Andreas Ulmer vor dem Testspielkracher gegen Real Madrid über die Qualitäten des weißen Balletts, warum ihr linker Verteidiger nicht so schlecht ist und wie ein Routinier so ein Testspiel einordnet.

FC Red Bull Salzburg Kapitän Andreas Ulmer erklärte nach der letzten Saison und der somit fixen Champions League-Qualifikation für Salzburg: Sein Wunschgegner sei Barcelona oder Real Madrid. Einen Vorgeschmack auf sein Wunschlos bekommen Ulmer und seine Teamkollegen nun am 7. August: Real kommt für ein Testspiel nach Salzburg. ServusTV überträgt den Kracher ab 18.30 Uhr LIVE. Im Interview spricht Andi Ulmer über die prominenten Gäste, ihre Qualitäten und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede mit Stars wie Reals Linksverteidiger Marcelo.

Interview: DK

ServusTV.com: Zu Beginn: Gratulation zur Geburt deines Sohnes! Wie steht es um die schlaflosen Nächte?

Andreas Ulmer: Danke! Man wacht auf, schläft aber dann schnell wieder ein. Außerdem macht meine Frau das wirklich toll, dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Wechseln wir auf den Rasen: 3:5 gegen Chelsea – wo ordnest du den Test ein?

Im Großen und Ganzen war es ein guter und wichtiger Test. Man hat die Qualität gesehen und genau gegen solche Teams lernst du dann am meisten, auch auf welche Details wir in Zukunft noch achten müssen. Ihr Tempo, ihre Ballbehandlung … hier ist extrem viel Qualität – vom Tormann bis zum Zeugwart (lacht) – vorhanden.

Ihr Tempo, ihre Ballbehandlung … hier ist extrem viel Qualität – vom Tormann bis zum Zeugwart – vorhanden.

Andreas Ulmer über den Chelsea-Test

Du hast in Bezug auf die Champions League gesagt, dass ein Duell gegen Barcelona oder Real Madrid das Größte für dich wäre. Das Duell mit Real hast du schon fix – was sagst du?

Es ist echt sehr cool. Real Madrid hat man in Österreich nicht so oft zu Gast und schon gar nicht als direkten Gegner. Natürlich würde es mich dennoch freuen, wenn wir uns in der Champions League auch nochmals sehen würden.

Warum hast du gerade Barcelona oder Real Madrid als großen Wunsch geäußert und beispielsweise nicht Juve oder Liverpool?

Die stehen auch auf meiner Liste (lacht). Wenn man in der Champions League ist, will man gegen die Besten spielen. Da gehören die alle dazu.

Das hat doch gestern Lust auf mehr gemacht! ⚽️🎆

Gepostet von FC Red Bull Salzburg am Mittwoch, 31. Juli 2019

Für Real läuft es in der Vorbereitung noch nicht so rund. Wo muss man das einordnen?

Es ist und bleibt die Vorbereitung. Gerade bei Testspielen werden in dieser Phase  Dinge anders gesteuert. Die Trainings, die taktischen Vorgaben. Hier wird noch relativ viel probiert und getestet. Aber dennoch  bleibt Real Madrid eine Spitzenmannschaft, da können wir auf einiges gefasst sein.

Hast du einen Kicker, den du bei Real gerne auf die Füße schaust?

Es gibt da jede Menge, denen man gerne zuschaut. Ihr linker Verteidiger ist beispielsweise nicht so schlecht (lacht).

Ihr linker Verteidiger ist beispielsweise nicht so schlecht.

Andi Ulmer mit einem Augenzwinkern über die Qualitäten von Real Madrid

Marcelo ist statistisch gesehen auf einem ähnlichen Level wie du unterwegs und hält bei 486 Spielen und 39.000 Minuten für Real Madrid. Zählt er zu jenen Spielern, wo auch ein Routinier wie du mal hinschaut und sich fragt, wie der sein Spiel anlegt?

Ich schau genau hin, weil er eben die gleiche Position spielt. Es interessiert mich, was er für Ideen hat – aber es ist immer abhängig vom Spielertypen. Wir sind da nicht so ähnlich.

Du stehst bei gut 35.000 Spielminuten und 400 Spielen für Red Bull Salzburg – sind das Zahlen, worauf du Wert legst?

Es ist schön, wenn man zurückschaut und man sieht und sich sagen kann: Das habe ich alles geleistet. Es macht mich schon ein wenig stolz. Auch weil man als Fußballprofi selten in solchen Dimensionen  denkt. Man hat eher kurzfristige Ziele, der Rest kommt mit der Zeit.

Man könnte schon sagen: Neuer Trainer, alter Ulmer. Auch Jesse Marsch setzt auf dich. Musstest du dich jemals an einen Trainer anpassen – oder ging dir das immer locker von der Hand?

Es ist schon wichtig, sich anzupassen und zu entwickeln. Jeder Trainer hat etwas andere Vorstellungen. Jesse Marsch legt nochmals mehr Wert auf Pressing. Das machen wir wieder etwas stärker, als in den letzten Jahren.

Worauf legt man in einer Profi-Karriere Wert, die bereits so lange einen Dauerbrenner-Status hat?

Ich hatte gute, aber auch schlechte Phasen. Die guten Phasen müssen so lange wie möglich anhalten. Dafür ist es wichtig, dass man sich wohl fühlt und fit bleibt. Bei mir spielt da Salzburg als Wohnort, meine Familie und das Umfeld im Klub eine große Rolle. Hier wird dir alles geboten, man muss das nur auch nutzen.

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Hat sich das Spiel des Linksverteidigers über die Jahre hinweg verändert?

Es ist sehr individuell und von der Spielidee abhängig. Es gibt beispielsweise Trainer, die keinen offensiven Linksverteidiger bevorzugen. Es ist und bleibt Systemabhängig – so wie die Stürmerfrage in einer Mannschaft. Ich bin gern einer, der sich immer gerne in die Offensive einschaltet. Das versuche ich auch immer weiter zu verbessern.

Nach Real Madrid kommt in absehbarer Zukunft die Königsklasse und die damit verbundene Hymne. Was wird der Moment für dich nach all den Jahren bedeuten?

Ich glaube so richtig kribbeln wird es, wenn wir unsere Gruppe kennen. Wie es dann wirklich ist, im eigenen Stadion zu stehen und die Hymne hören, kann ich dir im Nachhinein berichten (lacht).

Und irgendwann wird sich dein Sohn die Aufnahmen von Papa in der Champions League anschauen können.

Ja, wenn es ihn interessiert – toll!. Natürlich wäre es schön, wenn es ihn aber nicht interessiert, ist das auch okay. Sag ich jetzt … (lacht)