Dominic Thiem gelingt beim Generali Open erstmals seit 2015 wieder ein Auftakt-Sieg – im Viertelfinale geht es für Österreichs Nummer eins nun gegen einen Spanier.

Wenn eine Nummer 4 der Welt gegen die Nummer 167 gewinnt, ist das ein erwartetes Ergebnis. Dennoch war Dominic Thiem am Mittwochabend nach einer Nightsession in Kitzbühel vor 5.600 Fans große Erleichterung anzusehen. Erstmals nach 2015 steht er wieder im Viertelfinale des
Generali Open. Thiem gewann das Österreicher-Duell mit dem Steirer Sebastian Ofner nach 76 Minuten recht klar mit 6:3,6:2.

Er hat damit eine dritte Kitz-Auftakt-Niederlage en suite nach 2016 und 2018 (2017 nicht angetreten) verhindert. Thiem trifft nun auf den Spanier Pablo Andujar.

„Auf keinen Fall“, sei es ein normales Match für ihn gewesen. „Ich habe echt komplette Gänsehaut gehabt. Erste Runde da im Turnier vor komplett vollem Haus zu spielen, ist einmal etwas ganz Spezielles, und die Situation war unüblich, gegen Ofi, den ich sehr gut kenne und mit dem ich in letzter Zeit ziemlich oft trainiert habe“, sagte Thiem.

Nervosität bei Thiem vor der Partie

Thiem gab auch zu, dass er „schon sehr nervös“ vor Beginn gewesen ist. „Viel zu gewinnen habe ich sicher nicht gehabt in der Partie, aber das Level war ganz gut. Ich war vom Anfang bis zum Ende voll fokussiert, deshalb war ich zufrieden. Ich bin sehr froh, dass ich hier wieder einmal ein Match gewonnen habe.“

Er wolle es so oft wie möglich genießen, dass ein volles Haus fast zu 100 Prozent hinter ihm steht. „Das hat 2016 und letztes Jahr nicht geklappt.“

Bei aus Thiem-Sicht „perfektem Tennis-Wetter“ entwickelte sich ein sehenswerter Schlagabtausch, bei dem Ofner in teils langen Grundlinienduellen vom Tempo her ausgezeichnet mithalten konnte. Thiem ging zunächst mit einem Break 2:1 in Front, musste aber gleich den Aufschlag abgeben. Als er Ofner zum 3:2 aber wieder das Service abnahm, stellte er langsam die Weichen zum Sieg.

Thiem variiert häufig das Tempo

Ofner spiele gerne auf beiden Seiten aus einer bestimmten Höhe, daher wechselte Thiem die Schnittarten, spielte immer wieder auch den Slice von der Rückhand und variierte das Tempo. Nach einem weiteren Break zum 6:3 und einem zum 3:1 im zweiten Durchgang war der Zwei-Satz-Sieg dann recht flott in der Tasche.

Die fokussierte Vorbereitung mit weniger Side-Events hat sich für Thiem zumindest einmal gelohnt. Ein Tennis-Fußball-Event am Matchtag vor einem Jahr mit u.a. Marko Arnautovic wird es nicht mehr geben. „Ich habe die Dinge gemacht, die erledigt gehören. Letztes Jahr das war ziemlich unprofessionell, vor dem Match so etwas zu machen. Das ist auch ein Energiesauger.“

Im Kampf um sein drittes Halbfinale in der Gamsstadt nach 2014 (Finale) und 2015 bekommt er es zum dritten Mal mit Andujar zu tun, Thiem hat eine 2:0-Siegesbilanz stehen. Andujar besiegte kurz zuvor den zweifachen deutschen Kitz-Sieger Philipp Kohlschreiber 6:4,6:4. Das Match ist am Donnerstag als 3. Match nach 13.00 Uhr (live ServusTV) angesetzt.

Im Viertelfinale wartet nun ein Spanier

„Ich habe schon zweimal gegen ihn gespielt, allerdings noch nie in der Höhenlage“, erinnerte sich Thiem an zwei Begegnungen in Rio de Janeiro (2016: 6:3, 6:4 – 2018: 4:2 Aufgabe Andujar). „Er hat in Gstaad schon einmal gewonnen. Ich freue mich, morgen habe ich das Publikum voll auf meiner Seite.“

Für Sebastian Ofner überwog die „mega“ Erfahrung, vor vollem Haus in Kitzbühel gegen einen Top-4-Mann zu spielen. „Fürs erste Mal in meiner Karriere, dass ich gegen so einen Topspieler spiele, war es eine wirklich gute Partie von mir. Es hätte theoretisch auch enger sein können, aber ich bin mit meiner Leistung zufrieden.“

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Im Gegensatz zu Thiem war Ofner locker auf den Platz gegangen. „Ich war gar nicht nervös. Ich habe nichts zu verlieren und kann nur gewinnen.“ Ofner gab auch an, in letzter Zeit vom Training mit Thiem profitiert zu haben. „Es ist definitiv das Ziel fürs nächste Jahr, in die Top 100 zu kommen.“ Seine nächsten Einsätze sind kommende Woche der Challenger in Augsburg, danach geht es zur US-Open-Qualifikation.

Sein Hauptcoach ist Wolfgang Thiem, doch der ein bisserl zerrissene Thiem-Papa setzte sich diesmal zwischen die beiden Spielerboxen. Aus der Ofner-Ecke war dem Steirer sein neuer Touring-Coach Alexander Peya eine Stütze, in der Thiem-Box war freilich ohnehin Nicolas Massu hauptverantwortlich. (APA)