Was geschieht wenn in ganz Österreich der Strom ausfällt? Dieses Horror-Szenario – wo nichts mehr geht – will man sich gar nicht vorstellen. Aber wenn es passiert: Ist Österreich darauf vorbereitet?

Je hochtechnisierter eine Gesellschaft funktioniert, desto verletzlicher ist sie. Plötzlich fällt der Strom aus und damit die Heizung, der Kühlschrank und das Internet. Der Handyakku ist voll, aber niemand ist erreichbar. Die Supermärkte sind geschlossen, tanken ist nicht möglich, der Bankomat streikt: ein Blackout in ganz Österreich. Was tun, wenn weder Grundversorgung noch Kommunikation funktionieren?

Experten sprechen im Zusammenhang mit einem solchen Stromausfall längst nur mehr von einem „Wann“,  nicht von einem „Ob“. Diese Servus Reportage fragt nach: Ist der Staat auf die moderne Bedrohung vorbereitet, oder wird die Gefahr unterschätzt?

Stromausfall in Sekunden

Anders als Naturkatastrophen tritt der Blackout in Sekundenschnelle ein. Mit dem Strom verabschieden sich binnen Minuten auch die Wasserversorgung, Fernsehen, Mobilfunknetze, Internet und Ampelanlagen. Elektrische Türen bleiben geschlossen, Lifte bleiben stecken. Nach 24 Stunden verstopfen die Verkehrswege durch Autos, denen das Benzin ausgegangen ist. Nach 48 Stunden können Kerzen und Gaskocher in den Wohnungen zu Brandherden werden. Abwässer fluten die Straßen und werden zum Seuchenherd. Nach 72 Stunden, befürchten viele, regiert das reine Faustrecht. 

Droht Österreich ein Blackout?

Die europäischen Stromautobahnen sind am Limit. Nicht nur kalte Winter, sondern auch heiße Sommer – wie im Jahr 2018 – bringen Österreichs Stromversorgung an ihre Grenzen. Allein im August produzierten die heimischen Kraftwerke 20 Tage in Folge weniger Energie, als benötigt wurde. Störungen und Angriffe nehmen zu.

Der Schriftsteller Marc Elsberg, Autor des Bestsellers „Blackout“, glaubt, dass nicht nur der Staat, sondern auch die Bürger schlecht vorbereitet sind: „Wir haben in unserer Gesellschaft den großen Luxus, sehr gut funktionierende Systeme zu haben. Dabei haben wir aber in den letzten Jahrzehnten übersehen, dass diese Systeme womöglich auch einmal ausfallen können.

Wenn jeder die offiziellen Empfehlungen befolgen würde und Vorräte für zehn bis 14 Tagen zu Hause hätte, dann hätten wir weniger Probleme im Fall eines Blackouts. Für unsere Eltern war es noch selbstverständlich, eine gut gefüllte Speisekammer zu haben, heute ist das leider nicht mehr der Fall.“ Ist der Staat auf die moderne Bedrohung vorbereitet. Oder wird die Gefahr komplett unterschätzt?

Die Servus Reportage: „Überleben im Ernstfall – Katastrophenszenario Blackout“ am Donnerstag, dem 11. Juli, um 21:15 bei ServusTV.