in Nachrichten mitschickt.

So etwas mache ich nicht.

servustv.com: Für welche drei Dinge sind Sie dankbar?

Ich bin dankbar für meine Kinder, dass ich diesen Beruf ausüben darf und dass ich so eine tolle Frau habe. Und dass es mir gut geht, dass ich Spaß habe und dass ich mich wohl fühle und dass ich bis jetzt immer – Toi, Toi, Toi – viel Glück in meinem Leben hatte.

servustv.com: Welche Persönlichkeit würden Sie gerne treffen?

Ich interessiere mich eher für Epochen, in denen Menschen gelebt haben, anstatt für Persönlichkeiten. Da würde ich gerne den Dreißigjährigen Krieg und Wallenstein erleben. Es würde mich interessieren, wie es damals in Europa ausgesehen hat. Oder auch der französische Hof mit dem Sonnenkönig Ludwig XIV. Oder die Jahrhundertwende mit den Kaffeehäusern. Es wäre interessant, als Zeitzeuge kurz für einen Tag mitzugehen beim Arthur Schnitzler. Oder Alexander der Große: Das kann man sich gar nicht vorstellen. Wie war das damals, wie funktionierte das? Es würde mich auch interessieren in der Hallstatt-Zeit zu leben und zu sehen, ob die wirklich bis nach Nordafrika mit ihrem Salz gehandelt haben. Das würde mich viel mehr interessieren als ein Abendessen mit Chruschtschow oder den Papst zu treffen. Ich würde mich lieber mit einer Zeitmaschine dort hinbeamen und dort ein kleines Mäuschen sein und das mit beobachten.

servustv.com: Wofür würden Sie mitten in der Nacht aufstehen?

Ist das was Sexuelles? Nein? Nicht? Dann bleibe ich liegen.

Meiberger: Die erste Staffel zum Nachsehen

Hier können Sie die komplette erste Staffel von „Meiberger – Im Kopf des Täters“ in der Mediathek nachsehen.

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