Sie ist Hondas Antwort auf die Ducati Panigale V4R: Auf der EICMA präsentieren die Japaner jetzt die Basis für Alvaro Bautistas neues Arbeitsgerät in der Superbike-Saison 2020.

Honda hat bei der EICMA in Mailand die Hüllen fallen lassen und die mit Spannung erwartete 2020er-Version der Fireblade präsentiert. Im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen ist das neue Bike deutlich radikaler konstruiert. Und sie setzt wie die Ducati Panigale V4R auf MotoGP-Technologien.

Alvaro Bautista wird in der WSBK-Saison 2020 die neue Honda pilotieren. Leon Haslam nimmt die Rolle seines Teamkollegen ein. HRC-Testpilot Stefan Bradl drehte bereits einige Runden mit einem Prototyp. Beim geheimen Test in Suzuka wurde er von Fotografen entdeckt.

Und auch Honda-Aushängeschild Marc Marquez saß schon auf dem neuen Superbike. In einem PR-Video ist der MotoGP-Champion voll des Lobes über die neue Fireblade. Der Spanier testete die Neuentwicklung auf der Grand-Prix-Strecke in Barcelona, die ab 2020 zum Kalender der Superbike-WM gehört.

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Auffälligste Neuerung kommt aus der MotoGP

Die auffälligste Änderung dürften die Winglets nach MotoGP-Vorbild sein. Laut Honda erzeugen die aerodynamischen Hilfsmittel den Abtrieb der 2018er-MotoGP-Maschine. Die Ingenieure versprechen sich daddurch eine geringere Neigung zu Wheelies und ein besseres Gefühl am Kurveneingang.

In Kombination mit dem neuen Motor der 2020er-Fireblade könnte Ducatis Vormachtstellung auf den Geraden wackeln. In der abgelaufenen WSBK-Saison dominierten die Ducatis die Topspeed-Wertungen. Jetzt hat Honda ebenfalls ein Superbike mit deutlich mehr als 200 PS in der Serie. Die Japaner beziffern die Leistung der Serien-Maschine mit 217 PS. Noch nie war ein Superbike mit Reihenvierzylinder-Motor stärker.

Neuer Honda-Motor mit deutlich mehr Power

Möglich wurde der Leistungssprung durch einen komplett neu konstruierten Motor, der kurzhubiger ist als das bisherige Fireblade-Triebwerk. Honda hat die Bohrung von 76 auf 81 Millimeter vergrößert und den Hub von 55 auf 48,5 Millimeter vergrößert. Zudem sind Titan-Pleuel sind Serie, und die Ventilsteuerung erfolgt über Schlepphebel. Dadurch sind höhere Drehzahlen möglich. In der Serie ist bei Honda von 14.500 Umdrehungen/Minute die Rede.

Auch beim Chassis haben die Honda-Ingenieure Änderungen vorgenommen. Der Rahmen der 2020er-Fireblade soll in allen Bereichen steifer sein als der des Vorgänger-Modells. Dadurch erhoffen sich die Honda-Macher ein besseres Gefühl für das Vorderrad. Und auch die Serienschwinge wurde deutlich kräftiger konstruiert. Für die Superbike-WM ist das aber nicht entscheidend, da die Schwinge ausgetauscht werden darf.