Das ÖFB-Team verliert 2:4 gegen Israel: Bei „Sport und Talk“ geht es um die größte Blamage der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft in der jüngeren Vergangenheit.

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft hat einen kompletten Fehlstart in die Qualifikation für die EM 2020 produziert. Drei Tage nach der 0:1-Heimniederlage gegen Polen verlor das ÖFB-Team am Sonntag in Haifa gegen Israel mit einer blamablen Vorstellung nach Führung 2:4 (1:2). Österreich steht nach zwei Spielen in Gruppe G mit null Punkten da. Im nächstes Spiel am 7. Juni in Klagenfurt gegen Slowenien ist das Nationalteam damit schon mächtig unter Druck.

Keine Mentalität und Leidenschaft

Unmittelbar nach der Niederlage hat Franco Foda mit der Ursachenforschung begonnen. Die größte Blamage der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft in der jüngeren Vergangenheit führte der Teamchef unter anderem auf mangelnde Einstellung seiner Spieler zurück: „In so einem Spiel geht es um Mentalität und Leidenschaft. Wir haben es nicht über 90 Minuten geschafft, das auf den Platz zu bringen“, erklärt der Deutsche. „Die Basis liegt in der Defensive, aber wir haben es nicht geschafft, mit diesem Fokus wie gegen Polen in der Defensive zu spielen.“

Klassischer Selbstfaller

Beim 0:1 gegen Robert Lewandowski und Co. war Foda von der Einstellung seiner Truppe noch angetan gewesen. „Am Sonntag haben wir vielleicht geglaubt, dass es einfach wird, aber so funktioniert der Fußball nicht. Man muss immer hochkonzentriert sein, egal wie es steht, und das waren wir nicht“, kritisiert er. Der Teamchef ortet einen klassischen Selbstfaller seines Teams. „Wir sind schuld an der Niederlage. Das soll die Leistung von Israel nicht schmälern, aber wenn man alles so im Griff hat wie wir in der ersten Hälfte, muss einfach mehr herausschauen“, sagt der 52-Jährige. In punkto Leidenschaft seien die Israelis klar überlegen gewesen. „Sie haben sich reingeworfen und mit Haut und Haaren ihren Vorsprung verteidigt.“

Foda: „Sind keine Mannschaft, die locker spielen kann“

So kam es laut Foda zu einem „nicht zufriedenstellenden Ergebnis. Wir müssen einfach lernen, dass wir keine Mannschaft sind, die locker spielen kann. Wir können nur dann erfolgreich sein, wenn jeder Spieler seine Aufgaben offensiv und defensiv zu 100 Prozent erfüllt.“ Weil das nicht der Fall war, kassierte Österreich erstmals seit dem 2:6 in der EM-Quali am 2. September 2011 in Deutschland vier Tore und steht erstmals seit 1990 (0:1 gegen die Färöer, 1:4 gegen Jugoslawien) nach den ersten beiden Partien einer Qualifikation ohne Punkte da. Noch sei die Chance auf ein Ticket für die EM 2020 aber nicht vorbei, betont Foda: „Es gibt noch acht Spiele zu absolvieren und wir haben unser Ziel nicht aus den Augen verloren: Wir wollen Erster oder Zweiter werden.“

Foda: „Match leichtfertig aus der Hand gegeben“

Dieses Ziel wäre bei drei Punkten in Haifa deutlich einfacher zu erreichen gewesen. Nach dem frühen 1:0 durch Marko Arnautovic hatte auch noch alles auf einen Sieg gegen einen biederen Gegner, der in der Weltrangliste 69 Plätze hinter Österreich liegt, hingedeutet. „Das Spiel hätte anders laufen können, aber ‚hätte, wäre‘ gibt es nicht. Wir haben verloren, weil wir zu viele Chancen vergeben und zu schlecht verteidigt haben. Wir haben das Match leichtfertig aus der Hand gegeben“, ärgert sich Foda.

Foda: „Müssen Veränderungen vornehmen“

„Wenn man solche Tormöglichkeiten hat auswärts, muss man schon bis zur Pause den Sack zumachen. Wir waren nach der Führung plötzlich nicht mehr so fokussiert im Zweikampfverhalten. Wir hatten nach vorne noch riesige Umschaltmomente, wo wir dann Hacke eins, zwei, drei gespielt haben. Aber wir werden sicher einige Veränderungen vornehmen müssen“, sagt Franco Foda nach dem Spiel. ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel warf seinem Team in der Halbzeitpause Überheblichkeit vor.

Fodas Job könnte wackeln

Nun benötigt man in den nächsten Partien gegen Slowenien am 7. Juni in Klagenfurt und gegen Nordmazedonien am 10. Juni in Skopje eine massive Steigerung. „Wir werden jetzt alles in Ruhe analysieren und die richtigen Maßnahmen treffen“, verspricht Foda. Sollten die kommenden Partien wieder daneben gehen, wären nicht nur die EM-Chancen deutlich reduziert – in diesem Fall könnte auch der Job des seit November 2017 amtierenden Teamchefs wackeln. „Der Trainer ist immer verantwortlich für Mannschaft“, meint Foda in diesem Zusammenhang.

Herzog: „Österreich war stärker“

Andreas Herzog meint zum Spiel: „Wir sind mit einer 2:1-Führung in die Pause gegangen und haben eigentlich nicht gewusst, warum. Da war Österreich schon stärker. Meine Mannschaft ist jetzt zum dritten oder vierten Mal von einem Rückstand zurückgekommen. Das ist schon eine Mentalität, die sich vielleicht geändert hat.“ Und Israels Teamchef weiter: „Ein paar wichtige Spieler von uns haben einen absoluten Sahnetag erwischt. Das war auch notwendig. Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft. Zwei Spiele, vier Punkte – es schaut gut aus.“ (APA)

Sport und Talk: Rückblick auf Israel vs. Österreich

Bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ am 25. März (ab 21:15 Uhr in Österreich und ab 23:10 in Deutschland) blicken Hans Krankl, Franz Wohlfahrt, Hans Huber (ehemaliger TV-Reporter) und Peter Rietzler (Chefredakteur Laola1.at) mit Moderator Andreas Gröbl auf das Quali-Spiel in Israel zurück. 2001 flogen dem ORF-Kommentator Hans Huber in Tel Aviv Orangen, Steine und Feuerzeuge um die Ohren. Mit Andreas Herzog, Willi Ruttensteiner, Klaus Lindenberger und Neo-Mental-Coach Markus Rogan setzt Israel auf rot-weiß-roten Fußball-Sachverstand.

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