„Wir haben unterirdisch retourniert“, bilanzierte Marach – Melzer sprach gar von einem „schwarzen Tag“. Trotzdem können beide sich vorstellen, über 2020 hinaus zu spielen.

Für die Titelanwärter Oliver Marach und Jürgen Melzer ist am Donnerstag überraschend im Kitzbüheler Doppel-Viertelfinale das Aus gekommen. Das topgesetzte Österreicher-Gespann musste sich Frederik Nielsen/Tim Pütz (DEN/GER) mit 3:6,6:7(3) geschlagen geben. Nach dem Finale in Umag und dem Titel in Hamburg war beim ÖTV-Doppel etwas die Luft draußen. Am Freitag fliegen beide zur Nordamerika-Tournee.

„Wenn der Tank leer ist, kann man probieren, aber ich war halt ‚flat‘. Der erste Satz war nicht gut, unsere Returns sind einfach nicht gekommen. Wir haben heute unterirdisch retourniert“, erklärte Marach und Melzer ergänzte: „Das war heute sicherlich ein schwarzer Tag. Wir haben auch bei unseren Aufschlag-Spielen teilweise gewackelt, die haben auch viel besser retourniert.“

Generali Open 2019: Marach/Melzer vs. Nielsen/Puetz – Highlights

„Wollten das Turnier schon gewinnen“

Auch wenn bei größeren Turnieren freilich weit mehr Punkte zu holen sind, beide hätten beim Generali Open in Kitzbühel schon gerne ihren ersten Titel geholt. „Sicherlich verliert man ungern zu Hause, wir wollten das Turnier schon gewinnen“, sagte Marach, der das vergangene Jahr an der Seite von Mate Pavic (CRO) als Nummer 1 der Doppel-Welt beendet hatte.

Nun geht es weiter zum Masters-1000-Turnier nach Montreal, dann stehen Cincinnati und die US Open auf dem Programm. „Das einzig Positive heute ist sicher das, dass wir halt morgen fliegen können und bis Montag Zeit haben, um uns dort zu akklimatisieren“, erklärte Melzer.

Beim Nordamerika-Trip wird übrigens der Deutsche Philipp Petzschner, einst Partner Melzers bei den Grand-Slam-Titeln in Wimbledon und bei den US Open, die Betreuung von Marach/Melzer übernehmen. Der nach Wimbledon verpflichtete Coach Thomas Strengberger wird die beiden dann wieder nach Asien begleiten, ein bereits gebuchter Sommer-Urlaub sollte nicht mehr abgesagt werden.

Oliver Marach & Jürgen Melzer im Interview

Das große Ziel: Olympia 2020

Ob sich auch Marach und Melzer vorstellen können, wie ihre alten Kumpane Julian Knowle und Alexander Peya derzeit, als Touring-Coach zu fungieren? „Das muss ich mir noch schwer überlegen“, meinte Marach lachend, „vielleicht ein paar Wochen im Jahr. Aber nur zu Hause sitzen wird auch nicht passen.“

Melzer möchte sich, so lange er spielt, nur darauf konzentrieren. „Dass ich danach gern was im Tennis machen würde, habe ich eh immer gesagt.“ Ob auch eine Funktion als ÖTV-Sportdirektor für ihn vorstellbar ist? „Dadurch, dass ich noch ein paar Jahre spiele, werden sie vorher hoffentlich einen finden.“ Grundsätzlich glaube er aber, dass er „auf dem Platz besser aufgehoben wäre, um das mitzugeben, was ich aus den letzten Jahren gelernt habe.“

Das Duo, das 2020 die Qualifikation für die Olympischen Spiele schaffen und auch für das Masters der besten acht Teams ein Thema sein will, denkt durchaus auch über das kommende Jahr hinaus. „Nächstes Jahr muss nicht das letzte sein. So lang der Körper sagt, es passt.. es ist ein Job, der Spaß macht“, sagte Melzer dazu. Marach sieht es ähnlich, „aber es muss sich finanziell auszahlen“. (APA)

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