Nach elf vergeblichen Anläufen ist Double-Sieger Salzburg am Ziel. Die Champions League ist bei Verhandlungen mit Spielern ein „Bonuspunkt“. Junuzovic bei „Sport und Talk“.

Der lange ersehnte Traum geht endlich in Erfüllung: Double-Sieger Salzburg wird kommende Saison erstmals in der Red-Bull-Ära in der Fußball-Champions-League vertreten sein. Die „Bullen“ konnten am Sonntag in der Halbzeitpause des 2:1-Siegs in der 30. Bundesliga-Runde gegen den LASK jubeln, da sich Champions-League-Finalist Tottenham in der englischen Liga endgültig Rang vier sicherte.

Salzburg hätte nur in der Quali antreten müssen, wenn sich der Champions-League-Sieger nicht über die nationale Meisterschaft für die kommende Saison der „Königsklasse“ qualifiziert hätte. Der zweite Champions-League-Finalist Liverpool wurde in England Vizemeister. „Es ist eine tolle Geschichte. Wir haben uns das hart erarbeitet über die Meisterschaft und über die guten Auftritte in der Europa League in den letzten Jahren“, sagte Salzburg-Trainer Marco Rose. Durch seinen Abgang zum deutschen Bundesligisten Mönchengladbach nach Saisonende kann mit seinem Nachfolger Jesse Marsch ein anderer die Früchte ernten. Wehmut war beim Deutschen aber keine dabei. „Ich habe bewusst eine Entscheidung getroffen“, betonte Rose.

Bittere Durststrecke

Für Salzburg endete eine bittere Durststrecke, nachdem man zuletzt elfmal vergeblich versucht hatte, die Gruppenphase zu erreichen. „Das hat eine große Bedeutung für den Verein, für die Menschen in dieser Stadt und diesem Land, aber vor allem für den Stolz, denn wir sind ein stolzer Verein. Jetzt vernarben schön langsam die Wunden, denn wir sind lange genug dafür geprügelt worden“, sagte Salzburgs Vorstandsvorsitzender Harald Lürzer.

Valencia (2006/07 – 3. Runde), Schachtar Donezk (2007/08 – 3. Runde), Maccabi Haifa (2009/10 – Play-off), Hapoel Tel Aviv (2010/11 – Play-off), Düdelingen (2012/13 – 2. Runde), Fenerbahce Istanbul (2013/14 – 3. Runde), Malmö FF (2014/15 – Play-off und 2015/16 – 3. Runde), Dinamo Zagreb (2016/17 – Play-off), HNK Rijeka (2017/18 – 3. Runde) und zuletzt Roter Stern Belgrad (Play-off) waren die Stolpersteine. Gegen Belgrad hatte diese Saison nach einem 0:0 und 2:2 die Auswärtstor-Regel den Ausschlag gegeben. Bis 2008/09 wurden nur drei Runden in der Quali ausgetragen, danach gab es mit dem Play-off eine vierte Runde.

„Viel Hohn und Spott“

„Es hat für uns auch viel Hohn und Spott gegeben, wir sind aber immer unseren Weg weitergegangen. Es ist wunderschön“, sagte Salzburgs Sportchef Christoph Freund. Zuvor hatten die „Bullen“ bereits den Cup-Sieg und sechsten Meistertitel in Folge unter Dach und Fach gebracht. „Die ganze Saison ist einfach gekrönt worden in den letzten zwei Wochen mit dem Cup-Sieg, Meistertitel und jetzt der Champions League. Jetzt erfüllen wir uns den Traum auch noch“, verlautete ein überglücklicher Freund.

Österreichs Aushängeschild steigt damit erstmals erst Mitte September ins Geschehen ein. Die Strapazen der vielen Quali-Spiele vor bzw. zu Beginn der Ligasaison fallen weg. „Das erleichtert die Planungen für den Sommer“, sagte Freund. Der eine oder andere begehrte Akteur wie Xaver Schlager, Stefan Lainer oder Diadie Samassekou könnte dadurch vielleicht eher zum Bleiben bewegt werden. „Das macht uns noch attraktiver für die kommende Saison“, ist auch Freund überzeugt. Bei Verhandlungen sei die Champions League ein „Bonuspunkt“. Das gab auch Lainer zu: „Jeder muss für sich selber entscheiden, was für ihn das Beste ist. Aber diese CL-Quali ist ein wichtiger Punkt, der mit Sicherheit für Salzburg spricht.“

„Krönung für Verein“

Die Vorfreude bei den Meisterkickern ist groß. „Es ist wunderbar, wir freuen uns wie kleine Kinder darauf“, sagte Tormann Cican Stankovic, der den Sieg gegen den LASK mit starken Paraden festhielt. Dem konnte Patrick Farkas nur zustimmen. „Es ist die absolute Krönung für den Verein. Wenn ich an die Dienstag- oder Mittwoch-Spiele denke, bekomme ich jetzt schon Gänsehaut“, meinte der Außenverteidiger. Wunschgegner gibt es für den Ex-Mattersburger keine. Ganz im Gegenteil zu seinem Abwehrkollegen Albert Vallci. „Ich bin seit meiner Kindheit Real-Madrid-Fan“, betonte der 23-Jährige, der innerhalb von wenigen Jahren den Sprung vom SV Horn in die „Königsklasse“ geschafft hat.

Freuen dürfen sich die „Bullen“ auch über einen Geldregen. Kolportierte 30 Millionen Euro werden durch die CL-Teilnahme in die Kassen gespült. „Es erleichtert einiges, aber den eingeschlagenen Weg werden wir nicht verlassen“, erläuterte Freund. Man werde das Geld „vernünftig“ investieren. Für Lürzer ist das Finanzielle nur sekundär. „Wir sind finanziell sehr gut aufgestellt und werden das auch zukünftig sein, hauptsächlich durch unsere Transfers“, schilderte der Salzburger.

Als Vorgeschmack auf den Herbst wurde im Stadion bereits in der Halbzeit nach Bekanntwerden der Neuigkeiten die Champions-League-Hymne abgespielt. Die führten sich die Spieler auch im Anschluss in der Kabine laut Zlatko Junuzovic „ein oder zweimal sehr laut“ zu Gemüte. „Die Jungs haben sich das verdient, wir haben ein grandioses Jahr hinter uns“, meinte der Mittelfeld-Routinier, der in Salzburg endlich seine ersten Karriere-Titel einheimste. (APA)

Junuzovic zu Gast bei „Sport und Talk“

Zlatko Junuzovic ist am 13. Mai zu Gast bei „Sport und Talk aus dem Hangar-7“: Gemeinsam mit Moderator Andreas Gröbl sowie Walter Schachner und Michi Konsel diskutiert er über die sensationellen Aufholjagden von Liverpool und Tottenham in den CL-Halbfinal-Rückspielen, die bei Fußball-Fans weltweit für Gänsehaut sorgten: Außergewöhnliche Kollektivleistungen können über individuelle Qualität triumphieren. Doch was steckt dahinter? Wie entsteht der Flow in einem Team? Wie kann der Trainer einen derartigen Zustand herbeiführen? Und wie lässt er sich wissenschaftlich erklären?

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