Der Juli 2019 war wettermäßig nicht nur in Österreich ein Monat, der in Erinnerung bleibt: Während zwei Hitzewellen und eine relativ kühle Phase unser Land dominierten, ging es auch an anderen Orten unseres Planeten ganz schön heiß her. Hier ein Rückblick auf einige Hitzerekorde und andere Wetterextreme außerhalb Österreichs.

4. Juli – USA (Alaska) – Temperaturrekord in Anchorage

Mit über 32,2 Grad wird in der größten Stadt Alaskas an diesem Tag ein neuer Temperaturrekord gemessen. Mit 29,4 Grad lag der bisherige Rekord, gemessen am 14. Juni 1969, fast drei Grad darunter! In anderen Gegenden entlang der Küste des US-Bundesstaates werden ebenfalls Temperaturrekorde verzeichnet – etwa in den Kleinstädten Kenai und King Salmon. Dem Klimaexperten Rick Thoman zufolge ist die mittlere Temperatur in Alaska zwischen 1901 und 2016 um 2,6 Grad gestiegen. In den gesamten Vereinigten Staaten habe der Anstieg im Schnitt nur ein Grad betragen.

8. Juli – ADRIA – Superzelle hinterlässt Spur der Verwüstung

Am 8. Juli kommt es rund um die Adria zu zahlreichen Unwettern – dabei sticht eines ganz besonders hervor: Wie an einer Schnur gezogen, bewegt sich eine einzelne Gewitterzelle über eine Strecke von 300 km hinweg vom nordöstlichsten Zipfel Italiens über Slowenien und Kroatien bis nach Bosnien. Es handelt sich um eine so genannte „Superzelle“ in einer Ausprägung und Beständigkeit, wie sie nur selten vorkommt. Sie hinterlässt im sprichwörtlichen Sinne eine Spur der Verwüstung, denn entlang der Zugbahn werden aus allen betroffenen Ländern Schäden durch Hagelschlag, Überflutungen und schwere Sturmböen gemeldet.

Quelle: www.ubimet.at

10. Juli – ITALIEN – Zerstörerische Eisbrocken

Bei schweren Unwettern mit Riesenhagel werden an der nördlichen Adriaküste mindestens 18 Menschen verletzt. Im Badeort Pescara, rund 150 Kilometer südlich der Hafenstadt Ancona, haben die Eisgeschosse einen Durchmesser von bis zu 12 Zentimetern erreicht. Im Badeort Milano Marittima stürzen hunderte Bäume um, Badeanstalten werden schwer beschädigt. In mehreren Küstenorten werden aufgrund des starken Windes Sonnenschirme und Strandliegen durch die Luft geschleudert.

12. Juli – DEUTSCHLAND – Tornados und Überflutungen

Gewitter und sogar ein Tornado hinterlassen in weiten Teilen Deutschlands schwere Schäden. Vielerorts stehen Straßen unter Wasser, zahlreiche Flüge werden gestrichen. Im rheinland-pfälzischen Bobenheim am Berg beschädigt ein Tornado mindestens zehn Häuser.

14. Juli – KANADA – Wärmerekord an der nördlichsten Wetterstation der Welt

Am Alert Airport in der Nähe von Nunavut im nördlichsten Kanada wird eine Temperatur von 20,5 Grad gemessen. Der alte Rekord vom 8. Juli 1956 lag bei 20,0 Grad. Grund für diese außergewöhnlich hohe Temperatur an der nördlichsten Spitze Kanadas ist ein Schwall warmer Luft vom Atlantik, der durch Föhn nördlich von Grönland verstärkt wurde.

17. Juli – INDONESIEN – Spektakuläre Föhnfische

Diese ästhetischen Wolken (lat.: altocumulus lenticularis, also linsenförmige hohe Haufenwolken) entstehen, wenn ein in der Luftströmung stehender Berg von mäßig feuchter Luft überströmt wird. Im Alpenraum werden sie meist als Föhnfische bezeichnet, da ihre Form an den Körper eines Fisches ohne Flossen erinnert. Am 17. Juli kommt es zu einer derartig beeindruckenden Erscheinung am Vulkan Rinjani auf der indonesischen Insel Lombok.

Quelle: uwz.at

22. Juli – KANADA – Lachse per Helikopter zu Laichgründen

Im Westen Kanadas hängen tausende Lachse auf dem Weg zu ihren Laichgründen fest. Ein Erdrutsch hat dort vor einem Monat im Fluss Fraser einen fünf Meter hohen Wasserfall entstehen lassen, den die flussaufwärts schwimmenden Fische nicht überwinden können. Die Regierung der Provinz British Columbia plant Hubschrauber einzusetzen, um die Rot- und Königslachse in der entlegenen Gegend nordwestlich der Ortschaft Kamloops aufzunehmen und weiter oben im Fluss wieder auszusetzen. Damit soll den Fischen geholfen werden, die Barriere zu überwinden.

24./25. Juli – WESTEUROPA – Hitzerekorde

Hoch Yvonne sorgt vor allem in Westeuropa für extreme Hitze. In Deutschland, Belgien und in den Niederlanden werden neue Allzeitrekorde aufgestellt. Mit einer südlichen Höhenströmung gelangen extrem heiße Luftmassen nach Westeuropa. Von Frankreich über Benelux bis nach Westdeutschland gibt es verbreitet Temperaturen um oder über 40 Grad an. In Paris werden 42,6 Grad gemessen (alter Rekord: 40,4 Grad aus dem Jahre 1947).

Was sich wettermäßig im Alpenraum abspielt, erfahren Sie täglich von unseren Meteorologen um 20.10 Uhr beim Servus Wetter.