Thema bei „Factum“: Wie und warum ist Burnout salonfähig geworden? Betroffene berichten über den Weg ins Burnout.

Erschöpfung, Zynismus und das Gefühl von Wirkungslosigkeit – nur drei typische von 130, teils uneinheitlich beschriebenen Symptomen von Burnout. Werden sie jedoch zum krankheitswertigen Dauerzustand, haben sie nicht mehr viel mit alltäglichem Stresserleben zu tun. Der Übergang von Beschwerden zur Erkrankung dauert oft viele Jahre und verläuft meist schleichend und unbemerkt.

Wer ist gefährdet?

Burnout gilt als Syndrom und nicht als Krankheit und passt gut in eine Arbeitswelt, in der berufliche Leistung nicht mehr vorrangig dem guten Leben dient, sondern zunehmend zum Selbstzweck wurde. Vor allem Menschen mit geringem Selbstwertgefühl, Hang zu Perfektionismus und starker Identifikation mit dem Job gelten als besonders gefährdet.

Burnout wurde salonfähig

In den 1990ern avanciert das Phänomen zur Modediagnose. Der Begriff wurde enttabuisiert und salonfähig. Die Verausgabung für die Arbeit wurde mit Anerkennung versehen: Für viele klingt es besser, wenn man für den Job „gebrannt“ hat, als sich damit überfordert zu haben. Das hat allerdings auch dazu geführt, dass die häufig hinter einem Burnout liegende Diagnose einer Depression geschönt, nicht erkannt oder falsch behandelt wird.

Betroffene berichten

Für Thomas Widerin war der Weg ins Burnout ein langer. Jahrzehntelang war er Leistungssportler, Polizist und Flugretter. Doch es ist ein privates Vorhaben, das das Fass zum Überlaufen bringt.