Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt. Am Äquator gelegen wachsen dort die letzten großen Regenwälder Südostasiens. Die Artenvielfalt ist so groß wie nirgendwo sonst.

Lage:

Borneo befindet sich in den tropischen Breiten und das schon seit mehr als 100 Millionen Jahren. Während andere Teile der Erde quer über die Längengrade wanderten, blieb Borneo durch eine Verkettung geologischer Zufälle immer in der Nähe des Äquators. In Indonesien wir die Insel „Kalimantan“ genannt. Sie ist größer als jedes andere europäische Land außer Russland und liegt direkt am Äquator.

Die Insel ist zwischen den Staaten Indonesien, Malaysia und Brunei aufgeteilt. Die größten und bekanntesten Städte auf Borneo sind die Katzenstadt Kuching (Malaysia) sowie die Flussstadt Banjarmasin (Indonesien).

Klima:

Borneo liegt in den Tropen und weist dementsprechend ein tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit auf. Die Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen 27,7 Grad im Mai und 26,7 Grad im Dezember. Jahreszeiten im europäischen Sinne existieren dort nicht. Auf Borneo gibt es eine Trocken- und eine Regenzeit. Die Trockenzeit erstreckt sich üblicherweise von Oktober bis April, die Regenzeit von Mai bis September. Plötzliche Regenfälle und Tropenstürme sollten allerdings stets erwartet werden.

Landschaft:

Es gibt eine lange Bergkette, die sich vom Nordosten der Insel bis zu ihrer südwestliche Spitze erstreckt. Die höchste Erhebung befindet sich im Nordosten der Insel, der Berg Kinabalu. Mit 4.095 Meter ist dieser gleichzeitig die höchste Erhebung Südostasiens. Er überragt alle weiteren Berge der Insel – wie auch sämtliche Vulkane des Sundabogens und des Malaiischen Archipels. Das größte Flusssystem Borneos ist der Kapuas mit einer Länge von 1143 Kilometern. Eine weitere Besonderheit sind auch die Seen, in denen sich durch die Isolation eigenwillige Quallen entwickeln konnten.

© Terra Mater Factual Studios / Matt Hamilton

Fauna:

Bedingt durch die hohe Isolation, weist die Fauna Borneos gewisse Besonderheiten auf. Es existiert eine beachtliche Vielfalt an Primaten, die in den verschiedenen Etagen des Regenwaldes leben. Der Rhinozeros-Vogel ist nur eine von etwa 600 bekannten, auf der Insel vorkommenden Vogelarten. Vor einigen Jahren erfolgte ferner der Nachweis von 30 neuen Fischarten und zwei neuen Laubfroscharten. Spezies, die lediglich auf Borneo angetroffen werden können, sind weiterhin der Nasenaffe, der Orang-Utan, der Laufkuckuck und die Borneo-Goldkatze. Es fehlen jedoch beispielsweise der Sunda-Nebelparder und der Leopard.

Flora:

Etwa 15.000 Arten von Gefäßpflanzen sind auf Borneo heimisch, von denen ein bedeutender Teil endemisch ist. Nirgendwo sonst gibt es mehr Orchideen-Arten als auf auf dieser Insel. Ebenso gilt Borneo als Hotspot der Evolution für fleischfressende Pflanzen. Sie haben die unglaublichsten Tricks entwickelt, um Tiere in ihren Bann zu ziehen. Manche nutzen Regentropfen um Ameisen in ihren Schlund zu katapultieren, andere bieten sich als Behausung für eine spezielle Fledermaus-Art an.

Wirtschaft:

An Bodenschätzen gewinnt man vorrangig Kohle und Erdöl. In der Landwirtschaft wird hauptsächlich Kopra, Sago und Kautschuk hergestellt. Im Südosten der Insel wird zudem Pfeffer angebaut. Von Bedeutung sind auch die Holzwirtschaft (Tropenhölzer), sowie der Ökotourismus.

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TV-TIPP:Wilde Insel Borneo“ am Mittwoch, 15. Mai 2019, um 20.15 Uhr bei Servus TV.