Elf Jahre nach seinem bisher letzten Major-Erfolg holt der 43-jährige Superstar Tiger Woods seinen 15. Titel bei den vier größten Turnieren.

Neben dem 18. Grün des Augusta National Golf Clubs schloss sich für Tiger Woods am Sonntag ein Kreis. Nach dem fünften Masters-Triumph und dem 15. Major-Titel umarmte der Superstar seine Tochter Sam (11), seinen Sohn Charlie (10) und seine Mutter Kultida. Vor 22 Jahren hatte dort alles begonnen – damals war Woods dort seinem inzwischen verstorbenen Vater und Trainer Earl um den Hals gefallen.

Einmal siegen sehen

Genau an diese Szene erinnerte sich Woods am Sonntag nach der Siegerehrung. „Nun bin ich der Vater mit zwei Kindern“, sagt der Kalifornier mit tränenerstickter Stimme. Woods wollte unbedingt, dass seine Kinder ihn noch einmal siegen sehen. Sam und Charlie hatten ihm einmal scherzhaft erklärt, dass sie ihn nur als YouTube-Legende kennen.

Im vergangenen Jahr waren beide bei den British Open dabei, als ihr Vater auf der Schlussrunde seine zwischenzeitliche Führung verspielte und schließlich Sechster wurde. „Ich wollte nicht, dass ihnen das zum zweiten Mal passiert“, betont Woods. „Ich wollte ihnen zeigen, wie es ist, wenn ihr Vater ein großes Turnier gewinnt.“

Gelungenes Comeback

Das gelungene Comeback bei einem der vier Major-Turniere, fast elf Jahre nach dem bisher letzten Erfolg, war für Woods ein höchst emotionaler Moment. „Dass meine Familie an meiner Seite war, ist etwas, das ich nie vergessen werde. Und ich hoffe, dass sie das auch nie vergessen werden“, sagt der 43-Jährige.

Lange Durststrecke und private Probleme

Der erste Masters-Sieg 1997, ein Jahr nach dem Profi-Debüt, leitete die einzigartige Karriere des berühmtesten Golfspielers der Geschichte ein. Mit dem 15. Major-Titel nach langer Durststrecke mit privaten Problemen (2010 Scheidung von Elin Nordegren nach Bekanntwerden zahlreicher Sexaffären) und vier Rückenoperationen ab 2014 hob Woods, eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Weltsports, seine Laufbahn auf einen weiteren Höhepunkt.

Der legendäre Jack Nicklaus hatte seine 18 Major-Titel in einer Zeitspanne von 24 Jahren erobert – vom US Open 1962 bis zum Masters 1986 mit 46 Jahren. Woods nähert sich dem an und ist mit fünf Masters-Titeln ebenso die Nummer zwei hinter Nicklaus (6) wie bei den Major-Erfolgen. Und bei den PGA-Titeln fehlt mit 81 nur einer auf Rekordmann Sam Snead (USA).

„Tiger-Slam“

Doch Woods hält auch selbst Rekorde: 683 Wochen an der Spitze der Weltrangliste sind ebenso unerreicht wie der Vorsprung von 15 Schlägen auf den Zweiten bei den US Open 2000. Von 1998 bis 2005 hat er in 142 Turnieren in Folge den Cut geschafft und ist Rekord-Gewinner bei sechs PGA-Turnieren. Mit dem Erfolg beim Masters 2001 komplettierte er den „Tiger-Slam“ – er hielt als bisher einziger Spieler alle vier Major-Titel (2000/2001) in Serie.

An Preisgeld hat der am 30. Dezember 1975 geborene Eldrick Tiger Woods rund 120 Millionen Dollar (106 Mio. Euro) eingespielt, Sponsor- und Werbeverträge brachten ihm ein Vielfaches davon ein. Das Wirtschaftsmagazin Forbes stuft den Golfstar mit mehr als 1,7 Milliarden Dollar (1,5 Mrd. Euro) als den am zweitbesten verdienenden Sportler aller Zeiten hinter Basketballer Michael Jordan ein.

Auch als Unternehmer ist der in Florida lebende Kalifornier erfolgreich. Woods ist Chef der von ihm gegründeten Firmengruppe TGR, die sich u.a. in Golfplatz-Design, der Event-Produktion, einem Spitzenrestaurant und einer Charity-Stiftung engagiert. (APA)

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