Dieses Mal geht die Reise nach Kufstein. Dort begeben wir uns auf die Suche nach interessanten Persönlichkeiten, spannenden Traditionen und ungewöhnlichen Exportschlagern.

Im Unteren Inntal liegt eingebettet in eine beeindruckende Bergwelt die zweitgrößte Stadt Tirols: Kufstein. Ihre feinen Eigenheiten und Traditionen hat sich die lebenswerte Stadt trotz ihrer Größe bewahrt. Das liegt auch an kleinen Ortschaften wie Erl, Ebbs und Thiersee, an denen der Inn entlang fließt.

Arbeiten auf einer Burg

Das Wahrzeichen von Kufstein ist die über 800 Jahre alte Festung, die über der Altstadt thront. Heute lässt sich die Burg leicht erobern und grüßt Besucher zur Mittagszeit sogar musikalisch. Seit seinem 21. Lebensjahr spielt Organist Johannes Berger auf der größten Freiluftorgel der Welt. Die Orgel hat 4948 Pfeifen und beschallt damit beinahe täglich das ganze Stadtgebiet. Seit 2018 leben auch elf kleine „Franzosen“ über der Stadt. Nämlich Roussillon Schafe, die als „Rasenmäher“ den Festungsberg betreuen. „Der schönste Arbeitsplatz der Welt“, so nennt Werner Vente die Festung. Neben den Schafen und Turmfalken kümmert sich der Festungswart praktisch um alles auf dem Gebäude aus dem 13. Jahrhundert. Sogar ein lockerer Dachziegel am höchsten Punkt der Türme wird von ihm und seinen Kollegen selbst ausgetauscht.

Tierischer Exportschlager

Der Ort Ebbs ist weltberühmt für seinen Exportschlager: Den Haflinger. Das älteste Haflinger-Gestüt der Welt ist der Fohlenhof Ebbs. Dieser Hof ist das Zentrum der internationalen Zucht. Seit 1947 verbringen die Junghengste des Gestüts den Sommer auf der Haflinger-Alm am Erlerberg. Zuständig dafür ist der „Alminger“ Hans Taxauer. Hektisch wird es für die Züchter im Herbst, wenn der Fohlenhof zur „Stutfohlen-Auktion“ ruft und Käufer aus der ganzen Welt nach Ebbs pilgern. Auch Gerald Hartl und seine Familie haben sich der Haflingerzucht verschrieben und hoffen auf einen neuen Besitzer für ihr Fohlen „Montana“.

Vorreiter in Sachen Bio

Fast gänzlich auf Ebbser Gemeindegebiet befindet sich das „Tal der Gesetzlosen“. Das Kaisertal ist erst seit 2008 an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden und nur Einheimische dürfen den Tunnel benützen. Für alle anderen heißt es bis heute: Stufen steigen! Knapp 300 Holztritte führen in das Hochtal, wo noch immer 45 Kaisertaler leben. So auch Barbara Schaffer. Sie ist die Bäuerin vom Hinterkaiserhof und bewirtschaftet ganzjährig den ältesten Hof des Tals auf 843m. In der Nachbargemeinde Niederndorferberg sind die Hatzenstädter Bauern Vorreiter in Sachen Bio. Sie verzichten seit über 30 Jahren auf Kunstdünger. Die Milch wird per ausgeklügelter Seilbahnkonstruktion völlig emissionsfrei von den Almen in die Sennerei geliefert.

Außergewöhnliche Handwerkskunst

Außerdem in dieser „Heimatleuchten“-Sendung: Barbara Buchauer-Anker bewirtschaftet die Ritzau Alm, dort gibt es eine besondere Spezialität: Handgezogene Nudeln. Christian Fankhauser aus Thiersee ist Federkiehl-Sticker aus Leidenschaft. Ebenso handwerklich begabt ist Daniel Krismer. Der Kufsteiner baut in Eigenregie Skateboards aus heimischen Hölzern. Fährmann Sepp Goldmann überquert die Staatsgrenze zwischen Bayern und Österreich täglich ein paar hundert Mal, während Kostümbildnerin Heidi Hackl Kostüme für die Oper „Die Vögel“ entwirft.

Heimatleuchten: „Die Perle Tirols – Rund um Kufstein am Freitag den 25.10., ab 20:15 Uhr bei ServusTV.